Nati droht Lazarett
Leiden auch die Frauen an Überbelastung?

Kein Tag im Nati-Camp ohne eine schlechte Nachricht aus der Medizinabteilung. In den Partien gegen die Top-Nationen Deutschland und England muss die Nati stark ersatzgeschwächt antreten. Sind die vielen Ausfälle Zufall?
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Dick eingepackt rückt Meriame Terchoun am Montag in Pfäffikon SZ ein.
Foto: TOTO MARTI
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Luana Bühler (Knieprobleme) rückte erst gar nicht ein. AWSL-Topskorerin Naomi Luyet, die zuletzt gegen Frankreich das Siegtor schoss, erklärte am ersten Tag des Zusammenzuges wegen einer Beckenblessur Forfait. Captain Lia Wälti reiste zwar nach Pfäffikon SZ, musste sich am Dienstag aber einen Abszess operativ entfernen lassen, sie fällt für die beiden Duelle gegen Deutschland und England ebenso aus wie Géraldine Reuteler, die wegen muskulärer Probleme das Camp bereits wieder verlassen hat.

Und nun liegt Ramona Bachmann flach, der Einsatz der 151-fachen Internationalen am Freitag ist wegen einer Grippe fraglich. Das Nati-Camp wird im letzten Zusammenzug des Jahres zu einem Lazarett. Parallelen zu den Männern sind erkennbar, bei denen die Überbelastung aufgrund des übervollen Terminkalenders seit Monaten ein grosses Thema ist.

Weniger Spiele, kleinere Kader, schlechtere Betreuung

Gibt es ähnliche Gründe bei den Frauen? So extrem ist es bei den Frauen nicht, haben sie doch deutlich weniger Spiele als ihre männlichen Kollegen. «Aber es wird schon immer mehr. Gerade diejenigen, die Champions League spielen, haben ein ziemlich dichtes Programm, was körperlich und mental nicht einfach ist», sagt Meriame Terchoun (29).

Die Zürcherin spielt beim französischen Tabellenvierten Dijon, der nicht europäisch spielt. Trotzdem verspürte auch sie vor einigen Wochen eine gewisse Müdigkeit. Kommt hinzu, dass die medizinische Betreuung und die Möglichkeiten der Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung bei den Frauen selten auf einem ähnlichen Standard ist, wie das bei den Männern der Fall ist. Auch die Kader sind im Vergleich deutlich kleiner. «Wenn man mal bei uns nicht so fit ist, muss man trotzdem auf dem Platz stehen und trainieren», so Terchoun.

Monatszyklus verlangt Anpassungen

Hinzu kommt der weibliche Zyklus, der gewisse Anpassungen im Training erfordert, weil der Körper je nach Phase nicht immer gleich belastbar ist. «Es wird zwar immer besser, aber vielen Trainern fehlt noch immer das Wissen», sagt Terchoun, die ein Beispiel nennt. «Unmittelbar bevor ich meine Menstruation kriege, habe ich schwere Beine und bin nicht so fit. Als dies einmal Anfang Woche in Dijon im Training der Fall war, hat mich der Trainer für das Cupspiel am folgenden Wochenende aus dem Kader gestrichen, obwohl ich dann wieder fit gewesen bin.»

Mit der Athletiktrainerin Mélanie Pauli-Stoll weiss der SFV eine absolute Expertin zu diesem Thema in seinen Reihen. Die Auswirkungen der Menstruation auf den Körper sind sehr individuell. Oft reichen kleine Anpassungen in der Belastungssteuerung. «Vielleicht trainierst du zehn Minuten kürzer, oder etwas weniger Kraft oder du nimmst kleine Änderungen im Pre-Warm-Up vor», erklärt Terchoun. Damit kann man Verletzungen und Ausfällen vorbeugen, verhindern kann man sie aber nicht.

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WM-Qualifikation Frauen 2027 – Gruppe A1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Dänemark
Dänemark
4
3
8
2
Schweden
Schweden
4
1
7
3
Italien
Italien
4
5
5
4
Serbien
Serbien
4
-9
1
Qualifiziert
Gruppe A2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
4
2
8
2
Frankreich
Frankreich
4
3
7
3
Irland
Irland
4
0
6
4
Polen
Polen
4
-5
1
Qualifiziert
Gruppe A3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
4
9
12
2
Spanien
Spanien
4
9
9
3
Island
Island
4
-5
3
4
Ukraine
Ukraine
4
-13
0
Qualifiziert
Gruppe A4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
4
13
10
2
Norwegen
Norwegen
4
3
9
3
Slowenien
Slowenien
4
-10
3
4
Österreich
Österreich
4
-6
1
Qualifiziert
Gruppe B1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechische Republik
Tschechische Republik
4
12
10
2
Wales
Wales
4
10
10
3
Albanien
Albanien
4
-8
3
4
Montenegro
Montenegro
4
-14
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
4
7
10
2
Türkei
Türkei
4
2
7
3
Nordirland
Nordirland
4
3
6
4
Malta
Malta
4
-12
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
4
10
12
2
Finnland
Finnland
4
3
9
3
Slowakei
Slowakei
4
-6
3
4
Lettland
Lettland
4
-7
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schottland
Schottland
4
12
8
2
Belgien
Belgien
4
8
8
3
Israel
Israel
4
0
6
4
Luxemburg
Luxemburg
4
-20
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
4
18
9
2
Litauen
Litauen
4
6
7
3
Estland
Estland
4
0
7
4
Liechtenstein
Liechtenstein
4
-24
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kosovo
Kosovo
4
10
12
2
Kroatien
Kroatien
4
10
9
3
Bulgarien
Bulgarien
4
1
3
4
Gibraltar
Gibraltar
4
-21
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Ungarn
Ungarn
4
13
10
2
Aserbaidschan
Aserbaidschan
4
5
9
3
Nordmazedonien
Nordmazedonien
4
-11
3
4
Andorra
Andorra
4
-7
1
Qualifikationsspiele
Gruppe C4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Griechenland
Griechenland
3
6
9
2
Färöer
Färöer
3
-2
3
3
Georgien
Georgien
2
-4
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C5
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Rumänien
Rumänien
3
8
9
2
Moldawien
Moldawien
2
-1
1
3
Zypern
Zypern
3
-7
1
Qualifikationsspiele
Gruppe C6
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Weißrussland
Weißrussland
3
3
6
1
Kasachstan
Kasachstan
3
3
6
3
Armenien
Armenien
2
-6
0
Qualifikationsspiele
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