Reusser war auf dem anspruchsvollen Parcours durch Ruandas Hauptstadt eine Klasse für sich. Sie teilte sich das Rennen auf dem anspruchsvollen Parcours von 31,2 km und 460 Höhenmetern perfekt ein und lag bei sämtlichen Zwischenzeiten vorne.
Im Ziel nahm sie der Niederländerin Anna van der Breggen 52 Sekunden ab und distanzierte deren drittplatzierte Landsfrau Demi Vollering bereits um 1:05 Minuten.
«Ich kanns fast nicht glauben. Ich muss das zuerst setzenlassen», sagt Reusser wenige Minuten nach ihrem Gold-Coup. «Die Steigungen bin ich fast zu schnell angegangen. Ich habe mir noch nie so sehr den Gong gegeben. Aber am Ende ist es aufgegangen. Es war super hart. Ich bin so glücklich und unendlich dankbar dafür, dass so viele Menschen mit mir an diesem Projekt gearbeitet haben.»
Nach den gesundheitlichen Problemen im Sommer feierte Marlen Reusser nach fast zwei Monaten Wettkampfpause in Kigali nun eine triumphale Rückkehr. Damit vergoldet die Ärztin, die erst mit 25 Jahren zum professionellen Radsport gefunden hat, ihre Karriere. Nach Olympia-Silber 2021, drei EM-Titeln und mehreren WM-Podestplätzen gewinnt sie in ihrer Paradedisziplin erstmals bei einem internationalen Grossanlass eine Goldmedaille.
Erstes Gold seit Karin Thürig
In der Geschichte des 1994 ins WM-Programm aufgenommenen Zeitfahrens ist Marlen Reusser erst die zweite Schweizer Weltmeisterin nach Karin Thürig, die 2004 in Verona und ein Jahr später in Madrid triumphiert hatte.
Nach dem grössten Erfolg der Karriere bieten sich Marlen Reusser in den kommenden Tagen bei der afrikanischen WM-Premiere zwei weitere gute Chancen, ihre Sammlung an WM-Medaillen weiter zu äufnen. Mit dem Schweizer Team ist ihr am Mittwoch im Mixed-Zeitfahren ein Podestplatz ebenso zuzutrauen, wie am Samstag im Strassenrennen.
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