Hier wird van de Velde bei der Vorstellung ausgebuht
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Französischer Journalist filmt:Hier wird van de Velde bei der Vorstellung ausgebuht

«Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich vor 10 Jahren war»
Verurteilter Vergewaltiger weint nach Olympia-Buhrufen

Steven van de Veldes Auftritt in Paris war höchst umstritten, immer wieder wurde der verurteilte Vergewaltiger während der Spiele ausgebuht. Nun äussert er sich erstmals und unter Tränen zu seinen Erlebnissen.
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Steven van de Velde bricht in einem TV-Interview in Tränen aus.
Foto: AFP
Nicolas Horni
Nicolas HorniRedaktor Blick

Im Alter von 19 Jahren vergewaltigte Steven van de Velde (29) in England ein 12-jähriges Mädchen. 2016 wurde er dafür zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt, nach nur 13 Monaten aber wieder entlassen. Seither spielt der 29-Jährige auf der grossen Bühne Beachvolleyball – so auch an Olympia in diesem Jahr. Dort war seine Teilnahme aber höchst umstritten, gar eine Petition wurde lanciert, um den Holländer von einem Auftritt in Paris abzuhalten.

Gebracht hats nichts, letztlich schaffte er es mit seinem Partner bis in den Viertelfinal. Auf dem Weg dahin wurde er immer wieder ausgebuht und hielt sich deshalb aus der Pariser Öffentlichkeit auch zurück. So wohnte er nicht im olympischen Dorf und gab keine Interviews – bis jetzt.

«Ich finde es schade»

«Ich hatte vor und während des Turniers Momente. Aber ich dachte: Ich will das nicht. Ich werde anderen nicht die Macht geben, zu entscheiden, dass sie mich wegschikanieren oder loswerden können», sagt van de Velde im Interview mit dem holländischen TV-Sender Nos.

Dass sein Auftritt in Paris auf Gegenwind stossen werde, damit rechnete er selbst – aber das Ausmass überraschte ihn. «Es ist definitiv nicht wenig, was auf einen einprasselt. Ich finde es schade. Es ist zehn Jahre her, ich habe über 100 Turniere gespielt», sagt der Beachvolleyballer, der heute mit einer Polizistin – übrigens der Schwester von Fussball-Bundesliga-Stürmer Kevin Behrens – verheiratet ist. Mit ihr hat er einen gemeinsamen Sohn. «Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich vor 10 Jahren war.»

In Tränen ausgebrochen

Gleichzeitig habe der 29-Jährige auch Verständnis für die Aufregung. «Ich verstehe, dass es eine Frage ist: Darf jemand mit so einer Vergangenheit auf so einer Bühne stehen? Das ist eine legitime Frage», sagt van de Velde – und bricht dann in Tränen aus: «Ich kann nicht ändern, was die Leute über mich denken. Man kann mich für immer für das verantwortlich machen, was passiert ist. Ich weiss, dass das den Rest meines Lebens eine Rolle spielen wird. Das muss ich akzeptieren, denn ich habe einen Fehler gemacht.»

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