«War scherzhaft gemeint»
Das steckt hinter Turkes' Blabla-Jubel

Statt auf den Knien Richtung Eckfahne zu rutschen, zeigt Winti-Stürmer Aldin Turkes einen überraschenden Jubel. Was dahinter steckt.
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Aldin Turkes (r.) lässt sich nach seinem Ausgleich feiern.
Foto: keystone-sda.ch
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Stefan KreisReporter Fussball

Aldin Turkes, der Torschütze zum vielumjubelten 2:2, ist nach dem Spiel genauso gut drauf wie zuvor auf dem Platz. Auf die Frage, warum er mit beiden Händen die «Blabla-Geste» in Richtung der Winterthurer Ersatzbank gemacht habe, antwortet der Stürmer mit einem Schmunzeln: «Das war scherzhaft gemeint. An die Adresse meiner Teamkollegen. Ich war lange verletzt, bin wieder zurückgekommen, war krank. Und dann kamen Sprüche aus der Mannschaft, ob ich eigentlich absichtlich vier, fünf Wochen Ferien genommen habe.»

Hat er ganz offensichtlich nicht. Kurz nach seiner Einwechslung ist der Stürmer bereits an jener Szene beteiligt, die auch hinterher noch für Gesprächsstoff sorgt. Lugano-Verteidiger Hajdari räumt Winterthurs Adrian Gantenbein von hinten im Strafraum ab, Schiri von Mandach zeigt erst auf den Punkt, nimmt den Penalty aber nach VAR-Intervention wieder zurück. «Ich weiss nicht, ob der VAR da wirklich eingreifen muss», sagt Winti-Coach Patrick Rahmen. 

Winti träumt von Europa

Am Ende ists egal. Weil Randy Schneider, der beste Mann auf dem Platz, bloss Sekunden nach der Penaltyszene zum 1:1 trifft. Und weil Aldin Turkes die abermalige Führung der Luganesi kurz vor Schluss erneut ausgleicht. Ein Punkt, der im Kampf um die Championship Group Gold wert sein kann, mit einem Sieg auswärts gegen SLO wären die Winterthurer wohl durch.

Schneider trifft aus 20 Metern staubtrocken
3:14
Winterthur – Lugano 2:2:Schneider trifft aus 20 Metern staubtrocken

Zufall wärs nicht. Weil der FCW unter Rahmen bedingungslos nach vorne spielt. «Es gab zwar den einen oder anderen Match, der ein bisschen eng war, aber die Punkte haben wir selten gestohlen», sagt der Trainer. Zum Vergleich: In der letzten Saison hatten die Winterthurer unter Coach Bruno Berner nach 31 Runden mickrige 29 Tore geschossen, unter Rahmen sinds zum selben Zeitpunkt 59. Unter dem aktuellen GC-Trainer lag man damals mit 29 Zählern auf dem letzten Platz, nun hat man 17 (!) Punkte mehr auf dem Konto – und darf auf der Schützenwiese gar von Europa träumen.

Tut wohl auch Turkes. Auch wenn er sagt, dass er bloss von Spiel zu Spiel schauen will. Auf die Frage, ob er in den letzten Wochen nicht doch mal in den Ferien gewesen und am Strand gelegen sei, antwortet der 27-Jährige erneut mit einem Schmunzeln: «Dann hätte ich mehr Farbe im Gesicht.»

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