Darum gehts
- Brahim Diaz verschiesst entscheidenden Penalty im Afrika-Cup-Final gegen Senegal
- Senegalesen boykottierten kurzzeitig Finale nach Penalty-Entscheidung, Diaz emotional ausgewechselt
- Gerücht über absichtlich verschossenen Elfmeter macht die Runde
Stell dir Folgendes vor: Du stehst bereit, einen Penalty zu schiessen. In den letzten Minuten der Nachspielzeit in einem Final. Im eigenen Land, das seit 50 Jahren auf den Titel wartet. Und du verschiesst mit einem kläglichen Panenka-Versuch.
Passiert ist das Marokkos Brahim Diaz (26) in der 24. Minute der Nachspielzeit des Endspiels im Afrika-Cup. Zuvor kam es zur absolut kuriosen Szenerie, als die Senegalesen nach dem Penaltypfiff in die Katakomben verschwanden und die Fortsetzung des Finals boykottierten. Als es dann doch weitergeht, läuft der Real-Madrid-Profi an – und vergibt.
Danach endet die reguläre Spielzeit. In der Verlängerung wird Diaz ausgewechselt, auf der Bank kommen ihm dann die Tränen. Genauso, als er die Auszeichnung für den besten Torschützen des Turniers abholt. Seine Teamkollegen und die gegnerischen Spieler applaudieren, von den Tribünen kommen Pfiffe.
«Die nächsten Monate werden hart für ihn»
Die Szene geht um die Welt. In diversen Zeitungen ist der «schreckliche Panenka», wie es «Marca» beschreibt, das grosse Thema. «Er wird viele Albträume haben in den nächsten Tagen», sagt der frühere marokkanische Nationalspieler Hassan Kachloul (52) bei Channel 4.
Diaz habe alle seine «glorreichen Momente», die er im Turnier gesammelt habe, zunichtegemacht, fügt Daniel Amokachi (53, Nigeria, Ex-Everton) an. Und Chelsea-Ikone John Obi Mikel (38) meint: «Die nächsten Wochen und Monate werden hart für ihn.» Efan Ekoku, ein weiterer Ex-Nationalspieler Nigerias, sagt: «Darüber wird er nie hinwegkommen.»
Hat Diaz bewusst verschossen?
Es flammt sogar das wilde Gerücht auf, der 26-jährige Ex-ManCity- und Milan-Spieler soll den Penalty als eine Geste des Fairplays extra verschossen haben, weil der Penaltypfiff umstritten war. Schwachsinn, sagt der senegalesische Keeper Édouard Mendy (33), der den Elfmeter ohne Probleme gehalten hat, nach der Partie beim TV-Sender beIN Sports: «Habt ihr ernsthaft das Gefühl, dass man sich bei einem Land, das 50 Jahre auf einen Titel wartet, auf so etwas einlassen könnte?»
Natürlich habe Diaz das Tor schiessen wollen, er habe den Schuss gehalten, so einfach sei das, sagt Mendy: «Ich habe versucht, so lange wie möglich stehen zu bleiben. Das Glück war auf unserer Seite.» Der marokkanische Nationaltrainer Walid Regragui (50) vermutet, dass sein Schützling zu viel Zeit vor dem Penalty gehabt habe, was ihn «verunsichert» haben könnte.



