Angerer vor Deutschland-Duell
«In der Schweiz herrscht eine Kultur der Fehlervermeidung»

Seit acht Monaten gehört die Deutsche Nadine Angerer zum Staff der Nati. Die einst beste Torhüterin der Welt hat sich in der Schweiz gut eingelebt, auch wenn sie hier nach Jahren in den USA einen kleinen Kulturschock erlebte. Nun trifft sie erstmals auf ihr Heimatland.
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Nadine Angerer war einst die beste Torhüterin der Welt und trainiert nun die Nati-Torhüterinnen.
Foto: TOTO MARTI
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Ihr Palmarès ist beeindruckend: zweimal Weltmeisterin, fünfmal Europameisterin, drei olympische Bronzemedaillen, Welttorhüterin und Weltfussballerin des Jahres. Nadine Angerer ist eine Ikone des deutschen Fussballs und war jahrelang die beste Torhüterin der Welt. «Klar ist man stolz drauf, aber in meinem heutigen Job interessiert das niemanden mehr. Meine Vergangenheit ist vorbei», sagt die 46-Jährige, die alle nur «Natze» nennen.

Ihr Auftrag: Zusammen mit Patricia Gsell (34) soll Angerer die Schweizer Goalies bestmöglich auf die Heim-EM vorbereiten. «Ich bin sehr zufrieden bis jetzt, die Basis ist gelegt.» Die Torwart-Gruppe sei sehr harmonisch. «Aber sie sind alle noch ein bisschen zu lieb. Wir arbeiten daran, aber das kann man nicht über Nacht ändern.»

Amerikanische Denkweise

Dass Angerer ein Jahrzehnt in den USA gelebt hat, spürt man. «Ich komme von einem Extrem ins andere. In Amerika will man nicht die Nummer 1, sondern die Beste der Welt werden. Hier sagt man: Ja, schauen wir mal.» Eine andere Eigenheit, die ihr in der Schweiz aufgefallen ist: «Es herrscht eine Kultur der Fehlervermeidung. Bloss keinen Fehler machen.»

Ramona Bachmann droht auszufallen

Auch Ramona Bachmann (33) droht für das Länderspiel am Freitag gegen Deutschland auszufallen. Die Stürmerin von Houston Dash verpasste wegen einer Grippe das Abschlusstraining am Donnerstag. Trotz diverser Ausfälle – mit Luana Bühler, Captain Lia Wälti, Géraldine Reuteler und Naomi Luyet fehlen vier potenzielle Stammspielerinnen – ist Nati-Trainerin Pia Sundhage (64) guten Mutes für das Duell gegen den Olympia-Dritten. «Wir müssen defensiv sehr solid stehen. Und dann wird entscheidend sein, wie wir von der Defensive in die Offensive umschalten», so die Schwedin. Sie habe bereits vor den beiden Testspielen im Oktober gegen Australien (1:1) und Frankreich (2:1) gesagt, dass die Leistung und nicht das Resultat entscheidend seien. «Noch ist nicht EM.» Bis am Donnerstag wurden für das Spiel im Letzigrund mehr als 16'500 Tickets abgesetzt, womit der Zuschauerrekord für ein Frauen-Fussballspiel in der Schweiz erneut gebrochen wird.

Auch Ramona Bachmann (33) droht für das Länderspiel am Freitag gegen Deutschland auszufallen. Die Stürmerin von Houston Dash verpasste wegen einer Grippe das Abschlusstraining am Donnerstag. Trotz diverser Ausfälle – mit Luana Bühler, Captain Lia Wälti, Géraldine Reuteler und Naomi Luyet fehlen vier potenzielle Stammspielerinnen – ist Nati-Trainerin Pia Sundhage (64) guten Mutes für das Duell gegen den Olympia-Dritten. «Wir müssen defensiv sehr solid stehen. Und dann wird entscheidend sein, wie wir von der Defensive in die Offensive umschalten», so die Schwedin. Sie habe bereits vor den beiden Testspielen im Oktober gegen Australien (1:1) und Frankreich (2:1) gesagt, dass die Leistung und nicht das Resultat entscheidend seien. «Noch ist nicht EM.» Bis am Donnerstag wurden für das Spiel im Letzigrund mehr als 16'500 Tickets abgesetzt, womit der Zuschauerrekord für ein Frauen-Fussballspiel in der Schweiz erneut gebrochen wird.

Vor allem bei Elvira Herzog (24), der neuen Nummer 1, sei bei den Medien, aber auch innerhalb des Verbandes immer von ihren Fehlern in der Vergangenheit die Rede gewesen. «Damit tut man einer jungen Torhüterin unrecht. Mir ist egal, was früher war. Es wird auch in Zukunft Fehler geben, das passiert auch einem Manuel Neuer in einem EM-Viertelfinal. Wichtig ist, dass man immer weitermacht.»

Beim Schweizerdeutsch haperts noch

Trotz der kulturellen Eigenheiten fühlt sich Angerer in der Schweiz pudelwohl – auch wenn es mit dem Schweizerdeutsch noch etwas hapert. «In einem Einzelgespräch gehts, wenn sie in der Gruppe miteinander sprechen, gehe ich Kaffee holen», so Angerer, die auf Fuerteventura lebt. Ihren ursprünglichen Plan, nach ihrer Rückkehr aus den USA ein Jahr Ferien zu machen, warf sie über den Haufen. «Das Angebot, mit Pia zu arbeiten und eine Heim-EM zu erleben, war zu verlockend.»

Nun trifft sie am Freitag in Zürich erstmals auf ihr Heimatland, für das sie 146 Länderspiele bestritten hat. Es sei ein «komisches Gefühl», so Angerer. Der Torhütertrainer des DFB ist noch derselbe wie damals, auch andere aus dem Staff kennt sie sehr gut. «Für 90 Minuten kann man das aber ausblenden. Ich hoffe, dass die Schweiz gewinnt.»

Am meisten geändert im Vergleich zu ihrer Aktivzeit als Spielerin hätten sich die Strukturen. Zu Beginn von Angerers Karriere gab es keine Goalietrainer, «da hiess es, macht ihr Goalies euch mal ein bisschen warm». Inzwischen hätte sich in diesem Bereich doch einiges getan. «Und in der Schweiz gibt es mit mir und Patricia sogar zwei Goalietrainer – und erst noch zwei Frauen. Das ist wohl weltweit ein Novum.»

WM-Qualifikation Frauen 2027 – Gruppe A1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Dänemark
Dänemark
4
3
8
2
Schweden
Schweden
4
1
7
3
Italien
Italien
4
5
5
4
Serbien
Serbien
4
-9
1
Qualifiziert
Gruppe A2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
4
2
8
2
Frankreich
Frankreich
4
3
7
3
Irland
Irland
4
0
6
4
Polen
Polen
4
-5
1
Qualifiziert
Gruppe A3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
4
9
12
2
Spanien
Spanien
4
9
9
3
Island
Island
4
-5
3
4
Ukraine
Ukraine
4
-13
0
Qualifiziert
Gruppe A4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
4
13
10
2
Norwegen
Norwegen
4
3
9
3
Slowenien
Slowenien
4
-10
3
4
Österreich
Österreich
4
-6
1
Qualifiziert
Gruppe B1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechische Republik
Tschechische Republik
4
12
10
2
Wales
Wales
4
10
10
3
Albanien
Albanien
4
-8
3
4
Montenegro
Montenegro
4
-14
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
4
7
10
2
Türkei
Türkei
4
2
7
3
Nordirland
Nordirland
4
3
6
4
Malta
Malta
4
-12
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
4
10
12
2
Finnland
Finnland
4
3
9
3
Slowakei
Slowakei
4
-6
3
4
Lettland
Lettland
4
-7
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schottland
Schottland
4
12
8
2
Belgien
Belgien
4
8
8
3
Israel
Israel
4
0
6
4
Luxemburg
Luxemburg
4
-20
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
4
18
9
2
Litauen
Litauen
4
6
7
3
Estland
Estland
4
0
7
4
Liechtenstein
Liechtenstein
4
-24
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kosovo
Kosovo
4
10
12
2
Kroatien
Kroatien
4
10
9
3
Bulgarien
Bulgarien
4
1
3
4
Gibraltar
Gibraltar
4
-21
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Ungarn
Ungarn
4
13
10
2
Aserbaidschan
Aserbaidschan
4
5
9
3
Nordmazedonien
Nordmazedonien
4
-11
3
4
Andorra
Andorra
4
-7
1
Qualifikationsspiele
Gruppe C4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Griechenland
Griechenland
3
6
9
2
Färöer
Färöer
3
-2
3
3
Georgien
Georgien
2
-4
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C5
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Rumänien
Rumänien
3
8
9
2
Moldawien
Moldawien
2
-1
1
3
Zypern
Zypern
3
-7
1
Qualifikationsspiele
Gruppe C6
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Weißrussland
Weißrussland
3
3
6
1
Kasachstan
Kasachstan
3
3
6
3
Armenien
Armenien
2
-6
0
Qualifikationsspiele
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