Knapp 20 Minuten sind im St. Jakob-Park gespielt, da geht es im Lugano-Strafraum drunter und drüber. Erst zeigt Schiedsrichter Schnyder nach einem vermeintlichen Handspiel von Zanotti auf den Punkt, korrigiert nach Ansicht der Bilder allerdings seine Entscheidung. Nur wenig später lässt er das Spiel nach einem Handspiel von Bislimi weiterlaufen, entscheidet nach Einschaltung des VAR aber doch auf Penalty.
Doch damit noch nicht genug Wahnsinn: Lugano-Goalie Saipi pariert nicht nur den Elfmeter von Shaqiri, der bereits den dritten Penalty in diesem Kalenderjahr verschiesst. Auch den Nachschuss von Rüegg hält er mirakulös, jenen von Broschinski kratzt Zanotti von der Linie. Ärgerlich für den FCB, der sich am Ende mit 0:1 geschlagen geben muss.
Ansonsten bekommen die Fans im Joggeli von Anfang an eine ausgeglichene und sehr attraktive Partie mit viel Intensität zu sehen. Beide Mannschaften kommen zu Möglichkeiten, abgesehen vom Elfmeter bleiben die ganz grossen Chancen in der ersten Halbzeit aber aus.
Nach dem Seitenwechsel geht es im ähnlichen Stil weiter, doch die Tessiner sind nun klar spielbestimmend. Bei den Abschlüssen von Dos Santos (49. und 52.) und Mahou (51.) fehlt noch die Entschlossenheit, ehe es Behrens besser macht als seine Teamkollegen und zur mittlerweile durchaus verdienten Führung trifft.
Die Basler versuchen auf diesen Schock zu reagieren, doch das gelingt über weite Strecken nur mässig. Zwar schnüren sie die Luganesi teilweise im eigenen Strafraum ein, die grosse Chancen auf den Ausgleich bleiben allerdings aus – bis Ajeti in der Nachspielzeit den Ball aus bester Position über das Tor haut.
62. Minute, Kevin Behrens, 0:1. Das ist ein Konter aus dem Lehrbuch! Lugano hat eigentlich einen Eckball gegen sich, schaltet dann aber schnell um. Dos Santos spielt perfekt in die Mitte zu Behrens, welcher den Ball ins Tor grätscht.
Flavius Daniliuc (Basel, gegenüber Blue): «Wir haben sehr gut angefangen. In den ersten 20 Minuten müssen wir das Tor machen. Wenn uns das gelingt, ist es ein anderes Spiel. Ab dann wurde es immer ausgeglichener. Wir haben versucht, über Konter zu kommen, aber es war ein schwieriger Nachmittag. Es ist immer schwer, mental zurückzukommen. Trotzdem haben wir eine Mannschaft, die das eigentlich kann.»
Kevin Behrens (Lugano, gegenüber Blue): «Es tut sehr gut. Es war eine geile Teamleistung. Man hat gesehen, dass wir alles reingeworfen haben und wir sind überglücklich, dass wir hier gewonnen haben. Jedes Spiel in dieser Liga ist eng. Wir haben den Start in die Saison leider verschlafen, aber so langsam kommen wir. Darauf müssen wir aufbauen.»
Amir Saipi. Wurde in dieser Saison zur Nummer 2 degradiert, zeigts im Joggeli all seinen Kritikern. Hält den Penalty von Shaqiri und den Nachschuss von Rüegg. Herr der Lüfte. Stark.
Philip Otele. Nur 26 Ballkontakte, kaum Einfluss auf die Offensive. Bleibt zur Pause in der Kabine.
Das unsägliche Zeitspiel der Luganesi. Die lassen sich eine Viertelstunde vor Schluss dermassen viel Zeit bei den Auswechslungen, dass die 27’000 FCB-Fans das Joggeli zum Kochen bringen. Auch Lugano-Goalie Amir Saipi nimmt mehrere Male Zeit von der Uhr und kassiert in der Schlussphase die längst fällige Verwarnung.
In seiner Freizeit ist Urs Schnyder Frontmann der Doom-Metal-Band Preamp Disaster, im Joggeli tanzen alle nach seiner Pfeife. Schon früh zeigt Schnyder der Lugano-Bank Gelb und gibt den Tarif durch. Ansonsten lässt er viel laufen, was dem Spielfluss entgegenkommt. Starker Auftritt. Auch, dass Schnyder seine erste Penaltyentscheidung nach VAR-Konsultation revidiert. Zwar hätte es nach dieser Situation Eckball geben müssen, aber es ist der einzige Fehler des Schiri-Trios. Bei der Handspielszene kurz vor Schluss entscheidet Schnyder nach VAR-Konsultation auf Freistoss für Lugano, weils zuvor ein Foul gegeben hat. Eine vertretbare Entscheidung.
27’676 Fans sorgen für eine stimmungsvolle Kulisse. Mit am lautesten wirds, wenn Lugano-Reizfigur Amir Saipi am Ball ist. Diesem aber scheint das Pfeifkonzert nichts auszumachen. Im Gegenteil. Es scheint ihn gar zu motivieren.
Die Super League verabschiedet sich in die Länderspielpause. Nach dieser geht es für den FCB am 23. November auswärts gegen GC weiter. Lugano gastiert am 22. November bei Leader Thun.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 19 | 16 | 40 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 19 | 5 | 33 | |
4 | FC Basel | 19 | 8 | 32 | |
5 | BSC Young Boys | 19 | 0 | 29 | |
6 | FC Sion | 18 | 4 | 27 | |
7 | FC Zürich | 19 | -7 | 24 | |
8 | FC Luzern | 19 | 0 | 21 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 18 | 0 | 21 | |
10 | Servette FC | 18 | -6 | 20 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 19 | -9 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 18 | -27 | 10 |






