Das Spiel
Der FCB müht sich gegen das drittklassige Grand-Saconnex in den Cup-Viertelfinal. Erst nach einer knappen Stunde erlöst Otele die Basler mit dem 2:1.
Der FCB startet eigentlich gut. Zwar vergibt Broschinski gleich zu Beginn die grosse Chance zur Führung. Trotzdem liegt der Ball schon in der sechsten Minute dank Traoré ein erstes Mal im Tor der Genfer. Doch weil Sghaier kurz darauf fast unbehelligt über den linken Flügel spazieren kann, hält der FCB-Vorsprung nur drei Minuten.
In der Folge hat die Basler Millionentruppe gegen die Amateure grosse Mühe. Das vermeintliche 2:1 durch den wieder einmal unglücklich agierenden Broschinski zählt wegen einer hauchdünnen Offsideposition nicht (27.). Traoré verpasst den Doppelpack aus bester Position (36.). Ansonsten fällt der Titelverteidiger mehr neben dem Platz auf. Trainer Ludovic Magnin wirkt nervös und beklagt sich auffallend heftig über einen nicht gegebenen Penalty nach einem leichten Klammern im Genfer Strafraum (22.).
Auch nach der Pause zündet der FCB kein Feuerwerk. Für den erneuten Führungstreffer bedarf es eines direkten Freistosses, bei dem der Genfer Goalie Monteiro nicht gut aussieht. Nach dem zweiten Führungstreffer scheint der Bann gebrochen. Monteiro lenkt einen Hammer von Salah gerade noch an die Latte (60.), dann schiebt Traoré den Ball knapp am Tor vorbei (66.). Weil Traoré kurz darauf doch noch den Doppelpack schnürt, sind dann doch irgendwann alle Zweifel über das Basler Weiterkommen beseitigt.
Die Tore
6. Minute, Bénie Traoré, 0:1. Metinho setzt Traoré mit einem Chip-Ball in die Spitze in Szene. Der Ivorer trifft per Direktabnahme flach in die linke Ecke. Der Ball prallt noch an den Pfosten.
9. Minute, Beker Matuvunu, 1:1. Sghaier läuft über links los und dringt in den Strafraum ein. Mit etwas Glück bleibt er nach einem Fehlpass durch einen Prellball im Ballbesitz. Die Kugel springt ihm genau vor die Füsse, sodass er nur noch zur Mitte ablegen muss, wo Matuvunu ins leere Tor einschieben kann.
58. Minute, Philip Otele, 1:2. Der Nigerianer verwandelt einen Freistoss aus rund 20 Metern direkt. Der Ball schlägt flach in der Torwartecke ein. Saconnex-Keeper Monteiro, der sonst immer wieder stark hält, ist nicht ohne Schuld.
68. Minute, Bénie Traoré, 1:3. Der eingewechselte Soticek bedient Traoré mit einer flachen Hereingabe von rechts. Dieser bringt den Ball mit dem ersten Kontakt im Tor unter.
Die Stimmen
Der Beste
Bénie Traoré. Einer der wenigen Basler, der Super-League-Niveau auf den Platz bringt. Trifft zweimal eiskalt.
Der Schlechteste
Jeremy Agbonifo. Weniger kann man eine Startelf-Chance gar nicht nutzen. Zur Pause nimmt ihn Magnin vom Feld. Sackschwach.
Das gab zu reden
Ein Basler Auswärtsspiel im heimischen Joggeli. Weil die Infrastruktur in der Genfer Gemeinde kein Cupspiel gegen den FCB zulässt, hat Grand-Saconnex das Heimrecht an den FCB abgegeben. Im Gegenzug haben die Bebbi entschieden, auf Eintritt zu verzichten und stattdessen Spenden zu sammeln, die dem finanziell angeschlagenen Klub aus der Promotion League zugutekommen sollen. Bis rund eine Stunde vor Anpfiff sind erst etwas mehr als 7000 Franken zusammengekommen. Am Ende kommen aber doch noch 21'649 Franken zusammen.
Die Fans
Über 25’000 Gratistickets sind für den Cup-Achtelfinal bezogen worden. Auch aufgrund der frühen Anspielzeit um 18.30 Uhr sind bei Anpfiff aber längst nicht so viele Fans im Joggeli.
Die Schiris
Aufgrund des getauschten Heimrechts sind die Basler der einzige Super-League-Klub, der im Cup-Achtelfinal zu Hause antritt. Im Gegensatz zu den anderen sieben Begegnungen dieser Runde kommt im Joggeli darum der VAR zum Einsatz. Allerdings profitiert davon vor allem Grand-Saconnex. VAR Anojen Kanagasingam kassiert in der ersten Hälfte einen Broschinski-Treffer wegen einer knappen Offside-Stellung wieder ein. Schiri Piccolo und sein Team hatten das Tor zuvor gegeben.
So gehts weiter
Auf den FCB wartet am Sonntag ein Auswärtsspiel auf der Winterthurer Schützenwiese (14 Uhr). Für Grand-Saconnex geht der Abstiegskampf erst im neuen Jahr weiter. Die Promotion League hat seit dem 23. November Winterpause.




