Darum gehts
- Rahmen freut sich über Zeitpunkt des Siegtores
- Der Winti-Trainer erklärt Taktik und verteidigt Cueni
- Lausanne-Coach Zeidler verstärkt Winti-Lebenszeichen
Im knüppelharten Abstiegskampf müssen die Winterthurer zu allen Mitteln greifen. So schreibt der Autor der FCW-Matchvorschau von «der Hoffnung, dass die technisch versierten Waadtländer, die zuhause auf Kunstrasen spielen, mit den Bodenverhältnissen ihre liebe Mühe haben werden».
Die Wünsche werden erhört, der Ball holpert über die Schützenwiese und Winterthur sendet gegen Lausanne ein dickes Lebenszeichen (2:1). Das Siegtor durch Théo Golliard (23) fällt nach einer Bogenlampe. Hohe Fussballkunst blitzt an diesem Abend nur selten auf.
Rahmen hebt Mentalität hervor
Die Vorzeichen für das Schlusslicht standen schlecht. 10 Punkte nach 20 Spielen waren Negativrekord in der Super League (zusammen mit Aarau 2010 und Lausanne 2014). Winti kam aus drei Pleiten in Folge.
Umso grösser die Erlösung: «Ich bin stolz, dass wir nach dem sehenswerten Gegentor drangeblieben sind, uns gewehrt haben, auch leiden mussten», lobt Trainer Patrick Rahmen (52) die Mentalität. «In einer Phase, in der Lausanne sehr viel Ballbesitz hatte, konnten wir das Tor machen.»
Taktik-Kniff ist erfolgreich
Rahmen stellte auf eine Dreierkette um mit Citherlet, Arnold und Durrer. «Wir wollten, dass unsere Innenverteidiger nicht immer in den Mann-gegen-Mann-Duellen sind, sondern noch einen Dritten dort haben, um kompakter zu sein gegen die beiden Stürmer», erklärt er.
Das Fazit: «Wir haben es gegen die spielerisch gute Mannschaft mit vielen Positionswechseln sehr gut gemacht. Das hat sich ausbezahlt.» Und die Dreierkette sei auch eine Option für weitere Spiele.
Cueni kriegt nach Platzverweis Rückendeckung
Von Minute eins an fällt Stéphane Cueni (24) als Sechser im Winterthurer Mittelfeld auf. Er gewinnt viele Duelle, ist präsent, bissig. Nach einem Rencontre mit Soppy in der Nachspielzeit fliegt er jedoch vom Platz. Gute Leistung zunichte?
Nicht, wenn es nach Rahmen geht. «Für mich hat er nichts getan, das rotwürdig ist», sagt der Trainer. «Sie sind aneinandergeraten, wobei er den Arm um seinen Gegner gelegt hat, da war kein Schlag, nichts.» Fakt ist: Schiri Dudic stellt beide vom Platz.
Was ist bloss mit Lausanne los?
In dieser Saison fällt auf: Lausanne kann nominelle Top-Teams wie Basel, YB, Fiorentina oder Besiktas Istanbul bezwingen, teilweise sogar deutlich. Stichwort: 5:0 gegen YB, 5:1 gegen Basel. Gleichzeitig hat das Zeidler-Team oft Mühe gegen tiefer eingestufte Teams.
Nehmen es die Lausanner Künstler zu locker? Zeidler gegenüber Blick: «Wir müssen umdenken. Winterthur ist keine schlechte Mannschaft, vor allem zu Hause. Klar, es ist unser Anspruch, hier besser auszusehen. Aber schwierig, wenn wir sofort in Rückstand geraten. Das nervt gewaltig.» Von einem Einstellungsproblem bei den Spielern will er nichts wissen. Solche Aussagen verstärken das Winterthurer Lebenszeichen nur noch.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 21 | 21 | 46 | |
2 | FC Lugano | 22 | 11 | 40 | |
3 | FC St. Gallen 0:0 | 21 | 14 | 38 | |
4 | FC Basel | 21 | 9 | 36 | |
5 | FC Sion | 22 | 6 | 33 | |
6 | BSC Young Boys | 21 | -5 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 22 | 2 | 28 | |
8 | Servette FC | 22 | -5 | 25 | |
9 | FC Zürich | 21 | -8 | 25 | |
10 | FC Luzern 0:0 | 22 | -3 | 23 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 22 | -11 | 19 | |
12 | FC Winterthur | 21 | -31 | 13 |
