Geubbels und Augustin
Zwei 20-Millionen-Männer am Tiefpunkt

Einst galten Willem Geubbels (22) und Jean-Kevin Augustin (26) als zwei der grössten Hoffnungen des französischen Fussballs. Nun reichts nicht mal mehr gegen Amateurmannschaften aus der Schweiz.
Publiziert: 22.08.2023 um 19:54 Uhr
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Aktualisiert: 22.08.2023 um 21:26 Uhr
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FCSG-Stürmer Willem Geubbels (l.) kostete einst 20 Millionen. Gegen Widnau sieht er aber kein Land.

Leo Hetzel, der Goalie des FC Widnau, ist 17 Jahre alt, Kanti-Schüler, Amateurfussballer. Und er treibt am Sonntag im Cup einen Mann zur Verzweiflung, der im selben Alter für schier unvorstellbare 20 Millionen Euro von Lyon zur AS Monaco wechselte: Willem Geubbels.

Der ist mittlerweile 22, bringt gegen den interregionalen Zweitligisten aus dem Rheintal aber kein Bein vors andere, wird zur Pause erlöst. Es ist der bisherige Tiefpunkt für Geubbels, der einst im zarten Alter von 16 Jahren und 113 Tagen für Olympique Lyon in der Europa League debütierte. Noch heute gehört er zu den drei jüngsten Spielern in der Geschichte des Wettbewerbs. 

17 Monate lang verletzt

Wunderkind des französischen Fussballs wird Geubbels zu jener Zeit genannt, dem Mann aus Villeurbanne, einem Vorort von Lyon, wird eine glorreiche Zukunft prophezeit. Nach nur 87 (!) Profi-Minuten für Lyon wechselt er ins Fürstentum, verletzt sich aber nach wenigen Wochen schwer am Knie, muss operiert werden, leidet zudem unter hartnäckigen Oberschenkelproblemen, bricht sich den Fuss, fehlt insgesamt 17 Monate.

Monaco glaubt weiter an den hochveranlagten Stürmer, will die Ablöse wieder reinholen, leiht ihn aus. Nach Nantes. Dort aber sitzt er meist auf der Bank. Seit letztem Winter stürmt Geubbels für den FCSG. Auf Touren aber kommt er in der Ostschweiz bislang ebenfalls nicht. Nur drei Tore in 23 Einsätzen. Negativer Höhepunkt ist der schwache Auftritt gegen die Amateure aus Widnau. 

Auch Augustin kostete 20 Millionen

Während Geubbels immerhin in der Startelf steht, darf ein anderer 20 Millionen-Mann im Cup gegen die Amateure gar nicht erst ran. Jean-Kevin Augustin, der FCB-Stürmer, der gegen Saint-Blaise bloss Zuschauer ist. Auch der Mann aus Paris gilt – wie Geubbels – lange Zeit als ganz grosses Versprechen, kann die Vorschusslorbeeren aber nicht erfüllen.

Bei Leipzig hat er Ärger mit dem damaligen Coach Ralf Rangnick, bei Leeds United landet er auf dem Abstellgleis. Long Covid setzt Augustin danach lange ausser Gefecht, fast zwei Jahre lang spielte er kaum – und mit dem Gedanken, seine Karriere zu beenden. Seit seiner Ankunft beim FCB vor einem Jahr hat er in bislang 35 Einsätzen bloss sieben Tore erzielt. Auch, weil er sich kurz nach seiner Ankunft mit einer komplizierten Verletzung am Syndesmoseband rumgeschlagen hat. 

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Mittlerweile sind aber sowohl Geubbels als auch Augustin beschwerdenfrei. Gegen Amateurfussballer aus der Schweiz reichts trotzdem nicht.

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