Das Spiel
Basel trifft zu Hause nach unfassbaren 373 torlosen Meisterschaftsminuten wieder. Das sind über sechs Stunden! Doch wegen eines unfassbaren Geschenks von Goalie Marwin Hitz reicht das gegen ein solidarisches Servette nur zu einem aus Sicht des Heimteams enttäuschenden Punkt.
Dieses Basler Tor ist denn auch der fussballerische Höhepunkt dieses Spiels. Wunderbare Vorarbeit von Shaqiri und Schmid, Joker Bénie Traoré setzt dieser die Krone auf.
Zum Glück gibt es dieses echte Highlight, denn die erste Hälfte bietet Fussball zum Vergessen – wie übrigens auch die letzte halbe Stunde.
Servette muss mit dem letzten Aufgebot nach Basel reisen. Rechts hinten spielt Allix (21), Innenverteidiger in der U21. Er kommt zu seinen ersten Super-League-Minuten. Im linken Mittelfeld läuft Malek Ishuayed (18) auf, ein U21-Teamkollege von Allix, der immerhin den vierten Einsatz im Fanionteam hat. Und auf der Bank sitzen sechs (!) Teenies. Die Mehrheit hat weder eine Namensbeflockung auf dem Rücken noch ein Foto auf der Seite der Swiss Football League (SFL). Miguel Mardochée (18) existiert nicht einmal in der Datenbank der SFL.
Und auf der anderen Seite steht ein irgendwie müder FC Basel. Und dann gibt es da dieses Highlight, das aus FCB-Sicht ein Lowlight ist: diesen Komplettaussetzer von Goalie Marwin Hitz. Léo Leroy spielt ihm den Ball zu, Hitz will die Seite wechseln, passt den Ball statt seinem Teamkollegen aber millimetergenau zu Jérémy Guillemenot, der wohl ein bisschen verdattert ist ob dieses vorweihnächtlichen Geschenks, dann aber doch beschliesst, es anzunehmen. «Wir haben viel gearbeitet in der ersten Halbzeit», sagt der Torschütze auf Blue. «Und wenn du viel arbeitest, bekommst du auch ein Tor.» Betonung auf «bekommen».
Die Tore
29. Minute, Jérémy Guillemenot, 0:1. Was für ein Fehler von Hitz! Der FCB-Goalie will einen Rückpass von Leroy wieder nach vorne bringen, spielt den Ball aber voll in die Füsse von Guillemenot. Der Genfer Stürmer nimmt das verfrühte Weihnachtsgeschenk dankend an und schiebt den Ball aus wenigen Metern ins Tor.
65. Minute, Bénie Traoré, 1:1. Schmid und Shaqiri kombinieren sich gemeinsam über links in den gegnerischen Strafraum rein. Schmid flankt anschliessend ins Zentrum, wo Traoré nur noch den Fuss hinhalten muss und aus kurzer Distanz einnetzt.
Die Stimmen
Der Beste
Dominik Schmid. Stark, was der Kilometerfresser auf der linken Seite abreisst. Hat ordentlich Drive, bereitet den Ausgleich nach herrlichem Zusammenspiel mit Shaqiri vor.
Der Schlechteste
Moritz Broschinski. Klar, FCB-Goalie Marwin Hitz wäre nach seinem Mega-Bock auch ein Kandidat, sein Sturmkollege aber erwischt einen noch unglücklicheren Abend und ist an keiner gefährlichen Aktion beteiligt.
Das gab zu reden
Die Zukunft von Ludovic Magnin. FCB-Sportchef Daniel Stucki lässt am Freitag im Blick-Interview keinen Zweifel daran, dass es mit dem Trainer ins neue Jahr gehen wird. Und das trotz Torlosserie. Seit Ende Oktober hatte der FCB im Joggeli keinen Liga-Treffer mehr geschossen. Gegen Lugano gabs aufs Dach, gegen St. Gallen und Lausanne zwei Nullnummern. Und auch gegen Servette siehts lange danach aus, als wolle dem FCB offensiv nichts gelingen. Dann packen Shaqiri und Schmid einen Zauberangriff aus und beenden den Fluch.
Die Schiris
Sven Wolfensberger und sein Team haben das Spielgeschehen im Griff und bleiben praktisch unsichtbar, was für einen Unparteiischen immer ein sehr gutes Zeichen ist. Ab und an wird eine Abseitsentscheidung etwas zu spät angezeigt, ansonsten aber gibts nicht viel zu meckern. Der VAR bleibt 90 Minuten lang stumm.
Die Fans
In der ersten Halbzeit verzichtet die Muttenzerkurve minutenlang auf den Support, sie stellt die Gesänge ein. Grund ist ein medizinischer Notfall. Gegen Ende der ersten Hälfte peitschen die Fans ihre Mannschaft dann wieder nach vorne. Insgesamt sind 24’103 Menschen im Stadion. Aus Genf sind ein paar Dutzend Anhänger angereist. Zu reden gibt eine beeindruckende Choreo vor dem Spiel, bei der jede Weihnachtsbeleuchtung einpacken kann.
So gehts weiter
In der Super League steht die Winterpause an. Basel empfängt danach am 18. Januar 2026 Sion (16.30 Uhr). Für Servette geht es bereits am 14. Januar zu Hause gegen Lausanne weiter (20.30 Uhr) – mit dem Nachholspiel der 18. Runde, das aufgrund der Conference-League-Beteiligung der Waadtländer verschoben wurde. Am 18. Januar empfangen die Genfer dann den FCZ (14 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 29 | 34 | 68 | |
2 | FC St. Gallen | 29 | 23 | 54 | |
3 | FC Lugano | 29 | 10 | 49 | |
4 | FC Basel | 29 | 4 | 46 | |
5 | FC Sion | 29 | 8 | 42 | |
6 | BSC Young Boys | 29 | 3 | 42 | |
7 | FC Luzern | 29 | 3 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 29 | -2 | 36 | |
9 | Servette FC | 29 | -6 | 33 | |
10 | FC Zürich | 29 | -16 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 29 | -14 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 29 | -47 | 16 |






