Bei der Klub-WM: Scheich verweigert der Schiedsrichterin den Handschlag(00:55)

Fifa reagiert vehement
Scheich verweigert Schiedsrichterinnen den Gruss

Die Siegerehrung nach dem Final der Klub-WM in Katar sorgt für Wirbel. Ein Scheich verweigert den weiblichen Offiziellen den Handshake. Die Reaktion der Fifa ist im ersten Moment irritierend.
Publiziert: 13.02.2021 um 13:22 Uhr
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Aktualisiert: 23.02.2021 um 21:22 Uhr
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Bayern München hat das Sextuple perfekt gemacht.

Bayern München macht bei der Klub-WM in Katar das Sextuple perfekt und holt sechs Titel in einem Jahr. Doch neben dessen Triumph sowie der Geschichte rund um die Corona-Erkrankung von Bayern-Kicker Thomas Müller sorgt nun ein anderer Moment für Wirbel.

Es geschah bei der Siegerehrung. Die Schiedsrichter werden wie üblich für ihre Leistung im Final vor den Spielern ausgezeichnet. Neben Fifa-Boss Gianni Infantino (50), der die Medaillen übergibt, stehen Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge (65) und Scheich Joaan bin Hamad bin Khalifa Al Thani auf dem Podium. Dem Chef-Schiedsrichter Esteban Ostojich (38) hält der Scheich noch ganz corona-konform die Faust zum Gruss hin.

Faust bleibt unten

Doch als die weiblichen Offiziellen Edina Alves Batista (41) und Neuza Back (36) an der Reihe sind, lässt er seine Faust unten. Während Batista am Scheich vorbei läuft, ohne ihn anzuschauen, nickt ihm Back noch knapp zu – reagieren tut der Scheich aber nicht. Den darauf folgenden Spielern streckt er hingegen wieder die Faust hin.

Erst Tage zuvor schreibt Batista noch Geschichte als erste Schiedsrichterin, die ein Spiel der Profis an einem Turnier der Fifa leitet.

Scheich Joaans Aktion, der auch Präsident des Katarischen Olympia-Kommitees ist, hat aber wohl religiöse Hintergründe. Denn strenge Auslegungen des Islams erlauben keinen körperlichen Kontakt mit einer Person des anderen Geschlechts, ausser sie sind miteinander verwandt. Gut möglich also, dass die Schiedsrichterinnen im Vorhinein darauf aufmerksam gemacht wurden.

Fifa-Erklärung irritiert zunächst

Die offizielle Erklärung der Fifa gemäss der «Bild» irritiert: «Die beiden Schiedsrichterinnen sowie auch einige Spieler und Teamoffizielle sind vorbei- und nicht direkt auf alle entsprechenden Personen bei der Siegerehrung zugegangen.» Im Sinne von: Wenn dem Scheich nichts angeboten wird, kann er auch nichts ablehnen, also ist es die Schuld der Schiedsrichterinnen.

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Gegenüber BLICK stellt der Weltfussballverband hingegen klar: «Was Fifa-Grundsätze betrifft: Inklusion, Respekt und Toleranz sind von grundlegender Bedeutung bei allen Fifa-Turnieren, und die bevorstehenden Wettbewerbe in Katar bilden da keine Ausnahme, denn dies ist letztlich das, was die Fifa von allen Gastgeberländern erwartet.»

Im Hinblick auf die bereits kritisch beäugte Weltmeisterschaft 2022 in Katar sendet dieser Moment ein kontroverses Bild im Vergleich der Gleichberechtigungsbewegung in vielen anderen Ländern der Welt. (smi)

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