Liga droht der Ausverkauf
Diese Stars sind auf dem Absprung

Das Transferfenster öffnet bald. Viele Super-League-Klubs drohen ihre Aushängeschilder zu verlieren. Eine Übersicht.
Publiziert: 11.05.2023 um 12:03 Uhr
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Aktualisiert: 11.05.2023 um 16:19 Uhr
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YB-Star Fabian Rieder könnte im Sommer seinem Klub viel Geld einbringen.

Noch vier Spieltage stehen in der Super League aus. Das Transferkarussell nimmt langsam Fahrt auf. Dieses Jahr dürfte es besonders schnell auf Hochtouren laufen. Schliesslich stehen einige Aushängeschilder unserer Liga vor dem Absprung.

Sion: Springt Mario Balotelli ab?

Die Situation ist verworren. Was in Sion nicht unüblich ist. Aber weil Christian Constantin angekündigt hat, den Profibetrieb 2024 einzustellen, ist das theoretisch ein Freifahrtschein zum Abgang. Der Vertrag von Musa Araz (29) zum Beispiel läuft Ende Saison aus. Vertragsgespräche führt CC derzeit keine. Zuerst müsse Sion gerettet sein. Und auch um Mario Balotelli (32) gibts regelmässig Abgangsgerüchte. Ist ja auch schwierig, vom Wallis aus den Weg zurück in die Italo-Nati zu finden, wie Balo das will.

YB: Bei Rieder alles eine Frage des Preises

Fabian Rieder (21) ist eine Attraktion für die Fans mit seinem forschen Spielstil und seinem sackstarken linken Fuss. Das hat das stinkfreche Freistosstor gegen Luzern wieder mal gezeigt. Und das Supertalent, für das YB die Rekordsumme von 20 Millionen Franken lösen will, ist denn auch so gut wie weg. Es gebe verschiedene Interessenten, sagt er selber. Und er könne nicht sagen, ob er noch Champions-League-Quali für YB spielen werde. Das ist denkbar. Aber nur dann, wenn er erst Anfang September wechselt. Was unwahrscheinlich ist.

Basel: Klubkasse leer, Amdouni und Diouf könnten sie füllen

Soeben hat Präsident David Degen bestätigt, dass es um den FCB finanziell düster aussieht. Bis Rot-Blau ab 2025 selbsttragend funktionieren soll, sind Transfereinnahmen überlebenswichtig. Das Duo Zeki Amdouni (22) und Andy Diouf (19) ist nach dem Durchmarsch in die Conference-League-Halbfinals heiss begehrt auf dem internationalen Transfermarkt. Wird mit den reinflatternden Angeboten die finanzielle Schmerzgrenze überschritten (je rund 10 Millionen Franken), sind die beiden in der Super League wohl bald Geschichte.

Luzern: Viel Interesse an Ardon Jashari

Er ist 20-jährig, Captain beim FC Luzern und Nati-Spieler. Kein Wunder, ist Ardon Jashari heiss begehrt. Für eine Summe zwischen 6 und 8 Millionen dürfte er im Sommer seinen Ausbildungsklub verlassen. Wohin es ihn zieht, ist noch völlig offen. Interessenten gibt es viele. Allen voran Celtic Glasgow und Porto. Jüngst haben sich auch die Serie-A-Klubs Lazio und Atalanta hinzugesellt.

Lugano: Landet Zan Celar bei YB?

Zan Celar (24) ist die Lebensversicherung des FC Lugano. Sein Marktwert liegt laut Transfermarkt bei 3 Millionen Franken. Jüngst hat er seine Berateragentur gewechselt, was meist ein Indiz für einen bevorstehenden Wechsel ist. Neu vertritt ihn die deutsche Rogon. Gehts also nach Deutschland? Nicht zwangsläufig. Denn Celar wird auch mit Meister YB in Verbindung gebracht, sollte dort ein Stürmer wechseln.

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GC: Kawabe würde Budget freimachen

Der Japaner Hayo Kawabe ist in dieser Saison der konstanteste Hopper – und mit acht Toren und zehn Assists der interne Topskorer. Und das als Mittelfeldspieler. Sportlich wäre der Abgang des 27-Jährigen ein riesiger Verlust. Doch finanziell wohl fast schon zwingend: Mit kolportierten 600'000 Franken Jahresgehalt gehört Kawabe zu den Topverdienern bei den zum Sparen gezwungenen Hoppers. Der Leihvertrag zwischen GC und Wolverhampton läuft Ende Saison ab – und somit wohl auch Kawabes Zeit in Niederhasli.

Zürich: Verkaufsdruck bei Tosin

In den letzten Jahren hat Zürich mit dem Verkauf von afrikanischen Stürmertalenten wie Dwamena, Koné und Odey viele Millionen eingenommen. Wird nun Topskorer Aiyegun Tosin der nächste? Ein Verkauf müsste wegen des 2024 auslaufenden Vertrags diesen Sommer über die Bühne gehen. Das Problem bei Tosin: In der Sommerpause wird er bereits 25 Jahre alt. Dazu kommt seine Verletzungsanfälligkeit.

St. Gallen: Macht Stergiou den nächsten Schritt?

Der Mann aus Wattwil SG ist erst 21 Jahre alt und hat trotzdem schon sagenhafte 149 Pflichtspiele für den FC St. Gallen absolviert. Die meisten davon im Abwehrzentrum. Dort, wo man für gewöhnlich Jahre braucht, um sich in der Stammelf festzubeissen und erst Mitte 20 unumstritten ist. Letzten Sommer buhlte der aktuelle Leader der griechischen Liga, AEK Athen, um Leonidas Stergiou. Nun werden die Bemühungen wohl noch einmal intensiviert. Stergious Vertrag läuft noch bis Juni 2024. «Ich wäre bereit, den Schritt in naher Zukunft zu machen. Aber Stand jetzt bin ich beim FC St. Gallen und bin sehr glücklich hier», sagte Stergiou vor einem Jahr. Gut möglich, dass der Schritt im Sommer kommen wird.

Servette: Letzte Gelegenheit, um aus Cognat Geld zu machen

Der 25-jährige Franzose Timothé Cognat ist der konstanteste Spieler im Servette-Kader. Die Genfer holten diesen eleganten Mittelfeldspieler 2019 fast umsonst von Olympique Lyon. Der U17-Europameister (2015) hat noch einen gültigen Vertrag bis 2024. Damit steht nun das letzte Transferfenster an, in dem Servette mit ihm noch einen Gewinn erzielen kann. Transfermarkt schätzt seinen Wert auf 3 Millionen Euro.

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