So reagieren die Thun-Stars auf den Schlusspfiff
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Meisterliche Jubel-Traube:So reagieren die Thun-Stars auf den Schlusspfiff

Fussballchef zum Thun-Märchen
Ein Schlag ins Gesicht der gesamten Liga

Thun feiert – und das mehr als verdient. Doch das Fussballmärchen im Berner Oberland ist auch ein alarmierendes Zeichen für die Super League, findet Blick-Fussballchef Tobias Wedermann.
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Das Kollektiv, über das die Fussballwelt aktuell spricht: der FC Thun.
Foto: Pius Koller
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Tobias WedermannFussballchef

Es gibt sie noch, die Fussballmärchen. In einem Business, in dem die Reichen immer reicher werden und das Überleben für die Kleinen immer schwieriger wird, hat es einer dieser Kleinen allen gezeigt. Der FC Thun hat mit den Grundtugenden des Fussballs die gesamte Liga auf den Kopf gestellt: mit unermüdlichem Einsatz und beispiellosem Teamwork, getragen von Spielern, die innerhalb des Kollektivs Woche für Woche über sich hinausgewachsen sind und einen Gegner nach dem anderen mit klarem Plan in Grund und Boden gespielt haben.

Angeführt von Trainer Mauro Lustrinelli und Präsident Andres Gerber, die sich selbst in den höchsten Höhenflügen nie aus der Ruhe bringen liessen, immer mit beiden Füssen auf dem Boden blieben und im Stillen vom grossen Coup träumten. Dieser Traum ist nun in Erfüllung gegangen – und für die Verantwortlichen wäre nichts weniger als eine Statue vor der Stockhorn Arena angebracht.

Vernichtendes Zeugnis für Chefetagen der grossen Klubs

Bei aller berechtigten und verdienten Euphorie ist der Titel der Thuner aber auch ein Schlag ins Gesicht für die gesamte Liga. Im Berner Oberland hat man vom Versagen in den grossen Städten profitiert. Beim FC Basel versuchte man sich am Experiment: «Wie wird man Titelverteidiger ohne Stürmer?» Bei YB wollte man auf beeindruckende Art und Weise beweisen, wie man mit möglichst hohen Ausgaben für Kader und Trainer möglichst wenig Erfolg holt.

Während man bei den Liga-Giganten hauptsächlich mit sich selber beschäftigt ist, hat man in der einst stolzen Fussballstadt Zürich den Sport aufgegeben und fokussiert sich nur noch auf hollywoodreife Pleiten, Pech und Pannen. Und beim steten (Geheim-)Mitfavoriten Lugano hat man die Saison sowieso schon in den ersten Wochen in den Sand gesetzt.

So schön das Märchen von Thun ist, so sehr ist der Meistertitel auch ein alarmierendes Zeichen für die Liga und ein vernichtendes Zeugnis für die sportlichen Chefetagen der vermeintlich grossen Klubs. Sollte es kein märchenhafter Ausrutscher bleiben, steht die Attraktivität und somit die Zukunft der ganzen Super League auf dem Spiel.

Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
35
35
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
35
22
63
3
FC Lugano
FC Lugano
1:0
35
14
63
4
FC Sion
FC Sion
35
21
58
5
FC Basel
FC Basel
35
6
56
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
0:1
35
3
48
Champions League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
35
6
46
2
Servette FC
Servette FC
2:0
35
4
46
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
35
-9
42
4
FC Zürich
FC Zürich
35
-21
35
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
0:2
35
-28
27
6
FC Winterthur
FC Winterthur
35
-53
20
Relegation Play-Offs
Abstieg
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