Nach Derby-Pleite gehen Fans auf die Barrikaden
Traditionsklub Celtic taumelt durch Saison des Grauens

In Schottland heisst der heisseste Anwärter auf den Titel Hearts of Midlothian. Das ist vor allem für Serienmeister Celtic ein Graus. Doch der Liga-Gigant aus Glasgow taumelt – und versinkt durch interne Probleme immer mehr im Chaos.
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Celtic ist in der Krise und kommt in der Liga nur noch schleppend voran.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Statt Serienmeister Celtic sind in Schottland die Hearts aus Edinburgh auf Titelkurs
  • Der Klub aus Glasgow scheint zerrüttet, die Fans laufen Sturm
  • Fragwürdige Trainerentscheidungen sorgen für sportliche Misere
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Andrea CattaniTagesleiter Sport

Als Titelverteidiger nach 20 Spieltagen auf Platz 2, sechs Punkte hinter dem Leader. Was für viele andere Klubs nach normalem Meisterschaftsrennen klingt, lässt beim schottischen Traditionsklub Celtic aktuell alle Alarmglocken läuten.

Der erfolgsverwöhnte Serienmeister – zuletzt wurde man viermal in Serie Champion – erlebt trotz ansehnlichem Tabellenrang eine Saison des Grauens. Der jüngste Tiefpunkt: die Derby-Niederlage gegen den verhassten Stadtrivalen Rangers. 1:3 verlieren die «Bhoys» am Samstag zu Hause das sogenannte «Old Firm».

Nicht nur deshalb gehen Fans nach dem Spiel sprichwörtlich auf die Barrikaden. Mehrere Hundert Anhänger belagern noch am Samstagabend das Stadion und fordern Konsequenzen. Der Trainer soll weg – und mit ihm gleich die ganze Klubführung.

Vom Erfolgs-Coach zum erfolglosen Nobody

Ein erstes Mal kocht die Stimmung Ende Oktober über. Erfolgs-Coach Brendan Rodgers (52, insgesamt elf Titel mit Celtic) schmeisst den Bettel entnervt hin, nachdem er immer wieder öffentlich aus Reihen des Klubs kritisiert worden war. 

Nach Rodgers übernimmt Martin O'Neill (73), auch er ein verdienter Mann bei Celtic: Zwischen 2000 und 2005 hatte er mit dem Klub sieben Titel abgeräumt. Und O'Neill scheint auch diesmal die richtigen Knöpfe bei Celtic bedienen zu können. Von den acht Spielen als Interimstrainer gewinnt er sieben. Plötzlich ist der Klub wieder zurück im Titelrennen, zwischenzeitlich punktgleich mit Überraschungs-Leader Hearts aus Edinburgh.

Doch dann zieht der nächste Sturm auf. Denn statt mit O'Neill weiter auf der Erfolgswelle zu reiten, wollen die Klubbosse eine andere, vor allem eine unkonventionelle Lösung. Nach der Übergangs-Phase mit O'Neill wird der Franzose Wilfried Nancy (48) als neuer Trainer vorgestellt. Der hat zwar in der US-amerikanischen MLS und in Kanada schon Trophäen gewonnen, doch das Celtic-Fanherz schlägt deswegen noch lange nicht höher.

Im Gegenteil: Seit Nancy am Steuer ist, taumelt Celtic so richtig. Seit Anfang Dezember konnte man mit dem neuen Trainer erst zwei Spiele gewinnen. Und was noch schlimmer ist: Während die Hearts an der Tabellenspitze wieder enteilt sind, konnten nun auch die eigentlich längst abgehängten Rangers wieder aufschliessen.

Stadionverbot für die grösste Fan-Gruppierung

Als wäre die sportliche Misere nicht genug, ist mittlerweile auch das Verhältnis zu den Fans zerrüttet. Bereits seit Oktober hat die grösste Fan-Gruppierung, die «Green Brigade» Stadionverbot – unter anderem wegen «Sicherheitsvorfällen» und Drohungen gegen Klubmitarbeiter. Anhaltende Kritik der Anhänger an der Klubführung dürfte aber ihren Teil zur Eskalation beitragen. Und auch der Support der übrigen Fans bröckelt. Im Derby gegen die Rangers verliess die Mehrheit auf den Tribünen das Stadion weit vor Schlusspfiff.

Der nächste Knall beim stolzen Traditionsklub aus Glasgow scheint vorprogrammiert. Spätestens beim nächsten Direktduell mit den Hearts Ende Januar wird die nächste Alarmstufe erreicht sein. Eine Pleite wäre wohl gleichbedeutend mit dem Verspielen der Meisterschaft. Es wäre ein Debakel für den Klub. Und für die Celtic-Fans sowieso.


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