«Unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen»
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Ralph Stöcklis Olympia-Fazit:«Unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen»

Historischer Langlauf-Coup
Kälin kommt mit Reiskocher und zwei Medaillen von Olympia zurück

Bronze bei der 50-km-Premiere für die Langläuferinnen: Nadja Kälin schafft am letzten Tag der Winterspiele 2026 Historisches. Und vielleicht ist es ein Coup mit Signalwirkung.
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In neuen Langlauf-Höhen: Nadja Kälin (r.) holt Bronze über 50 Kilometer.
Foto: NordicFocus/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nadja Kälin holt über 50 Kilometer bei den Frauen sensationell die Bronzemedaille
  • Für Experte Adriano Iseppi kann der Exploit nicht genug gewürdigt werden
  • Für Kälin ist es bereits die zweite Medaille bei diesen Winterspielen
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Etwa 500 Meter sind im 50-km-Final der Langläuferinnen noch zu gehen, als Nadja Kälin (24) noch einmal den Turbo zündet. Es ist diese letzte Tempoverschärfung, mit der die St. Moritzerin auch noch die letzte Konkurrentin, die Norwegerin Kristin Austgulen Fosnaes, im Kampf um Bronze abschüttelt. Und das nach einer fast zweieinhalbstündigen Tortur.

Bei der Olympia-Premiere über diese Distanz bei den Frauen gelingt Kälin in der Loipe von Val di Fiemme (It) ein veritabler Coup. Dass sie sich in dieser Königsdisziplin hinter der Schwedin Ebba Andersson (28) und Heidi Weng (34) als Dritte feiern lassen darf, sei nicht hoch genug einzuschätzen, sagt SRF-Langlauf-Experte Adriano Iseppi gegenüber Blick. «Sie hat im ganzen Rennen grosse Cleverness gezeigt und im richtigen Moment angegriffen. Das Resultat ist für den Schweizer Langlaufsport historisch.»

Tatsächlich ist es die erste Einzelmedaille einer Schweizer Langläuferin bei Olympischen Spielen. Und für Kälin, die Zeitmilitär-Soldatin in der Schweizer Armee, ist es die bronzene Krönung eines Steigerungslaufs. Bereits mit Platz 4 im Skiathlon hatte sie ein erstes Mal brilliert. Danach folgte die Silbermedaille im Team-Sprint an der Seite von Nadine Fähndrich – wo Kälin eigentlich gar nicht vorgesehen war. Die Coaches aber setzten auf die starke Form der Engadinerin. Und Kälin lieferte auch dort.

Kälin: Nie ohne Reiskocher unterwegs

Schon vor den Winterspielen galt Kälin als unser Langlauf-Versprechen für die Zukunft über die langen Distanzen. Die Erwartungen hat sie schon jetzt übertroffen. «Als Kind träumt man von einer Medaille. Dann wird man älter und merkt, wie weit weg man davon ist», sagt Kälin unmittelbar nach dem Rennen vom Sonntag im SRF-Interview. Das vergangene Jahr aber zeigte, dass die Lücke zur Spitze nicht mehr so gross ist. Starke WM-Resultate zeugten davon. Nun kehrt Nadja Kälin mit zweimal Edelmetall im Gepäck aus Italien zurück – und mit einem Reiskocher. Dieser dürfe nie fehlen, erklärte sie Blick, weil sie zu viel Pasta nicht so gut vertrage.

Der Langlauf-Exploit könnte Signalwirkung für das ganze Schweizer Team haben, glaubt Iseppi. «Man dachte immer, dass nach dem Ausnahme-Athlet Dario Cologna so etwas nicht mehr zu erreichen wäre. Nadja Kälin aber zeigt jetzt auch den anderen jungen Talenten: Da geht was!» Vielleicht ja schon in den letzten Weltcup-Rennen, die jetzt bis zum Saisonschluss im März in Lake Placid (USA) noch anstehen.

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