Darum gehts
- Flavio Briatore (75), beim Alpine Season Launch in Barcelona anwesend
- Betont hohe Saisonziele und lobt Mercedes-Motor als beste Wahl
- 1994 und 1995 mit Michael Schumacher Weltmeistertitel gewonnen
Er ist eine der grössten Formel-1-Legenden schlechthin: Alpine-Chefberater Flavio Briatore (75). Er gehört zu den schillerndsten Figuren, die man im F1-Paddock antreffen kann. In den vergangenen Jahren sorgte er immer wieder für Schlagzeilen – positive wie negative.
Körperlich nicht mehr in Top-Form
Als Briatore bei der Alpine-Teampräsentation im Hafen von Barcelona eintrifft, fällt Blick sofort etwas auf: Er war auch schon besser zu Fuss. Bei seiner Ankunft humpelt er fast schon Richtung Eingang. Kurz darauf wird er von einem Alpine-Betreuer zurückgerufen – er muss noch vor den Sportautos der französischen Marke für Fotos posieren. Briatore wirkt dabei nicht gerade motiviert.
Generell macht er den Eindruck, als würde ihn das alles nicht besonders interessieren. In der Jugendsprache würde man ihn wohl als «nonchalant» bezeichnen. Als beim Mediengespräch eine Frage zu seiner Zeit mit Michael Schumacher auftaucht – mit ihm im Benetton-Rennstall gewann Briatore 1994 und 1995 die WM –, wirkt der Italiener auf einmal deutlich aufgestellter.
Er erzählt von seiner Zeit mit dem ehemaligen Rennfahrer und davon, was ihm besonders geblieben ist. «Ich möchte Michael eine Million Mal in Erinnerung behalten. Ich möchte mich so an ihn erinnern, wie er war.» Er habe immer wieder Kontakt mit dessen Angehörigen. Mit Michael selbst? «Unmöglich.»
«Ich bin ein guter Vater»
Beim Event betont Briatore immer wieder die hohen Ziele für die kommende Saison und lobt das neue Auto sowie dessen prognostizierte Leistung in den höchsten Tönen. Beim Gespräch mit Medienvertretern aus aller Welt findet er aber auch Worte, um sich selbst zu loben. «Ich bin ein guter Vater», sagt der oft kritisierte Briatore. Er habe oft Kontakt mit seinem Sohn Nathan (15) und seiner Tochter Leni (21), die aus der Beziehung mit Heidi Klum stammt. Auch wenn diese in Los Angeles wohnen und es teilweise nicht einfach sei, seien sie die «perfekte Familie».
Briatore forcierte den Wechsel zu Mercedes-Motoren
Im Hinblick auf die neue Saison lobt Briatore sein Auto und das Team in den Himmel. «Es gibt keine Ausreden mehr, nicht abzuliefern.» Alpine wird in der kommenden Saison mit Mercedes-Motoren unter der Haube fahren – denselben wie auch Weltmeister McLaren. Vom Antrieb verspricht sich Briatore viel. Er wollte nur das Beste: Mercedes. Ein Plan B stand für ihn nie zur Debatte. «Ich möchte mit den Besten diskutieren. Mit den Zweitbesten? Kein Interesse!»
Aber der starke Motor sollte in einem funktionierenden Auto laufen. Zu mehr als Rang 6 der elf Teams reichts Alpine im Blick-Ranking nach den ersten Testfahrten nicht.