Darum gehts
- Mit Dennis Hediger hat der FCZ in zwölf Spielen zwölf Punkte gewonnen
- Trainer Hediger weist Forderung nach Zielrevision vehement zurück
- Löcher in der Abwehr sind offenkundig
Erinnert sich noch irgendjemand an Mitchell van der Gaag (54)? Also abgesehen von jener Person, die beim FC Zürich jeweils Ende Monat den Lohn auf das Konto des freigestellten Kurzzeittrainers überweisen muss? Ja, beim FCZ sind in dieser Saison schon so viele Dinge geschehen, dass das Gastspiel des emotionsbefreiten Holländers an der FCZ-Seitenlinie schon Jahrzehnte her scheint.
Trotzdem ein kleiner Fun Fact: Unter van der Gaag holte der FCZ in dieser Saison pro Spiel 1,44 Punkte. Mit diesem Schnitt läge er heute mit 30 Punkten einen Zähler vor den Young Boys auf Rang sechs der Tabelle. Tut er aber nicht, weil die Zürcher unter Dennis Hediger (39) bloss einen Punkt pro Spiel gewinnen.
Gute Stimmung – und der nächste Umbruch
Das hat viele Gründe. Unter anderem, dass der Verein nach einem kurzen, aber intensiven Machtkampf nun ohne Sportchef Milos Malenovic (40) dasteht. Was einerseits eine viel bessere Stimmung im Home of FCZ zur Folge haben soll, wie alle versichern, die geblieben sind. Was aber andererseits auch den nächsten Umbruch im Kader mit sich bringt.
Wie schwierig der zu bewältigen ist, haben die ersten beiden Spiele des Jahres 2026 gezeigt. In Genf retteten die Zürcher gerade noch ein 1:1. Gegen den FC Basel sind die Löcher in der Abwehr so offenkundig, dass selbst die gebeutelten Basler zu vier Toren kommen.
Alles spricht derzeit dafür, dass der FCZ diese Saison als Übergangssaison abhaken muss. In der Verfassung des Rückrundenstarts wird das jedenfalls nichts mit der Qualifikation für die Top sechs.
Wäre es da nicht ehrlicher, die eigenen Ziele zu revidieren? Die Prioritäten verschieben: Möglichst viele junge Spieler einsetzen, die dann entweder nächste Saison bereit sind. Oder vielleicht schon im Sommer Millionen einbringen können. Und das mit der Finalrunde als erstrebenswerte Möglichkeit in den Raum stellen – anstatt als klar definiertes Ziel, das vermutlich sowieso verfehlt wird?
«Das wäre komplett falsch!»
Diese Meinung gibt es im Home of FCZ durchaus. Aber als Trainer Hediger nach dem Spiel gegen Basel darauf angesprochen wird, reagiert er empört: «Das ist die komplett falsche Einstellung! Sich kleiner zu machen, als man ist. In einem grossen Klub mit Spielern, die Ambitionen haben und jeden Tag ihr Herzblut auf dem Platz lassen, wäre das total falsch.»
Kann man natürlich so sehen. Aber dann braucht es markant stabilere Auftritte als in den ersten beiden Spielen des Jahres. Und dazu den heiss ersehnten Zugang für die wackelnde Innenverteidigung. Sonst muss man sich nicht wundern, wenn nach jedem Punktverlust die Frage nach dem immer weiter entschwindenden Saisonziel aufkommt.
So oder so wird das kommende Wochenende für die Zürcher ganz heiss: Beim Krisenklub Young Boys kommt es zum Sechs-Punkte-Spiel. Gewinnen die Zürcher, sind sie plötzlich wieder ganz dick drin im Rennen um Rang sechs. Verlieren sie, kommen sie vielleicht noch einmal auf ihre Zielsetzung zurück.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 21 | 21 | 46 | |
2 | FC Lugano | 21 | 11 | 39 | |
3 | FC St. Gallen | 20 | 14 | 37 | |
4 | FC Basel | 21 | 9 | 36 | |
5 | FC Sion | 21 | 6 | 32 | |
6 | BSC Young Boys | 21 | -5 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 21 | 3 | 28 | |
8 | FC Zürich | 21 | -8 | 25 | |
9 | Servette FC | 21 | -5 | 24 | |
10 | FC Luzern | 21 | -3 | 22 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 21 | -11 | 18 | |
12 | FC Winterthur | 20 | -32 | 10 |

