Darum gehts
- Stephan Lichtsteiner rechtfertigt seine «Warmwetter»-Aussage nach 0:3 gegen St. Gallen
- Er betont, Kälte-Gewöhnung beeinträchtige Leistung bei plötzlichem Temperaturanstieg
- Am Sonntag gegen Servette sind nur 8 Grad in Basel gemeldet
Diese Aussage ist Stephan Lichtsteiner (42) so richtig um die Ohren geflogen. Dass der FCB-Trainer nach dem 0:3 gegen St. Gallen im SRF-Interview die Pleite unter anderem damit erklärte, dass es «relativ warm» gewesen sei, sorgte in der ganzen Fussball-Schweiz für jede Menge Spott.
Wenig überraschend wird Lichtsteiner an der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Servette noch einmal nach seiner Warmwetter-Aussage gefragt. «Mir ging es darum, dass ich den Fans erklären wollte, wie so etwas zustande kommen kann. Es ging mir dabei nicht um Ausreden», erklärt sich der Basler Trainer. Dabei habe er mehrere Punkte aufgezählt. «Über einen starken Gegner bis hin zu anderen Umständen», so Lichtsteiner.
Aus seiner Aussage sei im Anschluss der eine oder andere Punkte herausgepickt worden. «Man hat mich falsch verstanden oder wollte mich falsch verstehen. Vielleicht ist es nicht so schlecht, in Zukunft weniger zu sagen», findet Lichtsteiner. Gleichzeitig hält der Luzerner aber auch fest: «Ich will eigentlich nicht jemand sein, der vor die Kamera steht und nur Ja und Amen sagt. Ich erkläre gerne meine Gedanken.»
«Das Herz schlägt schneller»
Doch was wollte Lichtsteiner mit seinen Aussagen genau erklären? Schliesslich zeigte das Thermometer am Sonntag im Kybunpark nur um die zwölf Grad an. Blick hakt beim FCB-Trainer nach. «Wenn du drei, vier Monate bei tiefen Temperaturen spielst und trainierst, und dann kommt der erste etwas wärmere Tag, an dem du performen musst, dann kann das etwas mit deinem Körper machen. Du schwitzt mehr, dein Herz schlägt schneller und du bist schneller müde. Das muss man dann mental überwinden können», führt Lichtsteiner aus. Genau das sei seinem Team gegen die Espen aber nicht gelungen.
Einen Vorwurf macht der FCB-Trainer seinen Spielern aber nicht. «Ich habe eine Mannschaft wahrgenommen, die einfach nicht konnte. Der Tank war leer», sagt Lichtsteiner. «Der Gegner hatte eine Power, mit der wir in der ersten Halbzeit nicht mithalten konnten. Wir konnten Lösungsansätze nicht umsetzen, die wir besprochen hatten.»
Gegen Servette wird es wieder kühler
Dass dem FCB in der Ostschweiz schonungslos aufgezeigt worden ist, wie weit die Basler von der nationalen Spitze entfernt sind, sieht Lichtsteiner nicht so. «Wenn wir gegen St. Gallen gewonnen hätten, wären wir bis auf zwei Punkte dran gewesen», erklärt er.
Nun aber müssen die Basler am Sonntag gegen Servette aufpassen, nicht komplett den Anschluss an die ersten drei Plätze zu verpassen. Ob die Temperaturen dem FCB dieses Mal entgegenkommen? Diese Woche wurden in Basel nachmittags jeweils etwa 15 Grad gemessen. Für Sonntag sind allerdings nur acht Grad gemeldet.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 29 | 34 | 68 | |
2 | FC St. Gallen | 29 | 23 | 54 | |
3 | FC Lugano | 29 | 10 | 49 | |
4 | FC Basel | 29 | 4 | 46 | |
5 | FC Sion | 29 | 8 | 42 | |
6 | BSC Young Boys | 29 | 3 | 42 | |
7 | FC Luzern | 29 | 3 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 29 | -2 | 36 | |
9 | Servette FC | 29 | -6 | 33 | |
10 | FC Zürich | 29 | -16 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 29 | -14 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 29 | -47 | 16 |
