Schär spricht über WM-Aus
«Habe mich wie tot gefühlt»

Die WM-Achtelfinal-Klatsche gegen Portugal war für die ganze Schweiz schwer mitanzusehen. Jetzt spricht Fabian Schär über das Spiel und wie schlecht es ihm an diesem Tag ging.
Publiziert: 24.02.2023 um 14:40 Uhr
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Aktualisiert: 23.03.2023 um 11:29 Uhr
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Für Fabian Schär (l.) und seine Teamkollegen war der WM-Achtelfinal gegen Portugal zum Vergessen.

Die Euphorie war gross. Die Schweiz hat sich an der Weltmeisterschaft in Katar in einer schweren Gruppe für die K.o.-Phase qualifiziert. Doch der Achtelfinal gegen Portugal verlief alles andere als gewünscht. Mit einer 1:6-Packung wird unsere Nati nach Hause geschickt. Im Interview mit der «NZZ» spricht Fabian Schär über das bittere Aus und welche Rolle sein gesundheitlicher Zustand dabei gespielt hat.

«Uns müssen Sachen gelingen, die nicht selbstverständlich sind. Bei der Ohrfeige gegen Portugal war das Gegenteil der Fall: Uns ist nichts gelungen», erinnert sich der Verteidiger. Die Abreise konnte nach der schmerzhaften Niederlage nicht schnell genug kommen. «Ich wollte nur noch weg. Ich hatte keine Gedanken mehr und für einige Tage auch überhaupt keine Lust auf Fussball. Die Niederlage war schwer zu akzeptieren.»

Nach Viertelstunde am Ende

Schärs Einsatz im Achtelfinal stand lange auf der Kippe. Der 31-Jährige war gesundheitlich angeschlagen. «Ich hatte drei Tage hohes Fieber, ich habe mich wie tot gefühlt. Im Nachhinein wäre es die intelligentere Entscheidung gewesen, zu sagen: ‹es geht nicht›», gesteht er ein.

Am Spieltag fühlte sich Schär aber besser und wollte um jeden Preis spielen. «Ich dachte, es könnte funktionieren. Man muss verstehen: Es war der WM-Achtelfinal! Den will kein Spieler verpassen, jeder Fussballer hätte wohl gehandelt wie ich.»

Die Entscheidung würde er kurz nach Anpfiff der Partie wieder bereuen. «Ich konnte mich kaum bewegen. Ich fühlte mich so schlecht wie nie in meiner Karriere. Ich merkte schon nach fünfzehn Minuten, dass ich an meiner Leistungsgrenze war. Ich kämpfte mich irgendwie durch, aber in der Halbzeit ging gar nichts mehr.»

Marokko-Märchen für die Nati?

Die WM liegt mittlerweile in der Vergangenheit. Schär spielt mit seinem Verein Newcastle United eine starke Saison. In der Premier League steht man derzeit auf Platz fünf. Am Sonntag haben «Magpies» im League-Cup-Final gegen Manchester United die Chance, den ersten Titel seit 68 Jahren zu gewinnen.

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Auch mit der Schweizer Nati hat der Verteidiger noch grosses vor. In eineinhalb Jahren findet die Europameisterschaft in Deutschland statt. «Ich will mit der Nationalmannschaft an einem Turnier eine Geschichte schreiben wie Marokko an der letzten WM.» Die Nordafrikaner zogen in Katar sensationell in den Halbfinal ein. In die Runde der letzten vier schaffte es die Schweiz an einem Grossanlass bisher noch nicht. (mab)

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