Direkt nach der Zieleinfahrt bei der Hahnenkamm-Abfahrt fasst sich Marco Kohler ans Knie. Schnell werden Befürchtungen an eine erneute Knieverletzung laut, dementsprechende Informationen sickerten am Sonntag bereits durch. Am Montagmorgen werden sie vom Berner Oberländer auf Instagram bestätigt: «Es ist hart, das mitzuteilen: Ich habe mein rechtes Kreuzband gerissen.»
«Diese Diagnose zu erhalten, hat mich hart getroffen – mental und emotional», schreibt der 28-Jährige, der in den kommenden Tagen operiert wird. Verständlich, denn es ist bereits der dritte Kreuzbandriss des Speed-Spezialisten. 2020 riss er sich als Vorfahrer im Training am Lauberhorn das linke Kreuzband, die Patellasehne und das Innenband. 2024 – wiederum in Wengen – stürzte Kohler während der Abfahrt und riss sich das Kreuzband im rechten Knie.
«Aufgeben war nie eine Option»
Die Diagnose ist noch bitterer, weil damit auch der Olympia-Traum platzt. Mit seinen drei Top-15-Platzierungen in dieser Saison hat er die Selektionskriterien erfüllt und wäre für einen Startplatz infrage gekommen. Der gute Freund von Marco Odermatt (28) gibt sich jedoch kämpferisch: «Der Weg zurück wird nicht einfach werden, aber aufgeben war nie eine Option. Rückschläge definieren mich nicht, sondern wie ich darauf reagiere.»
Wie Swiss-Ski mitteilt, werde Kohler die Time-Out-Phase nutzen, «um mit einem zweiten Eingriff eine alte Verletzung am anderen Knie zu sanieren».