Ajetis Fussspitze trifft mitten ins Thuner Herz
3:18
Highlights im Video:Ajetis Fussspitze trifft mitten ins Thuner Herz

Auch Lichtsteiner teilt aus
Geladene Thuner verlieren in Basel die Nerven

Die Basler Muttenzerkurve pfeift, die Thuner Bank brüllt – und Lichtsteiner, auch nicht das bravste Lämmchen, geht dabei fast unter. Nach dem Basler 3:1 gegen den Fast-Meister schiessen die beiden Trainer an der Pressekonferenz weiter.
Kommentieren
1/7
Kommt zuerst davon, und fliegt dann als ausgewechselter Spieler doch noch: Thun-Stürmer Ibayi.
Foto: Zamir Loshi/freshfocus
RMS_Portrait_AUTOR_465.JPG
Simon StrimerReporter & Redaktor Sport

Geniesst FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner (42) für einmal die Ruhe? An der Pressekonferenz nach dem Basler Sieg gegen Thun steht minutenlang nur Gäste-Trainer Mauro Lustrinelli (50) im Fokus. Einmal mehr haben es die Berner Oberländer nicht geschafft, den letzten Schritt zum Meistertitel zu gehen. Plötzlich steht der Leader bei vier Niederlagen in den letzten fünf Spielen.

Die Stimmung ist angespannt. Nicht erst nach Spielende. Schon nach Anpfiff bringen beide Teams viel Intensität rein. Die Basler Muttenzerkurve giesst zusätzlich Öl ins Feuer. Nach einigen etwas langsamen Aktionen von Niklas Steffen decken die Heim-Fans ihren ehemaligen Nachwuchsgoalie gnadenlos und wiederkehrend mit gellenden Pfiffen ein. Doch es wird nur noch hitziger.

Wilde Thuner: Platzverweise, gesperrter Trainer, Schiri-Kritik

Es geht so weit, dass mit Fehr ein Thuner vom Platz fliegt (81. Gelb-Rot), mit dem ausgewechselten Ibayi ein zweiter Thuner unter die Dusche muss (89.) und der brüllende Trainer Lustrinelli dazwischen Gelb sieht und im nächsten Spiel gesperrt ist. Captain Bürki gibt danach zu: «Es gab ein, zwei Aktionen, die mir auch nicht gefallen haben und sicher nicht das Bild abgeben, das wir wollen.»

Captain Bürki über Doppel-Rot der Thuner
2:00
«Unnötig!»:Captain Bürki über Doppel-Rot der Thuner

Lustrinelli ist nach dem Spiel angefressen: «Wir waren etwas naiv. Aber mir fehlt ab und zu dieses Fingerspitzengefühl. Wenn ein Schiri mehr hinter dem Computer als auf dem Platz ist, sieht man, was herauskommt.» Harte Kritik. Dabei kann man Schiedsrichter Fedayi San gar nicht vorwerfen, eher gegen Thun gepfiffen zu haben.

Lichtsteiner: «Er hätte schon viel früher fliegen müssen»

Als Lichtsteiner doch noch zu Wort kommt, haut er volle Kanne raus. Zum Platzverweis von Fehr sagt der FCB-Trainer: «Er hätte schon viel früher vom Platz fliegen müssen. Denn er ist zum Teil rücksichtslos auf Bénie (Traoré, die Red.) losgegangen. Ich bin froh, dass man unsere Spieler auch mal schützt. Denn in den letzten drei Matches gegen Thun hatten wir jedes Mal ein grosses Ungleichgewicht bei den Fouls gegen uns.» So viel zum Thema Ruhe geniessen bei Lichtsteiner.

«Klare Rote Karte – hier hätte der VAR eingreifen müssen!»
1:48
Meier über grobes Ibayi-Foul:«Klare Rote Karte – hier hätte der VAR eingreifen müssen!»

21 Fouls hat Thun am Ende begangen, 9 der FCB. Mit 546 Fouls führen die Berner Oberländer die Foulstatistik der Liga klar an. Wobei das gröbste Thuner Foul im Spiel in Basel gar nicht geahndet wird. Stürmer Ibayi tritt FCB-Verteidiger Vouilloz nach einem Zweikampf voll auf den Knöchel (32.). Kein Ausweichen, kein Zurückziehen. Die Absicht ist nicht zu hundert Prozent feststellbar, da man die Blickrichtung des Franzosen nicht sieht. Aber nach dem Spiel werden die Stimmen immer lauter, dass der VAR den Schiedsrichter vor den Bildschirm hätte holen müssen. Und dann hätte San höchstwahrscheinlich Rot gezückt.

Für Lichtsteiner ist die Sache schon lange klar. «Man sieht die Absicht, wie er ihm auf den Fuss steht. Es ist relativ klar. Wie auch der Penalty, der uns nicht gegeben wurde. Da gibt es nicht viel zu diskutieren.» Was er meint: In der 59. Minute reisst Bamert Koloto im Strafraum eindeutig am Trikot. Die Thuner kommen auch in dieser Szene davon. Später nicht mehr.

Lustrinellis versöhnliche Worte

Selbstkritik? Auf diese Frage nach den Platzverweisen sagt Lustrinelli: «Natürlich. Aber wir sind Menschen, wir haben Emotionen, das passiert. Es war eine entscheidende Phase im Spiel.» Dennoch muss man feststellen: Thun hat mit dem Meistertitel vor Augen in Basel in der Schlussphase die Nerven verloren.

Dann aber sind es versöhnliche Worte, die Lustrinelli wählt: «Es stand hier in Basel bis zur 85. Minute 1:1. Man vergisst manchmal, dass ein guter Gegner gegenübersteht. Man sieht es an den Spielern, die aus Basel zum Beispiel in die Bundesliga gehen. Die sind gut. Ein Spieler von Basel kann immer noch einen grösseren Marktwert haben als die ganze Mannschaft des FC Thun.»

Was man bei den durcheinandergewirbelten Kräfteverhältnissen in der Liga manchmal auch vergisst: Thun ist immer noch der Aufsteiger – und könnte schon am Sonntag Meister werden. Dann nämlich, wenn St. Gallen das Heimspiel gegen Sion (14 Uhr) nicht gewinnt. Parallel gibts in Thun wieder ein Public Viewing im Stadion. Und plötzlich könnte die Welt innert weniger als 24 Stunden wieder ganz anders aussehen.

Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
35
35
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
34
25
63
3
FC Lugano
FC Lugano
34
13
60
4
FC Basel
FC Basel
35
6
56
5
FC Sion
FC Sion
34
18
55
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
34
4
48
Champions League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
35
6
46
2
Servette FC
Servette FC
34
2
43
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
35
-9
42
4
FC Zürich
FC Zürich
35
-21
35
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
34
-26
27
6
FC Winterthur
FC Winterthur
35
-53
20
Relegation Play-Offs
Abstieg
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen