Sogar Mitspieler beklagen sich
Mbappé-Zoff nimmt groteske Züge an

Kylian Mbappé hätte bei PSG eine Klublegende werden sollen. Nun entwickelt sich die Zusammenarbeit zum Rosenkrieg.
Publiziert: 10.07.2023 um 12:48 Uhr
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Aktualisiert: 10.07.2023 um 16:44 Uhr
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Der Streit zwischen Kylian Mbappé und PSG nimmt immer groteskere Züge an.

Der Streit zwischen Paris Saint-Germain und seinem Starspieler Kylian Mbappé (24) wird immer grotesker. Neustes Kapitel: ein Interview, das sogar seinen Teamkollegen sauer aufstösst.

Mbappé, ein unbestritten begnadeter Fussballer, wurde zum dritten Mal als Frankreichs «Fussballer des Jahres» ausgezeichnet. Rund um die Ehrung gab er «France Football» ein Interview, das die streitbare Seite des Ausnahmekönners zeigt.

Mbappé wurde «geboren, um zu gewinnen»

Der Angreifer erklärt darin, was ihn in seiner Karriere antreibt: Titel und Trophäen für sich selbst zu gewinnen. «Die Leute mögen es nicht, wenn man das sagt, aber eine Karriere ist egoistisch, es ist deine Karriere, es ist das, was du hinterlässt.»

Arrogant sei er deshalb nicht. Er hasse es einfach, zu verlieren. Und: «Ich bin fest davon überzeugt, dass ich geboren wurde, um zu gewinnen, und das möchte ich allen zeigen.» Egal in welchem Trikot oder in welchem Jahr er spielen werde, «ich werde nie genug davon haben, zu gewinnen».

Sechs Mitspieler sollen sich derart aufgeregt haben, dass sie sich in Nachrichten bei PSG-Boss Al Khelaifi darüber beschwert haben. Laut RMC Sport lautete eine: «Das ist eine Beleidigung für den Verein.» Mbappé erklärte, dass es für seinen Ruf «nicht hilfreich» sei, für einen Klub wie PSG zu spielen, der Meinungen dermassen spalte.

Ex-Sportchef: Zeit für Wechsel gekommen

Seine Leistungen würden aber unabhängig davon zu wenig geschätzt. Was Mbappé den Menschen aber nicht vorwirft. Er schiesse seit Jahren viele Tore, irgendwann werde das zur Normalität. «Ich habe selbst banalisiert, was Messi und Cristiano Ronaldo getan haben.»

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Zaubern könne aber auch er nicht. Das sagt Mbappé, als er sich Gedanken darüber macht, wieso PSG auch in der letzten Saison weit von einem Triumph in der Champions League entfernt war. Er und die Mannschaft hätten getan, was sie konnten. Wer sich fragt, was PSG zum Gewinn der Königsklasse fehlt, müsse «mit den Leuten sprechen, die das Team zusammenstellen, die Mannschaft organisieren und diesen Verein aufbauen».

Apropos Aufbau: Ex-PSG-Sportchef Leonardo (53), der drei Jahre lang mit Mbappé gearbeitet hat, rät seinem ehemaligen Arbeitgeber zu einem Neuaufbau ohne den Superstar. «Er ist ein grossartiger Spieler und Torjäger, aber er ist kein Anführer. Es ist schwierig, eine Mannschaft um ihn herum aufzubauen.» Deshalb ist es für Leonardo an der Zeit, dass Mbappé Paris «zum Wohle von PSG» verlässt. (dti)

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