Darum gehts
- Bertone steht schon auf Matchblatt – dann muss er abdüsen
- Märchen im Märchen: Der Vizecaptain wird erstmals Vater
- Thun hat 14 Punkte Vorsprung – und eine neue Qualität
Was kann Thun in dieser Saison aus der Ruhe bringen? Ein Telefonat! Leonardo Bertone am einen Ende, seine Frau am andern. Plötzlich muss es schnell gehen.
Die 31-jährige Leaderfigur des Thuner Märchen-Ensembles befindet sich bereits in der offiziellen Aufstellung für das Spiel in Winterthur, wird dann aber kurzerhand vom Matchblatt gestrichen und verabschiedet sich blitzartig vom Team. Er steigt in den Zug Richtung Bern, offenbar noch in der Thuner Teambekleidung. Verkehr auf der Strasse kann er sich nicht leisten. Schnurstracks gehts zu seiner Lebenspartnerin. Bertone wird erstmals Vater.
Die souveräne Leaderfigur plötzlich nervös
«Man hat schon gewusst, dass die Nachricht bald kommen könnte. Aber es hat sich hinausgezögert und war bei uns nicht mehr so präsent», sagt der Thuner Mittelfeldspieler Justin Roth (25) zu Blick. Er ist es, der kurzfristig für Bertone einspringen muss und seinen Job beim 3:0-Sieg in Winterthur sehr gut erledigt.
Roth erzählt, wie Bertone auf das Telefont reagiert hat: «Er war zuerst ein bisschen nervös, weil er nicht wusste, was jetzt passiert.» Ganz kurz geht Bertone noch zur Mannschaft, wird von ihr gefeiert. Dann gehts Richtung Bahnhof. Aus dem Zug schickt er eine Nachricht an die Mannschaft, wünscht viel Glück. Dann überlässt er sie Captain Bürki. Die beiden sind die Anführer des Thuner Erfolgsteams.
Trainer Mauro Lustrinelli (49) hat bereits die Teamsitzung vor dem Spiel hinter sich. Der Anpfiff ist schon sehr nah, als er von der Bertone-Neuigkeit erfährt. Er hoffe, dass sein Vizecaptain bald die freudige Nachricht überbringen könne, dass Thun einen neuen Fan habe, sagt Lustrinelli mit einem Augenzwinkern.
Neu bei Thun: Keine Gegentore mehr
Aus der Ferne erfährt Bertone bestimmt, wie der Thuner Meister-Express souverän weiterrollt. Bis zur Halbzeit beissen sich die Berner Oberländer ohne den Mittelfeld-Chef auf dem Winterthurer Acker zwar die Zähne aus. «Wir mussten die Ruhe bewahren», sagt Roth. Voller Selbstvertrauen fügt er an: «Am Schluss war es wieder das Thun, das man kennt.»
Heisst konkret: Neunter Sieg in Serie, 14 Punkte Vorsprung an der Spitze, 180 Minuten ohne Gegentor. Wenn die Gegner Thun aktuell nicht aus der Ruhe bringen können, ist es ein Baby, das die Welt erblickt.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 26 | 32 | 61 | |
2 | FC St. Gallen | 26 | 19 | 47 | |
3 | FC Lugano | 26 | 12 | 46 | |
4 | FC Sion | 26 | 9 | 40 | |
5 | FC Basel | 26 | 5 | 40 | |
6 | BSC Young Boys | 26 | 0 | 36 | |
7 | FC Luzern | 26 | 3 | 33 | |
8 | FC Zürich | 26 | -11 | 31 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 26 | -3 | 30 | |
10 | Servette FC | 26 | -7 | 28 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 26 | -13 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 26 | -46 | 14 |

