Debatte auch in Deutschland
Ex-Fifa-Präsident Blatter rät Fans von WM-Reise ab

Reist nicht an die WM in die USA – diese Aussage unterstützt Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter. Man müsse diese Weltmeisterschaft hinterfragen, so der Walliser.
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Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter rät den Fussball-Fans von einer Reise ins WM-Co-Gastgeberland USA ab.
Foto: AP

Darum gehts

  • Sepp Blatter unterstützt Kritik an WM 2026 in den USA
  • Mark Pieth warnt vor Sicherheitsproblemen, Fans sollen USA meiden
  • Oke Göttlich: Bedrohung grösser als bei Olympia-Boykotts der 1980er
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Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

«Ich denke, Mark Pieth hat recht, diese Weltmeisterschaft zu hinterfragen», schreibt Sepp Blatter (89) am Montag auf X. Der ehemalige Fifa-Präsident nimmt damit Bezug auf ein Interview des «Tages-Anzeigers» mit Mark Pieth (72) in der vergangenen Woche.

Darin weist der Schweizer Jurist, der in Blatters Amtszeit auch im Auftrag des Weltfussballverbands tätig war, die Fussball-Fans auf die Sicherheitsprobleme im WM-Gastgeberland hin: «Was wir innenpolitisch erleben, die Marginalisierung politischer Gegner, die Übergriffe der Einwanderungsbehörden und so weiter, macht einen als Fan nicht an, dahin zu reisen. Die USA sind in Bezug auf die Sicherheit in einer ähnlichen Situation wie Mexiko.»

Die Gemengelage lässt aus Piehts Sicht nur einen Schluss zu: «Wenn wir jetzt alles zusammennehmen, worüber wir geredet haben, gibt es für die Fans nur einen Rat: Bleibt weg von den USA!» Es ist diese Aussage, welche Blatter auf X nun unterstützt.

DFB-Vizepräsident unterstützt Forderung

Mit seinem Statement auf Social Media schaltet der Walliser sich in eine Debatte ein, welche auch in Deutschland vor Kurzem Fahrt aufgenommen hat. Einer der Auslöser: Oke Göttlich (50), Präsident des Bundesliga-Klubs St. Pauli und Vizepräsident des Deutschen Fussball-Bundes DFB.

«Was waren denn die Begründungen für die Olympia-Boykotts in den 1980er-Jahren? Meiner Einschätzung nach ist das Bedrohungspotenzial aktuell grösser als damals. Wir müssen diese Diskussion führen», sagt der hohe Fussball-Funktionär letzte Woche der «Hamburger Morgenpost». Gegenüber der «Sportschau» legt er nach: «Ich persönlich würde raten, nicht zu fahren aufgrund der jetzigen Situation, wie sie sich jetzt in dem Land darstellt» – sehr ähnliche Worte also wie diejenigen von Pieth und Blatter.

«Debatte völlig verfehlt»

In Deutschland lösen sie eine grosse Resonanz aus – und viel Gegenwehr: Gemäss Göttlich ist sein Vorstoss innerhalb des DFB «kritisch» aufgenommen worden. Tatsächlich stellen sich sowohl DFB-Präsident Bernd Neuendorf («Debatte zum jetzigen Zeitpunkt völlig verfehlt») als auch Hans-Joachim Watzke, Präsident der Deutschen Fussball-Liga DFL («völlig fehl am Platze»), deutlich gegen die Aussagen Göttlichs.

Trotz des Abwiegelns des Fussball-Bundes: Die Debatte um den richtigen Umgang mit der WM-Endrunde, die grösstenteils in den USA stattfinden wird, hat begonnen – und dürfte aufgrund der anhaltenden innenpolitischen Spannungen im Gastgeberland auch nicht so schnell wieder verschwinden. Erst vor wenigen Tagen ist ein Mann bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis erschossen worden, was die Proteste gegen die Trump-Regierung noch einmal deutlich angeheizt hat.

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