Darum gehts
- Genf plant ESAF 2031 auf dem Platz Plainpalais im Stadtzentrum
- Arena für 47'000 Zuschauer aus Schweizer Holz – kleiner als in Mollis
- Entscheidung über Austragungsort fällt an der Versammlung im März 2027
Der Dreikampf um die Austragung des ESAF 2031 in der Südwestschweiz spitzt sich zu. Bis Ende April mussten alle Kandidaturen die Fragen der Expertengruppe des Verbands beantworten. Am wenigsten konkret war bislang die Genfer Bewerbung. Jene spektakuläre Idee, die Blick im Februar publik machte.
Sie wollen das ESAF mitten in der zweitgrössten Stadt der Schweiz durchführen. Doch wo genau, blieb offen – bis jetzt. Nun teilt Projektleiterin Isabelle Emmenegger dieser Zeitung mit: «Die Arena soll auf dem Plainpalais gebaut werden.»
Wie der Circus Knie, so auch das ESAF
Das rautenförmige Areal ist 640 Meter lang und 200 Meter breit und war einst eine Insel inmitten von Sumpfgebieten. 1662 wurde sie zu einem Erholungsgebiet umgestaltet. Heute pulsiert hier das Stadtleben: Mehrmals pro Woche verwandelt sich der Platz in einen Floh- und Lebensmittelmarkt.
Zudem dient er regelmässig als Bühne für Grossanlässe. So schlägt etwa der Circus Knie Ende August hier seine Zelte auf. Geht es nach Emmenegger, soll fünf Jahre später an gleicher Stelle das ESAF stattfinden. «Es wäre ein Fest der kurzen Wege. Mit dem Bus, Tram oder zu Fuss ist das Gelände schnell erreichbar.»
Zwei Kandidaturen setzen auf die Natur
Ein Königskampf mitten in der Stadt, knapp zwei Kilometer vom weltberühmten Jet d’Eau im Genfersee entfernt. Es ist die mit Abstand verrückteste Kandidatur. Der Kanton Neuenburg und das Wallis wählten einen traditionellen Ansatz.
Die Walliser orientieren sich am ESAF in Mollis und setzen auf ein bewährtes Konzept. Ihre Arena soll auf dem Flugplatz zwischen Raron und Visp entstehen. Auch Neuenburg hat sich für einen Standort in der Natur entschieden. Das ESAF ist im Dorf Colombier geplant – eingebettet zwischen Rebbergen und dem Neuenburgersee.
Entscheidung fällt im nächsten Jahr
Inzwischen steht nicht nur der Standort des ESAF in Genf fest, sondern auch die Grösse der Arena. Geplant ist ein Stadion aus Schweizer Holz für 47'000 Zuschauer. Damit würde es fast 10'000 Leute weniger fassen als zuletzt. In Mollis hatten 56'500 Schwing-Fans Platz.
Neben der Arena müssten die Genfer kaum zusätzliche Bauten errichten. Sie setzen bewusst auf bestehende Infrastruktur. Dadurch soll das Budget tiefer ausfallen als bei den letzten Austragungen.
Das Ziel ist es, die Ticketpreise günstiger zu gestalten und das Bahnbillett darin zu integrieren. Ob das ESAF tatsächlich zum ersten Mal in seiner Geschichte nach Genf kommt, wird sich an der Abgeordnetenversammlung im März 2027 entscheiden.