Das Spiel
Servette-Trainer Jocelyn Gourvennec hat den Thunern bereits nach der 22. Runde zum Titel gratuliert. Gesellt sich nach der 25. auch Sion-Coach Didier Tholot dazu? Sein Team verliert mit 0:1 gegen Thun, das seinen achten (!) Super-League-Sieg in Serie feiert – Vereinsrekord von 2005 übertroffen.
Ob mit oder ohne Gratulation: Viele dürften nicht mehr an Thuns Sensations-Meisterschaft zweifeln. Mindestens zwölf Punkte Vorsprung nehmen die Berner Oberländer mit in die letzten 13 Runden.
Die Partie in der Stockhorn-Arena ist von Beginn weg hart umkämpft. Sion, das vor dem Spiel im neuen Jahr ebenfalls noch kein Ligaspiel verloren hatte, hält mit dem Leader mit. Vor zwei Jahren duellierten sich diese beiden Teams noch in der Challenge League um den Aufstieg. Sion schaffte es 2024, Thun 2025. Nun sind aus den beiden Klubs zwei starke Super-Ligisten geworden.
Beide Teams erarbeiten sich in der ersten Halbzeit vereinzelt Abschlüsse, die Top-Chancen bleiben jedoch lange aus. Bis zur 43. Minute, in der Ethan Meichtry eiskalt zuschlägt.
In den ersten Sekunden nach der Pause muss Thun-Goalie Niklas Steffen direkt gegen Liam Chipperfield parieren. Der grosse Sittener Sturmlauf bleibt in der Folge dann aber aus. Thun hat in einer chancenarmen Partie die gefährlicheren Szenen – auch schon bevor Sions Noé Sow – nach umstrittenem VAR-Check (siehe «Das gab zu reden») – und Lamine Diack des Feldes verwiesen werden.
Das Tor
43. Minute, Ethan Meichtry, 1:0. Ein typisches Thun-Goal: Bürki schlägt einen langen Ball in die Spitze, wo die Sturmtanks Rastoder und Labeau die Abwehr beschäftigen. Sow und Hefti gewinnen zwar zwei Kopfballduelle, klären aber ungenügend. Meichtry rauscht aus dem Rückraum heran und trifft aus rund 14 Metern via Pfosten ins Tor.
Die Stimmen
Nias Hefti (Sion, gegenüber Blue): «Es ist eine extrem bittere Niederlage. Ich finde, wir haben über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht. Und dann hatten wir auch extrem Pech mit den Entscheidungen gegen uns. Ich habe den Ball draussen gesehen vor der ersten Roten Karte. Diese hat uns am Ende gekillt. Manchmal gibt es so Spiele, in denen man das Pech auf seiner Seite hat.»
Leonardo Bertone (Thun, gegenüber Blue): «Es haben die Teams mit den beiden besten Defensiven gespielt. Das hat man auf dem Platz gesehen. Es gab nicht allzu viele Räume, trotzdem haben wir uns die ein oder andere Chance erspielt. Am Ende wurde es unnötig hektisch mit den beiden Roten Karten. Es ist immer hässlich, ein Spiel so fertig zu spielen – aber wir nehmen den Sieg.»
Der Beste
Ethan Meichtry ist der Spieler, der zum Start am meisten Energie aufs Feld bringt. Er belohnt sich mit dem Siegtor dafür.
Der Schlechteste
Rilind Nivokazi. Kriegt einmal mehr den Vorzug vor Youngster Boteli im Sion-Sturm – wie immer. Aber er kann dies heute nicht rechtfertigen.
Das gab zu reden
Beim VAR-Check in der 67. Minute protestieren die Sittener heftig! Von Trainer über Staff zu Spielern – alle sind ausser sich. Dabei geht es nicht um die Rote Karte gegen Sow per se nach dem Foul als letzter Mann gegen Labeau – sondern dass der Ball davor an der Seitenlinie im Aus gewesen sein soll. Dies sah sehr stark danach aus. Einige Spieler gingen schon davon aus, dass das Spiel unterbrochen wird. Das Auswärtsteam versteht die Welt nicht mehr. Warum werden die Bilder der Szene an der Seitenlinie beim VAR-Check nicht eingeblendet, sondern nur die Foulszene danach? Die Antwort: Weil man aufgrund der Bilder nicht klar beweisen könne, ob der Ball zu hundert Prozent draussen war, wurden diese dem Schiri am VAR-Bildschirm auch nicht zur Beurteilung vorgelegt.
Zu allem Übel fliegt in der 83. Minute auch noch Diack vom Platz, Sion spielt zu neunt fertig. Auch nach dem Schlusspfiff werden die Sittener noch richtig wütend. Sion-Sportchef Barthélémy Constantin muss Mitglieder von Team und Staff davon abhalten, Schiri Drmic verbal zu attackieren. Eine weitere Rote Karte wird nach Schlusspfiff auch noch gezückt. Aber der Sportchef hat hier eine weitere Eskalation umsichtig verhindert.
Die Fans
Fast 10’000 Fans waren es beim letzten Duell der beiden Teams am 1. November, das Thun drehte und 2:1 gewann. Nun sind es 9’083.
Die Schiris
Marijan Drmic gerät bei der Roten Karte ins Kreuzfeuer. Mit grosser Wahrscheinlichkeit war der Ball vor dem Platzverweis im Out. Am Ende erhitzt er die Sion-Gemüter erneut, weil er in der Nachspielzeit das Spiel abpfeift, bevor eine letzte Walliser Ecke durchgeführt werden kann.
So gehts weiter
Nächsten Samstag gastiert Leader Thun in Winterthur (18 Uhr). Sion empfängt tags darauf die Young Boys aus Bern (14 Uhr).
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 25 | 29 | 58 | |
2 | FC St. Gallen | 24 | 15 | 43 | |
3 | FC Lugano 1:1 | 25 | 11 | 43 | |
4 | FC Basel 1:1 | 25 | 7 | 40 | |
5 | FC Sion | 25 | 7 | 37 | |
6 | BSC Young Boys | 25 | 2 | 36 | |
7 | FC Lausanne-Sport 3:2 | 25 | -1 | 32 | |
8 | FC Luzern | 25 | 1 | 30 | |
9 | FC Zürich | 25 | -12 | 28 | |
10 | Servette FC 2:3 | 25 | -8 | 26 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 25 | -12 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 24 | -39 | 14 |






