«Schlussendlich die Entscheidung des Trainers»
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Jashari nicht in der Startelf:«Schlussendlich die Entscheidung des Trainers»

Der Nati-Coach und die Jashari-Überraschung
Yakin weiss plötzlich nichts mehr von seinem Masterplan

Gegen Mexiko fehlt der Name von Ardon Jashari (22) in der Schweizer Aufstellung. Dass er angekündigt hatte, den Brügge-Überflieger an der Seite von Captain Xhaka testen zu wollen – daran kann sich Murat Yakin (50) nicht mehr erinnern.
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Ardon Jashari darf gegen Mexiko erst in der zweiten Halbzeit ran.
Foto: TOTO MARTI

Eigentlich ist man ja selbst schuld, wenn man sich von Murat Yakin (50) auf dem falschen Fuss erwischen lässt. Schliesslich hat er sich schon vor seiner Zeit als Nati-Trainer den Ruf eines Taktikfuchses erarbeitet, der immer wieder für eine Überraschung gut ist. Und dennoch sorgt die Startelf, die Yakin gegen Mexiko (4:2) ins Rennen schickt, für Irritationen.

Auf dem Flug nach Salt Lake City hatte der Nati-Coach Anfang Woche angekündigt, Überflieger Ardon Jashari (22) neben Granit Xhaka in seine Mannschaft einbauen zu wollen. «Im März hätte ich ihn gern auf Xhakas Position eingesetzt. Leider hat das verletzungsbedingt nicht geklappt. Warum jetzt nicht beide zusammen ausprobieren? Ich sehe in beiden auch überhaupt nicht den gleichen Spielertyp», so Yakins Worte.

Jashari kommt als Xhaka-Ersatz

Gegen Mexiko sitzt Jashari zu Beginn aber einmal mehr nur auf der Bank. Zum 17. Mal seit seinem Debüt vor knapp drei Jahren. Nach zwei Mini-Einsätzen von je einer Minute darf der Brügge-Profi in seinem dritten Länderspiel-Einsatz zumindest die gesamte zweite Hälfte ran. Gemeinsam mit Xhaka steht Jashari allerdings nicht auf dem Platz, der Nati-Captain bleibt zur Pause in der Kabine.

«Ich bin mir nicht sicher, ob ich das mit der Kombination von Ardon und Granit so deutlich gesagt habe», rudert Yakin nach der Partie zurück. «Wir haben zentrale Mittelfeldspieler im Übermass. Diese drei, die heute angefangen haben, haben vielleicht den Vorteil, dass sie schon mehrfach zusammen gespielt und trainiert haben», so der Nati-Trainer über sein Startelf-Trio um Xhaka, Remo Freuler und Vincent Sierro.

«Muss aufpassen, dass er nicht an Glaubwürdigkeit verliert»
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Blick-Fussballchef über Yakin:«Muss aufpassen, dass er nicht an Glaubwürdigkeit verliert»

Er habe zuvor mit Jashari gesprochen und ihm erklärt, dass er einen längeren Einsatz bekommen werde. «Auf seiner Vorzugsposition vor der Abwehr als klarer Sechser, wo er am liebsten spielt», so Yakin. Jashari selbst zeigt sich nach seinem ersten längeren Länderspiel-Einsatz zufrieden. «Ich habe auf meiner Position spielen dürfen. Es war nicht einfach, aber trotzdem geil», freut er sich.

«Haben noch andere wichtige Mittelfeldspieler»

Trotzdem dürfte auch Jashari selbst etwas überrascht gewesen sein, keinen Platz in der Startelf gefunden zu haben, nachdem er fast schon eine Startelf-Garantie in Yakins Flugzeug-Interview lesen konnte. Zudem hatte der Spieler der Saison in Belgien unter der Woche erklärt, sich vorstellen zu können, in der Nati etwas offensiver eingesetzt zu werden – also so wie bei seinem Klub Brügge. Dass es nun gegen Mexiko nicht so gekommen ist, sei der Entscheid des Trainers gewesen.

Immerhin zeigt sich Yakin zufrieden mit dem Auftritt von Jashari. «Ardon war sehr aggressiv und in jedem Zweikampf dominant. Er hat gerade gegen den Ball seinen Job erledigt. Er hat das sehr gut umgesetzt», so der Nati-Trainer. Gleichzeitig sei es aus Schweizer Sicht aber schon ein anderes Spiel, wenn Jashari anstelle von Xhaka auf dem Platz stehe. Yakin: «Das braucht sicher noch etwas Zeit, weil unsere Spielweise auf Granit zugeschnitten ist.»

«Wir haben zentrale Mittelfeldspieler im Übermass»
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Jashari zu Beginn nur auf Bank:«Wir haben zentrale Mittelfeldspieler im Übermass»

Doch müsste es nicht möglich sein, eine Mannschaft aufzustellen, in der sowohl Captain Xhaka als auch der formstarke Jashari Platz finden? Also genau das, was Yakin ursprünglich geplant hatte? «Es ist kein Wunschkonzert. Wir werden von Spiel zu Spiel sehen, ob das mal der Fall sein wird», so Yakin. Das Dreieck mit Xhaka, Freuler und Sierro habe schliesslich gut funktioniert. «Das weiss auch Ardon. Er ist da sehr realistisch und weiss, dass er sich das noch erarbeiten und verdienen muss. Das wird dann schon kommen», glaubt der Nati-Trainer. «Seine Zeit wird kommen. Aber wir haben auch noch andere wichtige und sehr gute Mittelfeldspieler.»

Plötzlich packt Yakin die Viererkette aus

Die Personalie Jashari ist aber nicht die einzige Überraschung, die Yakin gegen Mexiko bereithält. Auf der Reise in die USA hat der Basler ebenfalls erwähnt, dass Lucas Blondel (28) beim letzten Zusammenzug zu schlecht weggekommen sei. Er stellte dem Boca-Verteidiger eine neue Chance in Aussicht. Mit Silvan Widmer (32) beginnt gegen Mexiko hinten rechts aber ein Spieler, der es im März nicht einmal ins Kader geschafft hatte. Blondel kommt erst in den Schlussminuten ins Spiel.

Dass Yakin im Rice-Eccles Stadium in der Abwehr auf eine Viererkette setzt, war ebenfalls von den wenigsten erwartet worden. «Es ist korrekt, dass wir mit dieser Formation, die wir an der EM erfolgreich eingespielt haben, ins Rennen gehen werden», hatte Yakin ein paar Tage zuvor über das System mit Dreierkette gesagt.

Der kurzfristige Ausfall von Denis Zakaria (28), der in der Dreierabwehr hätte auflaufen sollen, hat aber nichts mit dem Umbau zu tun. «Im Training hat sich unter der Woche angedeutet, dass es auch mit Zakaria zur Umstellung auf Viererkette hätte kommen können», sagt Yakin.

Wenn man sich allerdings auf Yakins Aussagen aus der Pressekonferenz vor dem Spiel bezieht, an der er versichert hatte, seine «Verteidigungslinie nicht neu formieren» zu wollen, ist man am Ende vielleicht doch nicht nur selbst schuld, wenn man sich wieder einmal von Yakin überraschen lässt.

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