Zuger mit Lebenszeichen, HCD mit Unsicherheiten
Wingerli verleiht dem EVZ Flügel

Die Zuger wenden das Aus im Viertelfinal ab, weil sie plötzlich eine unbändige Entschlossenheit an den Tag legen. Doppeltorschütze Wingerli ist der Dosenöffner.
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Wingerli schiesst Zug bereits nach 33 Sekunden mit 1:0 in Führung.
Foto: Mike Wiss/freshfocus
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Wie die Zuger das 3:7-Fiasko aus Duell Nummer drei sowie den 0:3-Rückstand verdaut haben? Sie haben das Messer am Hals – und nehmen es kurzerhand zwischen die Zähne. Wingerlis Energieanfall in der Startminute ist der Dosenöffner für ein unerwartet starkes Lebenszeichen nach dem blamablen Auftritt in Davos.

Der Rausch der offensiven Entschlossenheit hält eine knappe Viertelstunde an. Tatar profitiert vor HCD-Keeper Aeschlimann vor seinem 2:0 davon, dass es weder Fora noch Barandun oder Ryfors gelingt, den Puck wegzuschlagen. Und Hofmann ist vor Asplund beim Abpraller zur Stelle und versenkt ihn in Baseball-Manier. Diese Hartnäckigkeit im Slot hat man beim EVZ zu oft vermisst.

Der HCD wird komplett überrumpelt. Zuviel für Trainer Josh Holden, der sein Team mit einem Timeout versucht in die Spur zu bringen. Am Drücker bleiben aber noch die Zuger, Wingerli hat sogar das 4:0 auf dem Stock, trifft aber nur das Metall (16.).

Für die Bündner muss es ein Déja-vu sein. Bereits im ersten Duell werden sie vom EVZ zurückgedrängt und -gebunden, liegen 0:2 und 1:3 zurück, ohne anhaltenden Zugriff aufs Spiel. Bis ihnen in den sechs Schlussminuten die Wende in extremis gelingt. In diesem Match beissen sie sich schon früher zurück. Stransky steht vor dem Kasten goldrichtig, als ihm der Puck vor die Füsse fällt und er ihn nur noch einschieben muss. Und im Powerplay spielt Frehner ein geniales Pässchen aus der Drehung zum freistehenden Ryfors. Die Davoser sitzen dem EVZ wieder im Nacken. Allerdings nicht nachhaltig genug.

Ein kurioser Treffer in Überzahl verleiht den Zugern Aufschwung: Bengtssons Knaller trifft Teamkollege Senteler in die Rippen, prallt von dort zu HCD-Verteidiger Fora und anschliessend ins Tor. Auf Wingerlis zweiten Treffer können die Bündner genauso wenig reagieren wie Ryfors, der davor noch am Torschützen hängt, den Schweden aber nicht bändigen kann.

Dem EVZ gelingt es, das Out mit einem «Sweep» (0:4) abzuwenden. Aber kann ein Team, das es in dieser Saison bisher noch nie geschafft hat, dreimal in Folge zu gewinnen, die ganz grosse Wende orchestrieren? Am Dienstag hätte man noch laut Nein geschrien, nach diesem Auftritt der Zuger muss man die Antwort überdenken.

Fans: 7450.
Tore: 1. (0:33) Wingerli (Bengtsson) 1:0. 10. Tatar 2:0. 14. Hofmann (Kovar, Geisser) 3:0. 26. Stransky (Andersson, Lemieux) 3:1. 35. Ryfors (Frehner, Andersson/PP) 3:2. 47. Senteler (Bengtsson/PP) 4:2. 50. Wingerli (Bengtsson) 5:2.

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