Tiefe Kosten und Lauf der Zeit
Warum die kalibrierte Linie nun doch kommt

Ab der neuen Saison gibt es auch in der Super League eine kalibrierte Linie. Bei der Einführung des VAR 2019 waren viele noch dagegen.
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Der Schiri-Assistent erhält beim Offside weitere technische Unterstützung.
Foto: PIUS KOLLER
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Offside oder nicht? Diese Diskussionen soll es aber der neuen Saison in der Super League nicht mehr geben. Mit vier Jahren Verzögerung wird nun auch in der Schweiz die kalibrierte Offside-Linie eingeführt. Die Technik wird dann entscheiden, welcher Spieler bei Ballabgabe näher zum Tor steht. Erstmals kommt diese im Cupfinal am 4. Juni zwischen YB und Lugano zum Einsatz.

2019, als der VAR in der Schweiz eingeführt wurde, hatte man noch auf die kalibrierte Linie verzichtet: aus technischen und finanziellen Gründen. Viele befürworteten damals den Verzicht. «Ich bin nicht dafür, dass Millimeter-Entscheide am Bildschirm gefällt werden sollen», sagte Hellmut Krug, der damalige Projektleiter VAR bei der Einführung. Und wenige Monate später doppelte Schiri-Boss Daniel Wermelinger nach, als er gegenüber Tamedia sagte: «Es ist ein Segen, dass wir das nicht haben.»

Inzwischen haben die Verantwortlichen ihre Meinung geändert. Einerseits sei es der Wunsch aller SFL-Klubs, die Offside-Linie einzuführen, andererseits sei es die technische Entwicklung und der Lauf der Zeit, die zu einem Meinungsumschwung geführt hätten, sagt Wermelinger zu Blick. «International ist der Trend völlig klar: Die Offside-Linie ist ein Muss.» Sprich: Weiter ein eigenes Süppchen zu kochen, geht nicht.

Die zusätzlichen Kosten, mit ein Grund, warum damals auf eine Einführung verzichtet wurde, sind auch kein Argument mehr. Der knapp sechsstellige Betrag für das zusätzliche Hawk-Eye-Tool sowie für den Initialaufwand übernimmt die Liga. Er ist im Vergleich zu den generellen Kosten des VAR's von bis zu 1,5 Millionen Franken pro Saison beinahe vernachlässigbar.

Aufstockung wird teuer

Viel mehr zu Buche schlägt die Aufstockung der Super League auf zwölf Teams und die Einführung des Schotten-Modus. Durch die 48 zusätzlichen Spiele steigen die Kosten für alle Schiedsrichter inklusive VAR von 2,75 Millionen auf 3,2 Millionen Franken. Diese werden aber auf die Klubs abgewälzt.

Letztlich waren sie es, welche die kalibrierte Linie forderten. Diese soll mehr Gerechtigkeit bringen und dafür sorgen, dass Diskussionen um Tore aus möglichen Offside-Positionen in Fan-Foren und auf Social-Media-Kanälen eingedämmt werden. «Weil der Interpretationsspielraum wegfällt, wird auch die Diskussion über ‹klare und offensichtliche Fehlentscheide› bezüglich Abseits hinfällig», sagt Wermelinger. Dass es trotzdem zur einen oder anderen umstrittenen Situation kommt, wird aber auch die kalibrierte Linie nicht verhindern können.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
30
38
71
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
30
23
55
3
FC Lugano
FC Lugano
30
10
50
4
FC Basel
FC Basel
30
6
49
5
FC Sion
FC Sion
30
9
45
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
30
5
45
7
FC Luzern
FC Luzern
30
2
36
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
30
-4
36
9
Servette FC
Servette FC
30
-8
33
10
FC Zürich
FC Zürich
30
-17
31
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
30
-18
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
30
-46
19
Meisterschaftsrunde
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