«Die Degradierung hat mich schockiert»
Bürki tritt gegen Ex-Klub Dortmund nach

In einem Interview mit der «Sport Bild» spricht Roman Bürki über seinen unschönen Abschied beim BVB, sein neues Leben in den USA und was ihm in der MLS besser gefällt als in Europa.
Publiziert: 07.09.2023 um 12:07 Uhr
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Aktualisiert: 07.09.2023 um 20:51 Uhr
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Roman Bürki spielte von 2015 bis 2022 beim BVB. Jetzt tritt er gegen die Dortmunder nach.

Roman Bürki (32) ist in der MLS so richtig angekommen. Der Schweizer Goalie führt St. Louis City als Captain an und steht mit seinem Team nach 27 Spielen auf dem ersten Tabellenplatz der Western Conference. Zudem wurde er ins All-Star-Team der Liga gewählt.

Im Sommer 2022 wechselte Bürki nach 7 Jahren bei Dortmund in die Staaten. Sein Abschied beim BVB verlief aber alles andere als reibungslos. 2021 wurde er als langjährige Nummer eins zur Nummer drei degradiert. Für den Berner damals ein Schock, wie er jetzt gegenüber der «Sport Bild» sagt.

«Enttäuscht hat mich, dass die Verantwortlichen mir ein Jahr zuvor einen neuen Vertrag gegeben und mir gesagt hatten, dass sie auf mich setzen würden. Als mir Edin Terzic und Sebastian Kehl mitteilten, dass man nicht mehr mit mir plane, war ich schockiert.»

Trauriger Triumph in Berlin

Als Bürki dann aufgrund von Verletzungen der anderen Keeper im DFB-Pokalfinal 2021 unverhofft zum Einsatz kam, hörte sich dies plötzlich wieder anders an: «Vor dem Spiel bekam ich Nachrichten von BVB-Verantwortlichen, in denen sie mir schrieben, wie gut ich sei. Das hat sich nicht richtig angefühlt, weil mir ja kurze Zeit zuvor noch mitgeteilt wurde, dass ich nicht mehr gebraucht werde.»

Der BVB gewann das Spiel gegen Leipzig zwar mit 4:1, jedoch habe sich Bürki über den Titel in Berlin nicht so freuen können, wie er das eigentlich gewollt hätte. Die Ausbootung habe auch mit ihm als Mensch etwas gemacht.

Menschliches Klima dank Frauenpower?

Ganz anders nun in den USA. «Die Leute gehen hier mehr aufs Menschliche ein, als ich es aus Europa kenne», erzählt Bürki. Die Fans hätten ein gutes Gespür dafür, wie man sich als Spieler fühlt und auch die Gegner sowie der eigene Verein würden ihm mehr Respekt entgegenbringen.

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Ein Grund dafür könnte laut Bürki die mehrheitlich weibliche Vereinsführung bei St. Louis sein: «Die Beziehung geht über den Fussball hinaus, die Damen laden uns etwa zu sich nach Hause zum Teamabend ein. Dieses Fürsorgliche bedeutet mir sehr viel.»

Computerspiele mit Manuel Akanji

Auch privat fühlt sich der Schweizer in Übersee pudelwohl. Er wohnt in St. Louis in einem Wolkenkratzer im 35. Stock, die Stadt im US-Bundesstaat Missouri gefällt ihm. «Ich geniesse mein ganzes Leben hier», schwärmt Bürki.

Und auch aus Dortmunder Zeiten sind Freunde geblieben. So ist Bürki Teil einer Computerspiel-Gruppe mit ehemaligen Teamkollegen, zu denen neben Spielern wie Marco Reus (34) und Marius Wolf (28) auch der Schweizer Manuel Akanji (28, mittlerweile ManCity) gehört. «Wenn es für alle passt, schalten wir uns zusammen, spielen ‹Call of Duty› und haben eine Menge Spass.» (bjl)

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