Flick abserviert
Xavis spektakuläre Kehrtwende bei Barcelona

Anfangs Jahr rechnete Trainer Xavi (44) noch gross ab mit Barcelona und verkündete den Abgang – jetzt hat sich der Spiess gedreht. Xavi begründet, warum er nun Feuer und Flamme ist für die Zukunft. Und sein Klub Barça serviert für ihn einen Deutschen ab.
Publiziert: 25.04.2024 um 17:09 Uhr
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Aktualisiert: 25.04.2024 um 18:03 Uhr
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Beschreiten in Zukunft doch dieselbe Richtung: Barça-Präsident Joan Laporta (l.) und Trainer Xavi.
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Simon StrimerReporter & Redaktor Sport

Klubegende Xavi spricht wie ein umgedrehter Handschuh. Plötzlich sieht die Barça-Welt für den Trainer wieder positiv aus. Am Donnerstag begründet er vor den Medien den Entscheid, warum er nun doch noch ein Jahr länger bis 2025 bleibt. 

«Im Januar dachte ich, dass es das Beste wäre, zu gehen», räumt er ein. «Aber jetzt sehe ich das anders. Ich bin sehr dankbar, ich denke, es ist die beste Entscheidung, zu bleiben.» Vor drei Monaten tönte es ganz anders. Xavi zerpflückte trotz Vertrag bis 2025 seinen Klub: «Ich hatte jeden Tag das Gefühl, wertlos zu sein», sagte er damals und sprach von seinem Ende im Sommer 2024. Präsident Laporta klammerte er explizit von der Kritik aus. Es ging um mangelnde Wertschätzung, vor allem auch von den Medien. Sie hätten ihn fertiggemacht.

Barça wirkte nach Ankündigung lockerer

Nach Xavis Geständnis schien es, als wäre eine Last vom einstigen Star-Mittelfeldspieler abgefallen. Er und sein Team legten in der Liga eine Siegesserie hin und schafften es in der Champions League fast ins Halbfinal.

Zwar schieden die Katalenen in der Copa del Rey aus und in der Liga beträgt der Rückstand auf Real elf Punkte. Trotzdem sind es die letzten Monate, die Xavi in seiner Entscheidung, zu bleiben, gestärkt haben. Auch die Leistungsexplosion der Youngsters ist einer der Hauptgründe, berichtet die Sportzeitung «Mundo Deportivo».

Die Zukunft sieht rosig aus

Besonders drei Eigengewächse haben im Frühling auf grosser Bühne von sich reden gemacht: der 16-jährige Flügelspieler Lamine Yamal, der 17-jährige Verteidiger Pau Cubarsi und der Mittelfeldspieler 20-jährige Fermin Lopez, die national und international geglänzt haben. Alle sind Stammspieler und zukünftige Superstars. Sofern Barça alle halten kann, trainiert Xavi im nächsten Jahr die talentierteste Mannschaft der Welt. Zu den obengenannten Spielern kommt eine beeindruckende Auswahl von Stars aus «La Masia», der eigenen Akademie, hinzu: Gavi (19), Balde (20), und Ansu Fati (21, ausgeliehen) lassen grüssen. Oder Mikayil Faye (19, jetzt noch in der 2. Mannschaft). 

«Die Mannschaft, die wir haben, die sich gerade gefestigt hat und aus sehr jungen Spielern besteht, braucht diese Stabilität des Trainers», sagt Präsident Laporta. Und er verspricht für Xavi: «Wir werden trotzdem einige Änderungen vornehmen, um uns zu verbessern.» 

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Die Änderungen sollen einen grösseren Kaderumbau beinhalten. Ausser den aufgezählten Spielern sind alle Barça-Akteure Verkaufskandidaten. Lewandowski, Gündogan, De Jong und wie sie alle heissen – keiner ist beim passenden Angebot unverkäuflich. 

Wie Barça eiskalt Flick abservierte

Die nächste Aufgabe wird gemäss spanischen Medien sein, Xavi gar noch länger zu binden, um für die nächsten Jahre nicht nur das junge Team weiterzuentwickeln, sondern auch Kontinuität aufzubauen.

Mit dem Verbleib von Xavi hat Barça also das bekommen, was es wollte. Laporta: «Wir haben zu keiner Zeit mit anderen Trainern gesprochen und immer darauf gehofft, dass Xavi seine Meinung ändern wird.»

Der grosse Verlierer ist Hansi Flick. Im Fall eines Abgangs von Xavi galt der Ex-Bayern- und Deutschland-Trainer als Favorit für den vakanten Posten. Flick lernte nach der Ankündigung von Xavi im Februar intensiv Spanisch. Nur um nun zu erfahren, dass er doch nicht gebraucht wird.

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