«Kotzt uns an»
HSV leckt Wunden nach Pleite gegen St. Pauli

Der HSV erleidet im Stadtderby gegen St. Pauli eine bittere 0:2-Niederlage. Trainer Merlin Polzin sieht trotz Enttäuschung positive Ansätze, betont aber den immensen Unterschied zur zweiten Liga.
Publiziert: 06:28 Uhr
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Aktualisiert: 10:38 Uhr
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Die Unterstützung von den Rängen reichte dem HSV nicht gegen St. Pauli.
Foto: IMAGO/nordphoto GmbH/ Witke
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AFPAgence France Presse

Trotz des bitteren Derby-Dämpfers lächelte Yussuf Poulsen gewohnt freundlich – die Worte, die der neue Kapitän des Hamburger SV dann fand, waren jedoch deutlich: «Es gab viele gute Dinge, aber dafür können wir uns nichts kaufen, es ist einfach scheisse», sagte Poulsen nach dem bitteren 0:2 im Stadtduell mit dem FC St. Pauli: «Wir kommen gut nach vorne. Bis zum entscheidenden Pass. Daran müssen wir arbeiten.»

Sein Trainer Merlin Polzin versuchte sich im Anschluss an das emotionale Derby im elektrisierten Volksparkstadion ebenfalls an einer Analyse. Auch er habe «Ansätze gesehen, wie wir Fussball in der ersten Liga spielen können», erklärte der 34-Jährige: «Aber wir haben gegen eine richtig gute Mannschaft gespielt. Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass wir mit dem 0:2 leben müssen. Das kotzt uns an.»

Grosser Unterschied zur zweiten Liga

Der HSV, der gegen den abgezockt auftretenden Stadtrivalen beim ersten Bundesligaheimspiel seit dem Abstieg vor mehr als sieben Jahren deutlich Lehrgeld zahlte, befinde sich weiterhin «in einem Prozess», ergänzte Polzin: «Der Unterschied zur zweiten Liga ist natürlich immens.»

Der Trainer hatte für den Gegner, der sich am Freitagabend wie ein gestandener Bundesligist präsentiert hatte, ein Lob übrig: «Wir können trotz der Emotionalität auch anerkennen, was an guter Arbeit geleistet wird. Die Art und Weise ist etwas, bei dem sich viele Mannschaften etwas abschauen können», gestand Polzin: «Wir waren sieben Jahre nicht in der ersten Liga und wollen uns nicht über eine Romantik definieren, sondern über Inhalte, die uns helfen, erfolgreich zu sein.»

St. Pauli feiert

Komplett anders freilich die Stimmung bei St. Pauli. «Wie die Fans das heute alles zelebriert haben, bei einem Derby mit allen Emotionen, aller Hektik, aller Schärfe, das war toll. Das macht einen stolz», sagte Trainer Alexander Blessin und gab den Partybefehl an die glückseligen Anhänger: «Die sollen das gebührend feiern und das geniessen.»

Sein erstes Derby als Coach im ausverkauften Volksparkstadion sei schon «etwas sehr Besonderes» gewesen, sagte Blessin, richtete den Blick aber auch schon nach vorn: «Das werden wir geniessen, aber wir wollen schon mehr.» Einige Chancen zu viel, so der Coach, habe sein Team in der Endphase der Partie schon liegen lassen.

Hauke Wahl, gebürtiger Hamburger, schwebte nach seinem ersten Derbysieg ebenfalls im siebten Himmel – wenn auch nur für einen kurzen Moment. «Es bedeutet mir unheimlich viel», sagte der Innenverteidiger des «Über-Nacht-Tabellenführers». «Natürlich sind wir froh, dass es schon so gut funktioniert, aber trotzdem sind es noch 32 Spieltage.» Der angepeilte Klassenerhalt werde trotz des Motivationsschubs vom Freitagabend «sicher kein Selbstläufer», so der 31-Jährige.

Bundesliga 25/26
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