Das Spiel
Lebenszeichen im Abstiegskampf: Winterthur gewinnt erstmals nach nur einem Punkt aus den letzten fünf Spielen wieder. Für die Eulachstädter ist es der erste Vollerfolg seit Ende November.
Lange sieht es so aus, als rächte sich für Winti die schlechte Chancenauswertung nach dem frühen 1:0. Dansoko (22.) und Sidler (25.) treffen beide aus aussichtsreicher Position den Ball nicht, anstatt ihn zum 2:0 ins Tor zu schiessen.
Gegen Ende der 1. Halbzeit übernehmen die Gäste das Spieldiktat, ohne sich jedoch viele Chancen herauszuspielen. Für den Ausgleich reichts trotzdem, weil Mollet den Ball nach einem Freistoss sehenswert im Tor unterbringt.
In einer weiterhin chancenarmen Partie, in der die Gäste mehrheitlich in Ballbesitz sind, trifft Golliard eine gute Viertelstunde vor Schluss aus dem Nichts zur vielumjubelten erneuten Führung. Lausanne kommt noch zu einer Ausgleichschance durch einen Kopfball von Kana-Biyik, für mehr reichts nicht mehr.
In der Nachspielzeit kochen die Emotionen hoch. Lausannes Soppy schlägt Cueni den Ball aus der Hand. Nach einer Rudelbildung fliegen sowohl Soppy als auch Winterthurs Cueni vom Platz.
Bemerkenswert: Bereits die ersten drei Liga-Heimspiele gegen Lausanne seit dem Aufstieg gewann Winterthur. Bisher lautete das Ergebnis stets 1:0, heute ist es ein 2:1.
Die Tore
4. Minute, Alexandre Jankewitz, 1:0. Blitzstart für das Schlusslicht: Nach einer Flanke von rechts auf den weiten Pfosten verpasst Dansoko am Fünf-Meter-Raum, weil er am Ball vorbei schlägt. Der Mann aus Guinea bleibt jedoch in Ballbesitz und bringt den Ball erneut in die Gefahrenzone. Jankewitz drückt den Ball schliesslich aus dem Getümmel ins Tor.
55. Minute, Florent Mollet, 1:1. Der Ligue-1-erfahrene Sommerneuzugang trifft erstmals für Lausanne. Nach einem zu kurz geklärten Freistoss fasst sich der 34-Jährige ausserhalb des Strafraums ein Herz und trifft per Direktabnahme unhaltbar in die linke Ecke.
74. Minute, Théo Golliard, 2:1. Maluvunus Abschluss wird durch eine Ablenkung zur Bogenlampe. Cueni befindet sich klar im Offside, lässt den Ball aber demonstrativ für Golliard in seinem Rücken durch. Der einstige YB-Junior trifft souverän, die Schützenwiese explodiert.
Die Stimmen
Der Beste
Stéphane Cueni spielt vor der Dreierabwehr als Sechser. Ist im Zentrum präsent, bissig. Der beste Winterthurer, auch wenn der Platzverweis nach der Rudelbildung seine Leistung klar trübt.
Der Schlechteste
Brandon Soppy. Lausannes Verteidiger schätzt vor beiden Gegentoren die Situation falsch ein. Wirkt manchmal zu leger. In der Nachspielzeit brennen ihm die Sicherungen durch, er sieht Rot, weil er Cueni den Ball aus der Hand schlägt und damit eine Rudelbildung auslöst.
Das gab zu reden
Winterthur kämpft gegen eine historische Negativmarke an. Die 10 Punkte nach 20 Runden waren Tiefstwert in der Super-League-Geschichte (zusammen mit Aarau 2010 und Lausanne 2014). Nun gelingt mit dem ersten Sieg seit November zumindest ein Schritt aus dem Sumpf.
Die Schiris
Alessandro Dudic. VAR ist Lukas Fähndrich. Knifflig wirds erst zum Schluss bei der Rudelbildung in der Nachspielzeit. Dudic fällt ein salomonisches Urteil und stellt Soppy und Cueni vom Platz. Doch sind wirklich beide Roten gerechtfertigt? Macht Cueni etwas derart Fehlbares? Dieser Fall wird noch aufgearbeitet werden müssen.
Die Fans
Die beiden Lager pflegen eine Fanfreundschaft, sind sich friedlich gesinnt. 7100 Zuschauer meldet der Speaker an diesem kalten Januarabend.
So gehts weiter
Die Cup-Viertelfinals unter der Woche finden ohne Winti und Lausanne statt. Für die Eulachstädter geht es am nächsten Samstag mit einem Heimspiel gegen Lugano weiter (18 Uhr), die Waadtländer empfangen am Sonntag den FC St. Gallen (16.30 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun 1:0 | 23 | 23 | 52 | |
2 | FC Lugano | 23 | 11 | 41 | |
3 | FC St. Gallen | 21 | 14 | 38 | |
4 | FC Basel | 22 | 8 | 36 | |
5 | FC Sion | 23 | 6 | 34 | |
6 | BSC Young Boys | 23 | -2 | 33 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 22 | 2 | 28 | |
8 | Servette FC 0:1 | 23 | -6 | 25 | |
9 | FC Zürich | 22 | -11 | 25 | |
10 | FC Luzern | 23 | -3 | 24 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 23 | -11 | 20 | |
12 | FC Winterthur | 22 | -31 | 14 |






