Das Spiel
St. Gallen und Servette trennen sich mit einem 1:1. Dieses Unentschieden hilft den Genfern nicht aus der Krise: Nur einen Sieg holten die Westschweizer in den letzten zehn Partien – Ende Januar in St. Gallen.
In der Startphase stehen beide Teams offen, was Raum für Kombinationen gibt. Eine davon nutzt Christian Witzig (25) zu seinem ersten Saisontor. Die Antwort der Genfer lässt nicht lange auf sich warten. Routinier Steve Rouiller (35) trifft nur drei Minuten später zum Ausgleich. Und die Partie bleibt unterhaltsam: Beide Teams spielen direkt und suchen immer wieder den Weg nach vorne.
In der zweiten Halbzeit ist deutlich weniger Tempo drin. Beide Teams versuchen die Partie zu kontrollieren, was aber nur mässig gelingt. Weder die Ostschweizer, noch die Genfer können das Spielgeschehen wirklich bestimmen. Zu viele Ungenauigkeiten und Fehlpässe auf beiden Seiten. So bleibts beim 1:1.
Die Tore
3. Minute, Christian Witzig, 0:1. Besio legt einen langen Ball clever auf Vandermersch ab. Der behält die Übersicht und spielt punktgenau in den Strafraum. Dort kann Witzig den schön vorgetragenen St. Galler Angriff vollenden.
6. Minute, Steve Rouiller, 1:1. Rouiller nimmt einen gefühlvoll getretenen Freistoss stark an und stochert den Ball anschliessend ins Tor.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
FCSG-Captain Lukas Görtler: «Positiv ist, dass wir seit drei englischen Wochen ungeschlagen sind und in diesem Jahr erst ein Spiel verloren haben. Ich hatte heute über 60 Minuten das Gefühl, dass wir gewinnen werden. Hintenraus haben wir zu unsauber gespielt, vielleicht lags an unseren Kräften. Aufgrund des Spielverlaufs müssen wir mit dem Unentschieden zufrieden sein. Ich hoffe, nächstes Jahr werden wir europäisch spielen und viele weitere englische Wochen haben.»
Servette-Goalie Joël Mall: «Wir müssen anfangen, Spiele zu gewinnen. Ein 1:1 zu Hause ist leider zu wenig. Wir sind mental intakt. Wir haben eine gute Truppe. Phasenweise spielen wir sehr gut, aber am Schluss zählen die Resultate.»
Das gab zu reden
Thomas Lopes (19) steht am Samstag zum ersten Mal in der Startelf und der französische Flügelspieler überzeugt. Er steht für Jocelyn Gourvennecs Wille, möglichst viele junge Spieler einzubinden, denn er ist bereits der fünfte Debütant, den der Genfer Trainer in dieser Saison einsetzt (nach Alonzo Vincent, Mardochée Miguel, Téo Allix und Malek Ishuayed). Lopes wurde durch Almere-Leihgabe Junior Kadile (23) ersetzt, der für Servette ebenfalls sein erstes Spiel machte und beinahe sofort ein Tor erzielt hätte – leider ohne Erfolg. Giotto Morandi hingegen stand nicht einmal im Kader.
Der Beste
Schwer, in diesem Chaos einen besten Spieler zu bestimmen – erst recht keinen Offensivspieler. Die Auszeichnung geht daher ein bisschen automatisch an Steve Rouiller, der in der Innenverteidigung solide agierte und bei einem ruhenden Ball als Torschütze glänzte. In der 6. Minute zeigte er wieder die Instinkte eines Mittelstürmers – die Position, auf der er beim FC Sion einst ausgebildet wurde.
Der Schlechteste
Samuel Mraz hatte in seinen beiden letzten Spielen je ein Tor erzielt (in Lugano und Lausanne), doch der Slowake wirkte in diesem Spiel wie ein Schatten seiner selbst.
Die Schiris
Für Luca Cibelli und sein Team gab es in diesem unkomplizierten Spiel nichts zu beanstanden. Auch der VAR musste nicht eingreifen.
Die Fans
Die Servette-Fans standen nach dem Vorfall am Sonntagabend im Bahnhof von Lausanne unter Beobachtung. Sollten sie auch nur ein einziges pyrotechnisches Gerät zünden, würden ganze Sektoren für das Spiel gegen Sion am kommenden Wochenende geschlossen werden. Sie blieben zunächst für die ersten zwanzig Minuten des Spiels von ihrem Sektor fern, kehrten dann aber auf ihre Plätze zurück und verhielten sich ruhig. Allgemein waren nur wenige Zuschauer in der Arena, laut offiziellen Angaben knapp 6150. Der Gästebereich war mit etwa 400 St. Galler Fans gefüllt.
So gehts weiter
St. Gallen spielt am kommenden Samstag (18 Uhr) zuhause gegen Schlusslicht Winterthur. Für Servette steht am gleichen Abend (20.30 Uhr) das Rhone-Derby gegen Sion an.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 25 | 29 | 58 | |
2 | FC St. Gallen | 26 | 19 | 47 | |
3 | FC Lugano | 25 | 11 | 43 | |
4 | FC Basel | 25 | 7 | 40 | |
5 | FC Sion | 25 | 7 | 37 | |
6 | BSC Young Boys | 25 | 2 | 36 | |
7 | FC Zürich 1:0 | 26 | -11 | 31 | |
8 | FC Luzern | 25 | 1 | 30 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 25 | -2 | 30 | |
10 | Servette FC | 26 | -7 | 28 | |
11 | Grasshopper Club Zürich 0:1 | 26 | -13 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 25 | -43 | 14 |






