Kurz vor der Olympia-Selektion
Wieder Drama um Ski-Ass Kohler – wer profitieren könnte

Für Speed-Spezialist Marco Kohler endet das Kitzbühel-Wochenende sehr schmerzlich. Dafür bringt sich nun ein anderer Athlet auf den allerletzten Drücker noch für die Olympischen Spiele ins Gespräch.
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Darum gehts

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Marcel W. PerrenSki-Reporter

Vor dem Hahnenkamm-Slalom sickert im Schweizer-Lager eine Hiobsbotschaft aus der Abfahrtsmannschaft durch: Das in Zürich angefertigte MRI am rechten Knie zeigt auf, dass Marco Kohler bei seinem samstäglichen «Streifzug» eine Kreuzbandverletzung erlitten hat. Das ist für den Berner Oberländer besonders bitter, weil er mit zwei Top-15-Klassierungen die Olympia-Selektionskriterien erfüllt hat.

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Marco Kohler greift sich nach seinem Out bei der Hahnenkamm-Abfahrt ans rechte Knie.
Foto: Sven Thomann

Carlo Janka ist zwar 2018 bei den Spielen in Südkorea an den Start gegangen, obwohl er seinen Kreuzbandriss nicht operiert, sondern nur konservativ behandelt hat. Doch bei Kohler, welcher bereits 2020 und 2024 schwere Knieverletzungen erlitten hat, spricht derzeit alles dafür, dass er sich schon bald wieder auf den OP-Tisch legen wird.

Lebenszeichen von Yule

Dafür dürfte Daniel Yule schon bald nach Italien reisen. Bis zum Rennen in Kitzbühel hatte der gemessen an Weltcupsiegen (7) erfolgreichste Slalom-Fahrer in der Swiss-Ski-Geschichte mit dem elften Rang in Gurgl (Ö) lediglich die halbe Olympiaqualifikation in der Tasche. Doch nun hat der Walliser auf dem Ganslern-Hang, wo er 2020 und 2023 triumphierte, mit dem zwölften Rang die Anforderungen gänzlich erfüllt.

Der 32-Jährige macht aber deutlich, dass die Olympischen Spiele in den letzten Wochen in seinen Gedanken nicht die Hauptrolle gespielt haben. «Wenn du es wie ich in acht Slaloms nur einmal in die Top 15 geschafft hast, hat man andere Sorgen als die Olympiaqualifikation. Jetzt bin ich erst einmal froh, dass es mir gelungen ist, den Ski besser freizugeben.»

Der Kampf um den letzten Olympia-Platz

Zurück zur Olympia-Selektion im Schweizer-Team. Alpinchef Hans Flatscher darf am Montag in Absprache mit Männer-Chef dem IOC elf Männer melden. Nach den Rennen am Hahnenkamm ist offensichtlich, dass Marco Odermatt, Franjo von Allmen, Alexis Monney, Stefan Rogentin, Loïc Meillard, Luca Aerni, Thomas Tumler, Tanguy Nef, Matthias Iten dabei sind.

Nach dem sechsten Rang auf der Streif wird mit grosser Wahrscheinlichkeit auch Niels Hintermann selektioniert werden. Somit bleibt noch ein Platz frei. Neben Yule ist der Zürcher Oberländer Speed-Spezialist Alessio Miggiano, der bei der Abfahrt in Gröden Fünfter wurde, ein Anwärter auf diesen Platz.

Im Gegensatz zu Yule kann der 23-Jährige keine zweite Platzierung in den Top 15 vorweisen. «Zudem könnte für mich sprechen, dass es bei den Olympischen Spielen eine Team-Kombination bestehend aus Abfahrt und Slalom gibt.» Tatsächlich könnte dies das wichtigste Argument zugunsten von Yule sein, schliesslich darf die Schweiz in der Team-Kombination vier Paarungen starten lassen. Und deshalb braucht man neben Meillard, Nef und Iten ja noch einen vierten starken Slalom-Fahrer.

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