Köhler mit blauem Auge: «Das gehört zum Sport dazu»
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Nach Unentschieden gegen FCSG:Köhler mit blauem Auge: «Das gehört zum Sport dazu»

Von Zero to Hero
Die wundersame Wandlung von GC-Neuzugang Köhler

Noch am Dienstag war er in Luzern mit seinem Eigentor bei seinem Debüt der Unglücksrabe, nun überzeugt er gegen St. Gallen als Abwehrchef und trägt in der Schlussphase sogar die Captainbinde: Sven Köhler.
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Sven Köhler hält gegen St. Gallen dagegen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Sven Köhler überzeugt als Abwehrchef bei GCs 0:0 gegen St. Gallen
  • Der Ex-Braunschweig-Kapitän erhielt 250 negative Kommentare nach seinem Wechsel
  • GC seit 7 Spielen sieglos, aber im Pokal-Halbfinale 2026
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Der 97-minütige Kampf zwischen St. Gallen und GC hat seine Spuren hinterlassen. Das linke Auge von Sven Köhler (29) ist nach dem im Schneeregen und auf tiefem Boden hart erkämpften 0:0 mit Blut unterlaufen. «Beim Zweikampf habe ich irgendwas ins Gesicht bekommen, aber das ist der Sport, das gehört dazu.»

Köhler ist hart im Nehmen. Noch am Dienstag beim 3:4 in Luzern war der Neuzugang aus Braunschweig der grosse Pechvogel, als er mit einem Eigentor bei seinem Debüt die Niederlage einleitete. «Das passiert im Fussball. Wichtig ist, dass man wieder aufsteht und vier Tage später seinen Mann steht.»

Okoroji verhindert GC-Treffer in extremis
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Und das tut Köhler: Gegen St. Gallen gibt er in Abwesenheit des gesperrten Abdoulaye Diaby den Abwehrchef und macht seinen Job ausgezeichnet. «Im Fussball geht es schnell. Am Dienstag war er der grosse Verlierer, heute hat er aber gezeigt, dass er der Mannschaft helfen kann», so GC-Trainer Gerald Scheiblehner.

Lust auf neue Aufgabe

Der Wechsel des Ex-Captains von Eintracht Braunschweig kam in Deutschland nicht überall gut an. Köhler nimmts gelassen. «Ich sehe es als Kompliment. Am Ende sind die Leute nur enttäuscht, wenn man etwas gut gemacht hat.» Er habe auch viele positive Nachrichten erhalten. «Schliesslich waren es vielleicht 250 negative Kommentare. Aber im Stadion sind über 20'000 Fans.» 

Warum wollte er unbedingt zu GC? «Ich hatte Lust auf eine neue Aufgabe», so Köhler. «Eine Karriere ist begrenzt. Und ich möchte so viele Länder und Städte, so viele Vereine und Menschen wie möglich erleben.» Die Schweiz gefalle ihm sehr gut. «Und GC ist Rekordmeister und ein grosser Verein in der Schweiz.»

Auch der finanzielle Aspekt hat eine Rolle gespielt, so ist jedenfalls die Aussage von Braunschweigs Trainer Heiner Backhaus zu deuten: «Der hat keine fünf Millionen Euro auf dem Konto. Wenn er ein Angebot bekommt, mit dem er sich und seine Familie finanziell absichern kann, ist es völlig legitim, dass er sich damit beschäftigt.»

«Ich komme von ganz unten»

Das investierte Geld hat sich für GC zumindest gegen St. Gallen ein erstes Mal ausbezahlt, in der Schlussphase trägt Köhler nach der Auswechslung von Simone Stroscio sogar die Captainbinde. Das sei mehr zufällig gewesen, weil er der Älteste gewesen sei und die meisten aus der Captain-Gruppe nicht auf dem Platz gestanden hätten, so Köhler. «Das Standing in einer Mannschaft kriegt man nicht geschenkt, das muss man sich erarbeiten.»

Köhler ist überzeugt, dass er der Mannschaft viel bringen kann. Vor allem auch den jungen Spielern. «Ich habe viel gesehen im Fussball und komme von ganz unten. Ich weiss, wie man sich etwas erarbeitet.» Der ehemalige Dortmund- und Schalke-Junior, der einst an der Seite von Leroy Sané deutscher Meister in der Jugend wurde, fand erst via Umwege in den Profifussball. 

Auch deswegen und trotz der schwierigen Situation – GC ist seit sieben Spielen ohne Sieg und auf dem Barrage-Platz – sieht Köhler die Situation positiv. «Wir stehen im Pokal-Halbfinal und können Grosses schaffen, zudem können wir die anderen in der Tabelle auch noch einholen.» Wichtig sei, dass man Spass habe und das Lächeln nicht verliere. «Es ist Fussball und geht nicht um Leben und Tod.»

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
24
28
55
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
24
15
43
3
FC Lugano
FC Lugano
24
11
42
4
FC Basel
FC Basel
24
7
39
5
FC Sion
FC Sion
24
8
37
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
25
2
36
7
FC Luzern
FC Luzern
25
1
30
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
24
-2
29
9
FC Zürich
FC Zürich
25
-12
28
10
Servette FC
Servette FC
24
-7
26
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
25
-12
21
12
FC Winterthur
FC Winterthur
24
-39
14
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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