Ist das wirklich eine Krise?
Vierte Pleite in Folge für Fischers Union

Es läuft nicht bei den Eisernen. Noch aber ist keine Untergangsstimmung angesagt. Im nächsten Spiel aber ist ein Sieg Pflicht.
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Union-Coach Urs Fischer hat im Moment mit einer Pleiten-Serie zu kämpfen.
Foto: imago/Nordphoto
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Sebastian WendelReporter Fussball

Seit Urs Fischer vor fünf Jahren bei Union Berlin übernommen hat, gings mit den «Eisernen» nur bergauf. Letzten Frühling schnupperte man kurzzeitig sogar am Meistertitel, am Ende wurde es Rang 4 und die Direktquali für die Champions League. Ein Mega-Erfolg für den Kultklub, der vor Fischers Ankunft nur knapp den Absturz in die 3. Bundesliga verhinderte.

Doch wie Fischer es schon nach zwei Meistertiteln und einem Double in Basel erfahren hat: Der Erfolg steigert die Ansprüche. Heisst: Nach dem 0:2-Heimpleite gegen Hoffenheim ist Union in den Augen der deutschen Medien in der Krise angekommen.

Neue Namen, neue Ansprüche

Es war die vierte Pflichtspiel-Niederlage in Serie. Das gabs in Fischers Ära erst einmal – im Herbst 2019 in der ersten Saison nach dem Aufstieg. Damals aber, Union war eine No-Name-Truppe und Aufsteiger, nahm niemand das Wort Krise in den Mund. 

Heute ist das anders. Heute hat Union Spitzenteam-Status, verpflichtet Spieler von Chelsea (David Fofana), Inter Mailand (Robin Gosens) und zuletzt mit Italien-Legende Leonardo Bonucci einen der weltweit besten Verteidiger der letzten Jahre. Das steigert die Ansprüche. Da kann Fischer noch so lange gebetsmühlenartig sagen: «Unser erstes Ziel sind die 40 Punkte.» Die magische Marke für den Klassenerhalt.

Eine Krise herbeizureden, wäre trotzdem verfehlt. Weil Union die ersten zwei Saisonspiele souverän gewonnen hat. Weil in der Bundesliga erst fünf Spieltage absolviert. Weil bei den Niederlagen in der Liga die Gegner Wolfsburg, RB Leipzig und Hoffenheim hiessen. Alles Teams, die sich in bemerkenswerter Frühform präsentieren. Und dazwischen gabs beim Champions-League-Debüt ein 0:1 im Bernabeu, gegen Real Madrid, das Gegentor fiel erst tief in der Nachspielzeit. Danach verneigten sich die spanischen Medien vor Fischers Union. Und Real-Coach Carlo Ancelotti lobte: «Berlin hat sehr gut verteidigt.»

Jetzt wartet der Aufsteiger

Krise? Eher fehlendes Wettkampfglück und bärenstarke Gegner. Aber genau solche Situationen hat Union in den letzten Jahren für sich entschieden, ist darum bis in die Champions League gestürmt. Das Selbstvertrauen dürfte sicher angeknackst sein. Und klar ist: Im nächsten Spiel gegen Aufsteiger Heidenheim muss ein Erfolgserlebnis her – bei einer weiteren Pleite wäre das Wort Krise nicht mehr nur herbeigeredet. 

Wärmer anziehen als Urs Fischer muss sich der zweite Schweizer Bundesliga-Trainer: Auch im fünften Anlauf wartet Gerardo Seoane auf den ersten Ligasieg mit Borussia Mönchengladbach. Trotz des Startelf-Comebacks von Nati-Verteidiger Nico Elvedi nach dessen geplatztem Wechsel gabs ein 0:1 gegen Leipzig. Historisch: Noch nie zuvor hat Gladbach die ersten drei Heimspiele einer Saison verloren.

Bundesliga 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bayern München
Bayern München
22
63
57
2
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
22
27
51
3
TSG Hoffenheim
TSG Hoffenheim
22
19
45
4
VfB Stuttgart
VfB Stuttgart
22
12
42
5
RB Leipzig
RB Leipzig
22
12
40
6
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
21
16
39
7
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
22
-2
31
8
SC Freiburg
SC Freiburg
22
-4
30
9
Hamburger SV
Hamburger SV
21
-7
25
10
Union Berlin
Union Berlin
22
-9
25
11
FC Augsburg
FC Augsburg
22
-14
25
12
1. FC Köln
1. FC Köln
22
-6
23
13
Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach
22
-12
22
14
FSV Mainz
FSV Mainz
22
-12
21
15
VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg
22
-15
20
16
Werder Bremen
Werder Bremen
22
-20
19
17
FC St. Pauli
FC St. Pauli
22
-19
17
18
1. FC Heidenheim 1846
1. FC Heidenheim 1846
22
-29
13
Champions League
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