1. Alice Robinson (Neus) 1:58,91
2. Julia Scheib (Ö) +0,96
3. Thea Louise Stjernesund (No) +1,08
Nach dem Kreuzbandriss von Lara Gut-Behrami ist Camille Rast die neue Teamleaderin im Riesenslalom. Zur Halbzeit liegt sie auf Rang 10 – 64 Hundertstel trennen sie vom Podest. Damit ist sie die Beste eines Schweizer Trios, das sich für die Entscheidung qualifiziert. Und schafft, was Wendy Holdener und Vanessa Kasper nicht gelingt. Sie setzt sich mit ihrer Fahrt an die Spitze.
Einige Athletinnen beissen sich an Rasts Zeit die Zähne aus. Bis Thea Louise Stjernesund kommt und die Führung übernimmt. Während die Norwegerin am Ende auf dem Podest steht, verpasst Rast dieses um 33 Hundertstel. Sie wird Fünfte – und macht ihr persönliches Dutzend voll. Denn für Rast ist es die zwölfte Top-10-Klassierung im Riesenslalom. Und nach Platz 3 letztes Jahr in Killington (USA) ihr zweitbestes Karriereresultat.
Der Sieg geht indes nach Neuseeland. Alice Robinson fährt in beiden Läufen Bestzeit und deklassiert die Konkurrenz. Damit schreibt sie Geschichte. Es ist ihr fünfter Weltcupsieg. So viele hat vor ihr keine Athletin, die von ausserhalb Europas oder Nordamerikas kommt, eingefahren. Das Podest komplettiert die Zweitplatzierte Julia Scheib, die den ersten Riesen in Sölden gewonnen hat.
18. Wendy Holdener +1.51
26. Vanessa Kasper +1,94
Den 2. Lauf verpassen: 31. Sue Piller +2,63, 50. Simone Wild +4,80
Schon im ersten Lauf ist Wendy Holdener oben voll dabei und vergibt eine bessere Klassierung unten raus. Das will sie im zweiten Lauf ändern – gelingen tut das nicht. Wieder siehts in der ersten Hälfte ganz gut aus, riecht nach zwischenzeitlicher Führung. Aber dann fällt sie erneut zurück. Da die Konkurrenz patzt, macht sie dennoch zwei Ränge gut.
Starke erste Fahrt von Vanessa Kasper. Mit Startnummer 33 fährt sie auf Zwischenrang 17 – so gut war sie zur Halbzeit noch nie klassiert. Diese Leistung kann sie in der Entscheidung nicht bestätigen. Ein grosser Umweg kostet Zeit, sie fällt zurück.
Hundertstelpech für Sue Piller. Auch in seinem vierten Weltcup-Riesenslalom verpasst das 20-jährige Talent die Qualifikation für den zweiten Lauf. Und das denkbar knapp. Nur zwei Hundertstel fehlen Piller für die Premiere.
Im Februar hat sich Simone Wild im Europacup das Kreuzband gerissen. Nun gibt sie ihr Comeback. Eine gewisse Vorsicht fährt mit. Sie büsst viel Zeit ein und klassiert sich auf dem letzten Platz.
Vor den Heimrennen gibts im amerikanischen Frauen-Team gleich zwei Verletzungsmeldungen. Speed-Spezialistin Lauren Macuga hat sich im Training das Kreuzband gerissen und verpasst die komplette Saison. Sie wäre in Copper Mountain nicht gestartet. Anders AJ Hurt. Sie wäre gerne zu Hause gefahren, wird aber ebenfalls zu einer Pause gezwungen. «Vor ein paar Tagen bin ich im Slalomtraining gestürzt und habe mir leider die Hüfte verletzt», schreibt die Technikerin auf Instagram. «Ich werde ein paar Wochen pausieren müssen, aber bald bin ich wieder dabei!»
Hurt ist nach Lara Gut-Behrami (Kreuzbandriss), Neja Dvornik (Schien- und Wadenbeinbruch), Federica Brignone (Brüche des Schienbeinplateaus und Wadenbeinkopfes sowie Kreuzbandriss) und Petra Vlhova (Kreuzbandriss) die fünfte Athletin aus den Top 15, die aktuell verletzt fehlt. Das öffnet anderen die Türe für eine tiefe Startnummer. So darf die Kanadierin Britt Richardson erstmals unter den ersten 15 Athletinnen starten. Sie trägt in Copper Mountain die Nummer 10.
Am Donnerstag hat Mikaela Shiffrin im Ziel geweint. Der Grund: Nach 684 Tagen hat ihr Verlobter Aleksander Aamodt Kilde sein Comeback gegeben. Auch für die Amerikanerin ein emotionaler Moment – den sie Rennkalender sei Dank live vor Ort mitverfolgen kann. Diese Gelegenheit nutzt nun auch Kilde. Bevor für ihn die Reise nach Beaver Creek weiter geht, verfolgt er den Riesenslalom im Zielraum. Und jubelt ausgelassen, als Shiffrin im zweiten Durchgang zwischenzeitlich die Führung übernimmt. Letztlich verpasst sie zwar als 14. das Heim-Podest deutlich, aber am Sonntag hat sie die nächste Chance. Und die steht alles andere als schlecht. Denn die ersten beiden Slaloms in diesem Winter hat Shiffrin gewonnen.
Camille Rast nach dem 1. Lauf: «Der Schnee ist typisch nordamerikanisch, aber trotzdem schnell. Es hatte am Morgen überall sehr viel Schnee, wir konnten nicht richtig gut aufwärmen und uns an die Geschwindigkeit gewöhnen. Für den zweiten Lauf gibts noch viel Potenzial. Ich bin zu kontrolliert und ab und zu mit etwas zu viel Respekt gefahren.»
Camille Rast nach dem 2. Lauf: «Ich hatte nicht überall ein gutes Gefühl, aber war froh, als ich unten Grün gesehen habe. Das Resultat ist ein guter Schritt nach vorne. Ich wusste nach dem ersten Lauf, dass ich noch etwas verbessern kann. Seit Sölden hab ich nur zweimal Riesenslalom trainiert. Dafür war es nicht so schlecht.»
Wendy Holdener nach dem 1. Lauf: «Ich hatte eigentlich ein gutes Gefühl. Ich habe versucht, Gas zu geben – das hat bis in die Mitte gut funktioniert. Im letzten Teil ist mir der Licht-Schatten-Wechsel in die Quere gekommen. Ich bin passiv geworden, das hat sicher sehr viel Zeit gekostet.»
Wendy Holdener nach dem 2. Lauf: «Ich habe gesehen, dass es fast überall dunkel ist. So konnte ich mich besser einstellen. Ich nehme sehr viele Kurven aus dem zweiten Lauf mit. Mein Riesenslalom-Fahren war vor und nach Sölden nicht das Beste, ich nehme die zwei Trainingstage von hier mit und kann darauf aufbauen.»
Vanessa Kasper nach dem 1. Lauf: «Es hat sich gut angefühlt. Aber weils ein einfacher Schnee ist, haben alle dieses Gefühl. Aber ich bin mega happy. In den Trainings war ich so langsam, deswegen habe ich keine Erklärung. Zudem war ich am Morgen so nervös. Aber irgendwie hats funktioniert. Ich konnte es fast nicht glauben.»
Plötzlich ists in Copper Mountain auch abseits der Piste weiss. In der Nacht schneit es ziemlich fest, auch am Morgen kommt noch einiges vom Himmel runter. Die Pistenarbeiter sind gefordert. Und brauchen etwas mehr Zeit als sie haben, um die Strecke rennbereit zu machen. Deswegen wird der Start beider Läufe jeweils um eine halbe Stunde nach hinten geschoben. Während die Arbeiten auf der Piste laufen, bessert sich das Wetter. Der Schneefall hört auf, die Wolken verziehen sich. Stattdessen zeigen sich blauer Himmel und die Sonne.
Die Technikerinnen bestreiten am Sonntag einen Slalom in Coppper Mountain. Danach geht die Reise weiter nach Kanada. Kommendes Wochenende stehen in Mont Tremblant die nächsten beiden Riesenslaloms auf dem Programm.



