Nach Eklat im Final
Afrikanischer Fussballverband entzieht Senegal den Afrika-Cup-Titel

Im Januar verliessen Senegals Spieler beim Afrika-Cup nach einem Penalty-Entscheid zugunsten Marokkos den Platz, ehe sie die Partie in der Verlängerung doch noch für sich entschieden. Nun wird den Westafrikanern der Titel aber aberkannt.
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Der Afrika-Cup-Final im Januar sorgte für heftige Diskussionen – bis heute: Dem Senegal wird der Titel aberkannt.
Foto: IMAGO/Samuello Sports Images Gh
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Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

Hammer-Meldung aus dem afrikanischen Fussball: Der senegalischen Nationalmannschaft wird der im Januar gewonnene Afrika-Cup-Titel nachträglich aberkannt. Der Sieg geht stattdessen an Final-Gegner Marokko.

Begründet wird der Entscheid mit dem Artikel 84 der Turnier-Regularien. Darin ist festgelegt, dass ein Team, welches das Spielfeld vorzeitig ohne Erlaubnis des Schiedsrichters verlässt, als Verlierer angesehen wird. Genau das haben die senegalesischen Spieler aber gemacht: Nach einem VAR-Penalty für Marokko in der Nachspielzeit weigerten sie sich, das Spiel fortzusetzen. Die Folge: Eine 0:3-Forfaitniederlage – obschon der Senegal nach einigen Minuten wieder auf den Platz zurückgekehrt ist und nach dem verschossenen Penalty schliesslich in der Verlängerung einen 1:0-Sieg errang.

Weil der marokkanische Fussballverband im Nachgang Einspruch beim Kontinentalverband einlegte, wurde der Vorfall noch einmal untersucht – und nun von der zuständigen Beschwerdeinstanz ein Entscheid zugunsten Marokkos gefällt. Die Nordafrikaner holen so an ihrem Heimturnier doch noch den ersten Titel am kontinentalen Wettbewerb seit 50 Jahren.

Ganz ohne Strafe kommen aber auch die Marokkaner nicht davon: Wegen des Verhaltens der Balljungen während der Partie, die Senegal-Keeper Edouard Mendy mehrfach das Handtuch weggenommen haben, wird dem marokkanischen Verband eine Strafe von knapp 40'000 Franken aufgebrummt – eine Reduktion im Vergleich zur vorherigen Sanktion. Dazu kommen rund 80'000 Franken Busse, weil verschiedene Spieler beim VAR-Check den Schiedsrichter gestört haben.

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