Juve-Legende Lichtsteiner zu Athekames Milan-Wechsel
«Dieser Transfer könnte ein Nati-Problem lösen»

Zachary Athekame wechselt zur AC Milan. Das ist nun fix. Sollte sich der Genfer dort durchsetzen, könnte das die Rechtsverteidiger-Probleme in der Nati lösen, denkt Stephan Lichtsteiner, Schweizer Archetyp des Rechtsverteidigers.
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Stephan Lichtsteiner ist Trainer des Erstligisten Wettswil-Bonstetten.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

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  • Zachary Athekame wechselt für rund 10 Millionen Euro von YB zur AC Milan
  • Lichtsteiner sieht Athekames Wechsel als Lösung für Schweizer Rechtsverteidiger-Problem
  • Lichtsteiner spielte von 2007 bis 2018 als unantastbarer Rechtsverteidiger für die Nationalmannschaft
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Alain KunzReporter Fussball

Nun hats also doch noch geklappt mit dem Wechsel von Zachary Athekame (20) von YB zur AC Milan. Eine wirkliche Überraschung ist das nicht mehr, nachdem die Italiener ihr Ursprungsgebot von 7 Millionen Euro stufenweise auf 8 und dann auf rund 10 Millionen Euro erhöht haben, sodass YB-Obersportchef Christoph Spycher zufriedengestellt werden konnte. Milan korrigierte nach oben. YB nach unten. Denn die initiale YB-Forderung zu Beginn des Interesses aus Italien lag bei rund 13 Millionen. Ein Treffen in der Mitte. Fast schon ein gut schweizerischer Kompromiss im Haifischbecken Fussball-Mercato. 

Athekame statt Fernandes, Blondel, Schmidt und Co.?

Der Transfer des U21-Internationalen macht nicht nur YB glücklich, sondern unter Umständen auch Nati-Coach Murat Yakin. Für die Schweizer Rechtsverteidiger- und Juventus-Turin-Legende Stephan Lichtsteiner (41) könnte dieser Transfer nämlich das Problem auf dieser Position lösen, das entstanden ist, als der Luzerner 2020 die Fussballschuhe an den Nagel hängte. Von 2007 bis 2018 war der heutige Trainer von Erstligist Wettswil-Bonstetten unantastbar gewesen.

Seither aber gabs keine vollständig befriedigende Lösung mehr, weshalb Nati-Coach Murat Yakin in der Not an der EM letztes Jahr immer mit Dreierkette gespielt hatte. Und auch mal auf den versatil einsetzbaren Edi Fernandes auf dieser Position zurückgriff. Daneben waren nach Michael Lang, Kevin Mbabu und Silvan Widmer zuletzt Isaac Schmidt und mit Abstrichen Lucas Blondel die Kandidaten gewesen.

Defensivgrundlagen würden vernachlässigt, sagt Lichtsteiner

Lichtsteiner: «Die heutige Spielergeneration wird offensiv und ballbesitzorientiert ausgebildet, klassische Defensivgrundlagen werden vernachlässigt. U21-Profis kassieren in der 1. Liga mehr Gegentore, da ihnen Erfahrung, Abgeklärtheit und defensives Stellungsspiel fehlen – ein Risiko trotz attraktivem Fussball. Kommt hinzu, dass wir über Jahre auf der Rechtsverteidiger-Position mit Michi Lang, Silvan Widmer und Kevin Mbabu ein Luxusproblem hatten. Das war ein echt cooles Angebot auf rechts. Wenn nicht ein Typ da gewesen wäre, der das halt zehn, zwölf Jahre blockiert hat …» Aber es sei nur eine Frage der Zeit, bis das wieder komme. Bis wieder eine Generation heranwachse mit starken Rechtsverteidigern. Momentan sei das eben auf anderen Positionen so.

Verteidigen ist in Italien heilig

«Sollte sich Athekame bei der AC Milan durchsetzen, dann wird er zu einem Spieler, der über Jahre Qualität und ein Mindset auf den Platz bringen wird, das die Nati einfach braucht», denkt Lichtsteiner. «Verteidiger in einem italienischen Klub zu sein, heisst, den Feinschliff zu erhalten. Da wird richtig verteidigt. Da ist Verteidigen heilig. Da werden die Diagonalen richtig gemacht. Da wird die Körperstellung jeden Tag angeschaut. Auch die Frage: Wann gehe ich wie in den Zweikampf? Es ist ein enorm guter Schritt für einen Verteidiger.»

Und Milan sei gross. «Ein Topverein. Dort ist der Druck brutal. Wenn man nicht performt, ist man ein paar Monate später weg vom Fenster. Wenn einer in einem solchen Klub den Durchbruch schafft und auch dort bleiben kann, dann ist das äusserst spannend für das ganze Land. Nicht nur für den Spieler», so der 108-fache Internationale Lichtsteiner.

Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
38
28
75
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
38
25
70
3
FC Lugano
FC Lugano
38
17
67
4
FC Sion
FC Sion
38
23
63
5
FC Basel
FC Basel
38
-3
56
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
38
11
55
Champions League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
38
10
53
2
Servette FC
Servette FC
38
8
53
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
38
-14
42
4
FC Zürich
FC Zürich
38
-23
38
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
38
-26
33
6
FC Winterthur
FC Winterthur
38
-56
23
Relegation Play-Offs
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