Trotz starker EM
Von der Handball-Nati Medaillen zu erwarten, ist vermessen

Die Handball-Nati egalisiert ihr bestes EM-Resultat. Auch wenn noch mehr dringelegen wäre: Bis zu den erträumten Medaillen ist der Weg noch weit.
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Platz 12 an der EM – wie weit nach oben geht der Weg der Handball-Nati?
Foto: imago/Bildbyran
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Christian MüllerRedaktor Sport

Hätte, hätte, Fahrradkette: Diese Äusserung des deutschen Politikers Peer Steinbrück steht auch für das Abschneiden unserer Nati an der Handball-EM. 

Auf dem Papier egalisieren die Schweizer mit Platz 12 ihr bestes EM-Resultat aus dem Jahr 2004. Dahinter stehen aber auch vier verspielte Punkte gegen Slowenien (35:38), Ungarn (29:29) und Island (38:38). Mit diesen vier Zählern hätten die Schweizer im letzten Hauptrundenspiel gegen Schweden ums Halbfinal-Ticket gespielt. Womit wir wieder bei Peer Steinbrück sind.

Dass mit Island ein Team unter den letzten Vier steht, das die Schweizer über weite Strecken dominiert haben, zeigt, dass sie der Spitze wieder ein Schrittchen nähergekommen sind. Aber wie sagt es Nati-Trainer Andy Schmid: Auf dem Weg nach oben gibts keine Abkürzungen. Dies weiss kaum jemand so gut wie er, der als Aktiver manch bittere Niederlage verdauen musste, ehe er in Deutschland zum Titel-Hamsterer wurde.

Rosige Zukunft

Aktuell spricht nichts dagegen, dass Schmids Team den Weg nach oben fortsetzt: Spieler wie Noam Lepold (23), Felix Aellen (22) oder Manuel Zehnder (26) schultern bereits viel Verantwortung. Und dabei kommen sie erst noch ins beste Handball-Alter. Selbst Routiniers wie Topskorer Lenny Rubin (29), Abwehrchef Samuel Röthlisberger (29) und Goalie Nikola Portner (32) haben noch einige gute Turniere im Tank. 

Zumal die Teilnahme an den nächsten Grossevents praktisch sicher ist: In der Quali für die WM 2027 ist die Schweiz gesetzt und bekommt so einen schwächeren Gegner zugelost. An der EM 2028 ist die Nati als Co-Gastgeberin automatisch dabei. Für diese Heim-EM wird an der Spitze des Handballverbands von einer Medaille geträumt. Dies zu erwarten, ist aber vermessen. Dass EM-Erfolge nicht planbar sind, zeigt der Blick auf die Konkurrenz: Selbst die Handball-Übermacht Dänemark wartet seit 2012 auf EM-Gold, die Deutschen seit 2016 überhaupt auf eine Medaille. 

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