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Sperren im dümmsten Moment
Kosten die Ausraster Basel das internationale Geschäft?

Im Nachgang an die wilde FCZ-Partie wurden gegen Akteure des FC Basel 14 Spielsperren ausgesprochen. Jetzt fehlen Spieler, die der FCB in den nächsten Wochen gut hätte brauchen können.
Publiziert: 09.05.2023 um 15:01 Uhr
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Aktualisiert: 09.05.2023 um 15:37 Uhr
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Der FC Basel kassierte im Nachgang der Heimniederlage gegen den FCZ 14 Spielsperren.
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Lino DieterleRedaktor Online Sport

Die wilde Schlussphase zwischen Basel und Zürich löste so viele Reaktionen aus, dass fast ein wenig vergessen ging, wie sehr diese 0:2-Niederlage die Basler im Kampf um Europa schmerzen könnte.

Fast elf Millionen Franken hat der FC Basel dank seiner starken Conference-League-Kampagne eingenommen. Damit sich das wiederholt, muss der FC Basel im Liga-Endspurt mindestens Vierter werden (falls Lugano aus den Top 4 fällt und den Cupfinal gegen YB gewinnt – ansonsten reicht auch Rang 5), als Saisonziel ausgegeben ist aber eigentlich Platz 2. Ob der FCB genügend Kraft aufbringen kann, den dafür notwendigen Endspurt hinzulegen? Die Sperren gegen Taulant Xhaka (8 Spiele), für den die Liga-Saison beendet ist, Wouter Burger (2 Spiele), Kasim Adams (3 Spiele) und Trainer Heiko Vogel (1 Spiel) helfen sicher nicht.

Drei unumstrittene Stammspieler werden fehlen

Xhaka, der sich nach seinem Kopfstoss bereits entschuldigt hat, wird dem FCB acht Spiele fehlen. Dabei hat doch ausgerechnet er bewiesen, wie wichtig er für seine Mannschaft ist. In 20 Liga-Spielen mit dem Aggressivleader weist der FCB einen Punkteschnitt von 1,65 auf, ohne ihn sinds 0,75. Noch bedenklicher: Basel konnte nur eines der neun Spiele ohne Xhaka gewinnen.

Wouter Burger wurde bisher nur in vier Meisterschaftspartien nicht eingesetzt. In drei Spielen sass er schon einmal Sperren ab. Es gab jeweils eine Niederlage. Nur einmal, als Burger freiwillig geschont wurde, konnte Basel ohne ihn reüssieren. Im zentralen Mittelfeld der Basler kommt einzig Andy Diouf auf mehr Einsatzzeit.

Und ohne Adams wartet der FCB noch gänzlich auf einen Liga-Sieg. Die Leihgabe aus Hoffenheim überzeugt zwar nicht immer restlos, hat sich in der Abwehr aber dennoch bewährt. Von allen FCB-Feldspielern hat nur Andy Pelmard mehr Minuten abgespult. Wie Burger verpasste Adams bislang vier Liga-Spiele – und Basel holt aus diesen nur zwei Punkte.

Drei Direktduelle um Europa oder der internationale Weg

Die Statistik zeigt: Basel wird die Gesperrten vermissen. Hinzu kommt, dass nach einer kräftezehrenden Saison verletzte Alternativen wegfallen. Einen Ersatz für Adams? Gibt es nicht. Arnau Comas, Andy Pelmard und Fabian Frei fehlten zuletzt verletzt. In der Dreierkette gegen den FCZ verteidigten mit Lang und Lopez zwei gelernte Aussenverteidiger. Auf der Bank sass der 15-jährige Marvin Akahomen.

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Fabian Frei wäre auch ein möglicher Ersatz für Taulant Xhaka und Wouter Burger. Immerhin hat man im Mittelfeld mit Emmanuel Essiam einen fitten Ersatz im Kader, der sein Potenzial zuletzt nur andeuten konnte, es nun so richtig beweisen kann. Und mit Diouf steht der nominell beste Mittelfeldmann zur Verfügung.

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Nichtsdestotrotz wird Vogel, der beim Spiel in St. Gallen an der Seitenlinie gesperrt ist, bei seinen nächsten Liga-Aufstellungen improvisieren müssen. Favorit wird Basel in den Europa-Duellen gegen Lugano, Servette und GC daher kaum sein. Auch, weil in der Conference League der Titelgewinn winkt.

Holt sich Basel diese Trophäe, wäre das internationale Geschäft ebenfalls gesichert. In der Conference League dürfen Xhaka und Co. auch eingesetzt werden.

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