Norris bleibt bei Startübungen zweimal liegen
FIA schickt Fahrer auf die Schulbank

In der Schule heisst das Nachsitzen. Hier bei den Tests in der Wüste von Bahrain müssen die Autos bis am Freitag nach jeder Testsitzung um 14 und 19 Uhr Lokalzeit auf die Startlinie. Dann gehen die roten Lichter aus.
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Weltmeister Lando Norris (l.) bleibt bei den Start-Tests gleich zweimal stehen.
Foto: Lukas Gorys
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Bis jetzt hat noch keiner der zwei Versuche funktioniert. Weder am letzten Freitag noch am Mittwochabend. Am Donnerstag sahen wir vier Autos beim Start. Ausgerechnet Weltmeister Norris blieb bei beiden Anläufen stehen. Peinlicher gehts nicht. Hamilton, extra aus der Garage geholt, fuhr zweimal davon.

Das Problem scheint erkannt, alle Piloten rollen mit einer unterschiedlich aufgeladenen Batterie auf ihre Startpositionen. Das wird man auch bis zum WM-Start in Melbourne am 8. März (5 Uhr MEZ, TV live) nicht ändern können.

Piastri: «Chaos in Sicht!»

«Es droht ein Chaos», sagt selbst der WM-Dritte und Lokalheld Oscar Piastri (24), der am 6. April 2001 einen Kilometer neben dem Albert Park geboren ist. Einen Monat früher war dort ein gewisser Fernando Alonso (44) gerade sein erstes Formel-1-Rennen auf Minardi gefahren.

Vor allem McLaren-Teamchef Andrea Stella hatte die Start-Alarmglocken ausgelöst. Jetzt sucht man nach fairen Lösungen, die es kaum gibt. Vorschlag: zwei Einführungsrunden vor dem Start.

«Komm zu mir in den Rallyesport»

Mit Sorge blickt auch Jos Verstappen (55) auf die nähere Zukunft. «Zum Glück hat Max seine Bedenken wieder angemeldet oder sie nach zwei Jahren wiederholt. So macht die Formel 1 tatsächlich keinen Spass mehr. Die Fahrer sind mehr am Laden. Die Batterie ist viel zu klein. Die Fans werden vieles nicht verstehen!»

Und was hat der frühere Benetton-Teamkollege von Michael Schumacher seinem Sohn geraten? «Komm zu mir in den Rallye-Sport. Dort hast du keine Batterien, die du laden musst. Dort wird der Spassfaktor sehr grossgeschrieben.» 2026 fährt Max am 16./17. Mai die 24 Stunden auf dem Nürburgring mit einem Mercedes GT3 (im Blick).

Das Zeitlupen-Duell

Im ersten Training am Donnerstag lieferte sich Norris und Verstappen lange ein «Duell» an der Spitze – fast vier Sekunden langsamer als die Pole-Zeit hier von Piastri (McLaren) mit 1:29,841.

Resultat des 2. Testtage in der 2. Bahrain-Woche (Stand Mittagspause)

1. Norris (McLaren) 1:33,453
2. Verstappen (Red Bull) 1:33,584
3. Russell (Mercedes) 1:34,111
4. Albon (Williams) 1:35,120
5. Bortoleto (Audi) 1;35,263
6. Bearman (Haas) 1:35,279
7. Colapinto (Alpine) 1:35,506
8. Lawson (Racing Bulls) 1:36,959
9. Alonso (Aston Martin) 1:37,472
10. Hamilton (Ferrari) 1:39,670.
11. Bottas (Cadillac) 1:40,193

Testsieger 2025: Sainz (Williams) 1:29,841

1. Norris (McLaren) 1:33,453
2. Verstappen (Red Bull) 1:33,584
3. Russell (Mercedes) 1:34,111
4. Albon (Williams) 1:35,120
5. Bortoleto (Audi) 1;35,263
6. Bearman (Haas) 1:35,279
7. Colapinto (Alpine) 1:35,506
8. Lawson (Racing Bulls) 1:36,959
9. Alonso (Aston Martin) 1:37,472
10. Hamilton (Ferrari) 1:39,670.
11. Bottas (Cadillac) 1:40,193

Testsieger 2025: Sainz (Williams) 1:29,841

Erst nach zwei Stunden tauchte Bottas im Cadillac auf. Hätte das US-Team nicht den Motor und das Getriebe von Ferrari würde es düster aussehen. Frühestens 2028 kommt dann der eigene Motor von General Motors. Dieser wird schon jetzt auch vom Bündner PS-Hexer Mario Illien (76) vorbereitet.

Chaos bei Aston Martin

Weiter durch das Tal des Elends schreitet Aston Martin. Guru Adrian Newey (66) muss sich als Teamchef und Aerodynamiker einbringen – eine Doppelrolle, die noch mehr Verwirrung ins Team des frustrierten Milliardärs Lawrence Stroll bringt.

Dort werden jetzt auch die beiden Renningenieure ausgewechselt. Chaos an allen Ecken. Bei Audi geht es ruhiger und gesitteter zu. Und endlich war ein Sprung nach vorne zu erkennen. Aber Vergleiche sind in den Zeiten des unseligen Energie-Managements fast verboten.

Hamilton nur Zuschauer

Erstmals ein grösseres Problem scheint Ferrari zu haben. Hamilton ist fast vier Stunden in der Garage. Nur fünf Runden. Einzige Stimme nach draussen: «Es hat nichts mit dem Motor zu tun!»

Ausgerechnet jetzt tauchte mit Piero Lardi (80), der uneheliche Sohn von Firmengründer Enzo Ferrari (starb am 14. August 1988), auf.

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