Franzosen schiessen nach Nizza-Entlassung gegen Favre
«Er hat keinen Zugang zu den jungen Spielern»

Der Schweizer Trainer Lucien Favre ist bei Nizza entlassen worden. Das Image des 65-Jährigen hat während seines zweiten Engagements beim Klub stark gelitten.
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Das zweite Nizza-Engagement von Lucien Favre endet nach einem halben Jahr mit der Entlassung.
Foto: imago/Revierfoto
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Andrea CattaniTagesleiter Sport

Für Lucien Favre hat die zweite Amtszeit als Trainer bei OGC Nizza frühzeitig geendet. Am Montag gaben die Klub-Bosse bekannt, dass der Klub nicht mehr länger auf die Dienste des 65-jährigen Waadtländers zählen will.

Zum endgültigen Verhängnis wurde Favre die 0:1-Pokal-Schmach gegen den Drittligisten Le Puy am vergangenen Samstag. Doch die Kritik am Schweizer Trainer geht über das unrühmliche Cup-Out hinaus. Die französischen Medien gehen mit Favre hart ins Gericht.

Favre merkte man die Krise deutlich an

Bei Nizza habe Lucien Favre zwar schwierige Umstände und einen unvollendeten Kader vorgefunden, schreibt beispielsweise das französische Fachblatt «L'Équipe». Doch Favre sei es nie gelungen, die jungen Spieler bei Nizza richtig zu erreichen. «Er hat es nie geschafft, seine taktischen Kenntnisse an die jungen Spieler weiterzugeben. Er hatte nie den Zugang zu ihnen», so das harte Verdikt von «L'Équipe».

Man habe dem Trainer auch angemerkt, dass er sich bewusst gewesen sei, dass die Klub-Führung längst nicht mehr mit voller Überzeugung hinter ihm gestanden habe. «Zuletzt hielt Favre nur noch minimalistische Pressekonferenzen ab. Nach dem Cup-Aus war er auch offensichtlich niedergeschlagen und schien keinerlei Lösungen mehr bereitzuhaben», so «L'Équipe» weiter.

Die Trainerstationen von Lucien Favre

2022/23: OGC Nizza

2018 - 2020: Borussia Dortmund / Sieger deutscher Superpokal

2016 - 2018: OGC Nizza

2011 - 2015: Borussia Mönchengladbach

2007 - 2009: Hertha Berlin

2003 - 2007: FC Zürich / 2x Meister, Cupsieger

2000 - 2002: Servette FC / Cupsieger

1996 - 2000: Yverdon Sport

1992 - 1995: FC Echallens

2022/23: OGC Nizza

2018 - 2020: Borussia Dortmund / Sieger deutscher Superpokal

2016 - 2018: OGC Nizza

2011 - 2015: Borussia Mönchengladbach

2007 - 2009: Hertha Berlin

2003 - 2007: FC Zürich / 2x Meister, Cupsieger

2000 - 2002: Servette FC / Cupsieger

1996 - 2000: Yverdon Sport

1992 - 1995: FC Echallens

Nizza sägte den Trainer schon während der WM ab

Der Journalist Maxime Tilliette vom Sender «RMC Sport» bezeichnet Favres Rückkehr nach Nizza ebenfalls als Enttäuschung. «Favre konnte die Erwartungen nie erfüllen, welche die Fans in ihn vor der Saison hatten.» Der Schweizer muss die Südfranzosen mit einem Schnitt von 1,27 Punkten pro Spiel nach etwas mehr als fünf Monaten wieder verlassen. Zum Vergleich: Bei seinem ersten Nizza-Engagement (2016-2018) holte Favre noch durchschnittlich 1,54 Punkte pro Match.

Übereinstimmend berichten mehrere französische Medien, dass die Blamage im Coupe de France am Samstag nur noch der letzte Tropfen gewesen sei, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Die Entscheidung, nicht mehr mit Favre weiterarbeiten zu wollen, fiel bei Nizza aber offenbar schon während der Fussball-WM im Dezember.

Ligue 1: Nizza-Trainer Lucien Favre bricht TV-Interview ab

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Ligue 1 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Paris Saint-Germain
Paris Saint-Germain
31
43
70
2
RC Lens
RC Lens
32
29
67
3
Olympique Lyon
Olympique Lyon
32
18
60
4
OSC Lille
OSC Lille
32
16
58
5
FC Stade Rennes
FC Stade Rennes
32
10
56
6
AS Monaco
AS Monaco
32
8
54
7
Olympique Marseille
Olympique Marseille
32
15
53
8
RC Strasbourg Alsace
RC Strasbourg Alsace
31
9
46
9
FC Lorient
FC Lorient
32
-5
42
10
Toulouse FC
Toulouse FC
32
0
41
11
Paris FC
Paris FC
32
-3
41
12
Stade Brestois 29
Stade Brestois 29
31
-10
38
13
Angers SCO
Angers SCO
32
-19
34
14
Le Havre AC
Le Havre AC
32
-13
32
15
OGC Nizza
OGC Nizza
32
-22
31
16
AJ Auxerre
AJ Auxerre
32
-13
28
17
FC Nantes
FC Nantes
33
-23
23
18
FC Metz
FC Metz
32
-40
16
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