Während Mikaela Shiffrin (30) überlegen zu Slalom-Gold fährt, erlebt Lena Dürr (34) ihr nächstes sportliches Drama. Im zweiten Lauf wird die deutsche Technikerin zur tragischen Figur. Und steht am Ende wie schon im Riesenslalom mit leeren Händen da.
Dürr ist zur Halbzeit erste Verfolgerin von Shiffrin, liegt auf Rang 2. Doch dann nimmt das Drama seinen Lauf. Sie katapultiert sich aus dem Starthäuschen, um die Medaille nach Hause zu fahren – und fädelt im ersten Tor ein. Aus der Traum. Und das Drama wiederholt sich.
Schon im Riesenslalom ist Dürr nach dem ersten Lauf auf Medaillenkurs, ist ebenfalls Zweite. Und auch da bringt sie keinen zweiten starken Auftritt zustande. Sie bringt den Lauf zwar ins Ziel, wird aber nach einem Fehler bei der letzten Schlüsselstelle nur Neunte.
Besonders bitter: Für Dürr ist es ein Déjà-vu. Schon vor vier Jahren ergeht es ihr im Slalom ähnlich. In Peking liegt sie zur Halbzeit in Führung. Dann versagen ihr die Nerven. Sie bringt keinen sauberen zweiten Auftritt zustande – und wird am Ende Vierte. Um sieben Hundertstel verpasst sie damals die Bronzemedaille.
Nun muss die Deutsche eine weitere bittere Pille schlucken. Ob man ausscheidet oder knapp am Podest vorbeifährt, spielt bekanntlich bei Olympia keine Rolle. Denn da gehts nur um die Medaillen – und diese verpasst Dürr abermals in einem Einzelrennen. Die Silbermedaille, die sie vor vier Jahren mit der Mannschaft gewonnen hat, dürfte da nur ein schwacher Trost sein.
