Rodriguez und Gavranovic wissen, wie Quälix tickt
Jetzt wirds Hertha! Knallhart-Magath soll Berliner retten

Jetzt soll «Quälix» Magath Hertha vor dem Abstieg retten. Die Nati-Stars Rodriguez und Gavranovic trauen es ihrem Ex-Trainer zu und erinnern sich an harte Trainings und Medizinbälle.
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Das 0:2 bei Gladbach war das letzte Spiel von Korkut als Hertha-Trainer.
Foto: keystone-sda.ch
Michael Wegmann

Einen Tag nach dem 0:2 am Samstag gegen Gladbach gibt Hertha Berlin die Entlassung von Trainer Tayfun Korkut bekannt. Überraschender als Korkuts Ende ist die Wahl seines Nachfolgers. Felix Magath, mittlerweile 68, soll Hertha in den letzten acht Partien vor dem Abstieg retten.

Magath kehrt für die Mission Ligaerhalt aus einer Art Trainer-Ruhestand zurück – der chinesische Klub Shandong Taishan (von Juni 2016 bis Dezember 2017) war seine bis anhin letzte Trainer-Station.

«Training unter Magath ist wie ein Zahnarzttermin...»

Hertha ist bereits Magaths neunter Bundesligaklub. Bei seinen früheren Klubs (Stuttgart, Wolfsburg, Nürnberg, Schalke, HSV, Bremen, Frankfurt, Bayern) hat er sich wegen seiner harten Trainings-Methoden den Übernamen «Quälix» erarbeitet. Jan-Aage Fjörtoft (55), Sprücheklopfer und um die Jahrtausendwende unter Magath Stürmer bei Frankfurt sagt: «Das Training unter Magath ist wie ein Zahnarzttermin. Man fürchtet sich vorher, aber hinterher gehts einem besser.» Oder: «Ich weiss nicht, ob Magath die Titanic gerettet hätte. Die Überlebenden wären aber auf jeden Fall topfit gewesen…»

Jetzt soll Magath also Hertha retten. Nati-Verteidiger Ricardo Rodriguez traut dies seinem ehemaligen Trainer beim VfL Wolfsburg durchaus zu. «Ich denke, Hertha hat mit ihm den richtigen Trainer in dieser Situation verpflichtet. Magath legt grossen Wert auf Disziplin und Fleiss.» Magath war es, der den 19-Jährigen Rodriguez im Januar 2012 zum VfL geholt und zum Stammverteidiger gemacht hat. «Ich habe ihm sehr viel zu verdanken, er war mein grosser Förderer», sagt Rodriguez und erinnert sich an den Start. «Ich bin damals nach der Unterschrift direkt ins Trainingslager nach Dubai gereist. Da wusste ich sofort, dass es eine intensive Rückrunden-Vorbereitung wird. Magath liess dreimal am Tag trainieren. Für mich als ganz junger Spieler war das okay, ich war ehrgeizig, wollte mich beweisen. Einige der älteren Spieler haben natürlich schon ab und zu gemotzt.»

Gavra: «Er war hart aber immer fair»

Rodriguez’ Nati-Kumpel Mario Gavranovic, der unter Magath bei Schalke 04 spielte erzählt auch von Trainingseinheiten vor dem Morgenessen. «Dreimal täglich haben wir in den Trainingslagern geschuftet – darunter waren viele Kraftübungen mit unseren Eigengewichten. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mit ihm je an den Geräten im Kraftraum waren. Medizinbälle hat er natürlich auch oft eingesetzt. Ich war damals jung und willig – für mich hat es unter ihm gepasst.» Magath sei hart gewesen, aber immer fair.

Die beiden Schweizer trauen ihrem Ex-Trainer den Ligaerhalt zu. Rodriguez: «Ich wünsche ihm und Hertha ganz viel Glück und Erfolg im Abstiegskampf!»

Bundesliga 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bayern München
Bayern München
24
65
63
2
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
24
26
52
3
TSG Hoffenheim
TSG Hoffenheim
24
18
46
4
VfB Stuttgart
VfB Stuttgart
24
16
46
5
RB Leipzig
RB Leipzig
24
13
44
6
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
23
15
40
7
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
24
-1
34
8
SC Freiburg
SC Freiburg
24
-5
33
9
FC Augsburg
FC Augsburg
24
-11
31
10
Union Berlin
Union Berlin
24
-9
28
11
Hamburger SV
Hamburger SV
23
-8
26
12
Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach
24
-12
25
13
1. FC Köln
1. FC Köln
24
-8
24
14
FSV Mainz
FSV Mainz
24
-12
23
15
FC St. Pauli
FC St. Pauli
24
-17
23
16
Werder Bremen
Werder Bremen
24
-19
22
17
VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg
24
-20
20
18
1. FC Heidenheim 1846
1. FC Heidenheim 1846
24
-31
14
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