Das ist der Mendy-Plan
Hier trainiert der umstrittenste Star der Super League

Die Verpflichtung von Weltmeister Benjamin Mendy beim FCZ sorgt für Kontroversen. Während sich der Franzose schon erstmals auf dem Trainingsplatz in FCZ-Montur zeigt, muss der Klub zu Kritik Stellung nehmen.
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Ein Weltmeister für den FCZ: Benjamin Mendy kickt neuerdings in der Schweiz.
Foto: freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Benjamin Mendy polarisiert mit Wechsel zum FC Zürich
  • Mendy gibt keine Interviews und bleibt zurückhaltend
  • Mendy hat bis 2026 beim FCZ unterschrieben
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Tobias WedermannFussballchef

Pünktlich zu Trainingsbeginn beginnt es in Strömen zu regnen. «Ist ja ein richtiger Aufmarsch hier», heisst es bei den neuen FCZ-Teamkollegen von Benjamin Mendy (30) an die Journalisten und Kamerateams, die am Donnerstagmorgen vor Ort sind. Kurz nach 10.30 Uhr tritt der Weltmeister auf den Trainingsplatz in Zürich-Schwamendingen, dessen Rasen sich in prekärem Zustand befindet.

Es ist nach Mittwochnachmittag die zweite Trainingseinheit, die der Franzose mit umstrittener Vergangenheit mit den Zürchern absolviert. Im FCZ-Umfeld wird der erste Eindruck als sehr freundlich und bodenständig beurteilt. Bei den Diskussionen über das Siegerteam im Aufwärmspiel ist er bereits mittendrin – gefolgt von Straf-Liegestützen. Diese finden aber weit entfernt von den Kameras statt. Gegenüber den anwesenden Journalisten gibt sich Mendy zurückhaltend.

Der neue grosse Name im FCZ-Kader sucht das Rampenlicht (noch) nicht. Im Gegensatz zum ersten Winter-Transfercoup Steven Zuber gibt er aktuell keine Interviews. Mendy spricht nicht. Auch noch nicht mit FCZ-Trainer Ricardo Moniz, dieser fehlt weiterhin. Wie schon im Spiel gegen St. Gallen vom Sonntag fällt der 60-Jährige krank aus. Dafür gab es am Mittwochabend ein mehrstündiges Nachtessen mit Sportchef Milos Malenovic. Obwohl der 40-Jährige erst vergangene Woche verkündete, dass es keinen Sinn mache, einen Konkurrenten für das vielversprechende Talent Junior Ligue zu verpflichten, hat er nun genau dies getan.

Der Plan sieht vor: Sowohl Mendy als auch Junior Ligue können Linksverteidiger wie auch Innenverteidiger spielen. Weltmeister Mendy soll auch keine kurzfristige Verstärkung sein. Sein Fitnesszustand ist noch nicht bei 100 Prozent. Gegen Sion am Samstag wird er sicher noch nicht im Kader stehen. Und zudem hat Mendy einen Vertrag bis 2026 unterzeichnet – gut möglich, dass er Ligue künftig viel mehr ersetzen wird. Der 19-Jährige wurde bereits im Wintertransferfenster heiss umworben, für Malenovic ist er ein künftiger Schweizer Nationalspieler. 

Ein Coup oder moralisch fragwürdig?

Der von Sportchef Malenovic eingetütete Mendy-Wechsel polarisiert dennoch sehr. Ein Statement-Transfer oder Coup sagen die einen, die sich über einen amtierenden Weltmeister im FCZ-Trikot freuen. Eine moralisch fragwürdige Entscheidung, sagen die anderen. Im August 2021 wurde der Fussballer von der Polizei in England in Untersuchungshaft genommen. Die Vorwürfe waren damals schwerwiegend: Mendy wurde wegen mehrfacher Vergewaltigung und einmal wegen sexueller Nötigung angeklagt. Er sass fast ein halbes Jahr lang in Untersuchungshaft, erst im Januar 2022 kam er gegen Kaution frei. In den Gerichtsverfahren wurde er in sämtlichen Anklagenpunkten freigesprochen.

Heftige Kritik gibt es trotzdem – etwa von der Frauenzentrale Zürich: «Fussballklubs haben eine gesellschaftliche Verantwortung. Mit der Verpflichtung leistet der FCZ einen Beitrag zur ‹Rape Culture›. Es sendet die Botschaft: Solange du gut spielst, ist dein Verhalten Frauen gegenüber egal.»

Hat der FCZ die Reaktionen unterschätzt?

Hat man beim FCZ die Reaktionen auf den Mendy-Transfer unterschätzt? Nein, sagt der Klub am Donnerstagnachmittag und sieht sich dennoch gezwungen, mit einer grossen Stellungnahme zu reagieren. «Den Verantwortlichen des FC Zürich war die Vorgeschichte bekannt. Der Stadtzürcher Fussballclub hat den Sachverhalt vor der Verpflichtung sorgfältig geprüft und aufgrund des damaligen Freispruchs des Gerichtes in England entschieden, den Spieler zu verpflichten. Es gab für den FC Zürich keinen Anlass, an der Richtigkeit der juristischen Aufarbeitung zu zweifeln. Der weltbekannte Spieler wurde nicht verurteilt und es gab keine weiteren Gründe, warum der FCZ von einer Verpflichtung hätte absehen müssen.»

Alle Verantwortlichen des FCZ seien sich der gesellschaftlichen Verantwortung des Fussballklubs bewusst, heisst es weiter in einer Stellungnahme. «Wir möchten an dieser Stelle klar und deutlich zum Ausdruck bringen, dass wir die Anliegen der Frauenzentrale im Grundsatz vorbehaltlos unterstützen. Auch wir vom FCZ lehnen jede Art von Gewalt, insbesondere gegen Frauen und Kinder, strikte ab. Dementsprechend haben wir in der Vergangenheit in einigen Fällen sofort reagiert und diese sanktioniert. Hingegen sind wir nach wie vor der Meinung, dass wir die Vorgeschichte des Spielers Benjamin Mendy aus Persönlichkeitsschutz richtigerweise nicht erwähnt haben.» So schnell werden die dunklen Wolken über der FCZ-Geschäftsstelle wie auch die Mendy-Debatte trotzdem nicht verziehen.

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Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
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35
35
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
35
22
63
3
FC Lugano
FC Lugano
35
14
63
4
FC Sion
FC Sion
35
21
58
5
FC Basel
FC Basel
35
6
56
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
35
3
48
Champions League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
35
6
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2
Servette FC
Servette FC
35
4
46
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
35
-9
42
4
FC Zürich
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35
-21
35
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
35
-28
27
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FC Winterthur
FC Winterthur
35
-53
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