So ticken die ZSC-Finnen
«Wir jammern nicht, das ist typisch finnisch»

Die persönlichen – und finnischen – Seiten der beiden Weltmeister Juho Lammikko und Mikko Lehtonen im Dienste der ZSC Lions.
Publiziert: 16.04.2024 um 11:01 Uhr
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Die ZSC-Finnen Mikko Lehtonen (l.) und Juho Lammikko (M.) lassen im Halbfinal die Zuger kaum in die Gefahrenzone vor dem ZSC-Kasten.
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Über die beiden Finnen im Zürcher Star-Ensemble weiss man nicht viel. Grund genug, um Juho Lammikko (28) und Mikko Lehtonen (30) vor dem Final-Start auf den Zahn zu fühlen. Die zweifachen Weltmeister (2022, 2019) verraten, was ihnen aus der Heimat am meisten fehlt und Besuch ihnen jeweils mitbringt.

Blick: Wer von Euch beiden kann besser mit Druck umgehen?
Lehtonen: Wir beide gleich gut, würde ich sagen. Wir haben beide schon grosse und wichtige Spiele gewonnen.
Lammikko: Wir lassen uns da nicht so stressen. Mir ist Druck egal. Das muss es auch, sonst könnte ich nicht mein bestes Hockey abrufen.

Wer ist der aggressivere Spieler?
Lehtonen: Juho hat den aggressiveren Stil. Er mag es, so zu spielen.
Lammikko: Ich geniesse das auch.

Wessen Stimme hört man öfter in der Kabine?
Lehtonen: Juhos, er unterhält uns mit seiner lustigen Art.
Lammikko: Die Saison ist lang, wir verbringen viel Zeit hier. Da sorge ich gerne für eine lockere Atmosphäre.

Wer analysiert ein Spiel danach länger?
Lammikko:
Da sind wir beide gleich. Wir sehen uns einige Spielsituationen an, aber das Schlechte vergessen wir schnell wieder und denken nicht lange darüber nach, weil das nächste Spiel bald ansteht.

Wer spricht öfter Finnisch?
Lehtonen:
Wenn, dann nur, wenn wir zu zweit sind.
Lammikko: In der Gruppe wäre es nicht so respektvoll.
Lehtonen: Manchmal merke ich nicht mal, dass ich Englisch mit Dir rede.
Lammikko: Ich denke auf Finnisch. Wenn ich Mikko auf der Bank etwas zurufe, dann manchmal auf Finnisch.

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Worin seid ihr typisch finnisch?
Lammikko:
In unserer Mentalität und Einstellung. Wir jammern nicht über kleine Dinge, sondern tun einfach, was getan werden muss. Oder machen Witze darüber.
Lehtonen: Wir essen beide gerne Salz-Lakritz. Davon gibt es hier im Vergleich zu Finnland keine grosse Auswahl. Deshalb bringen unsere Familien bei ihren Besuchen immer genug aus der Heimat mit, wie auch von unserem Lieblingsbrot. In die Sauna gehe übrigens ich viel öfter.

Wer hat seine Emotionen besser im Griff?
Lammikko:
Wir können uns beide ärgern…
Lehtonen: …aber ich habe sie besser unter Kontrolle. Aber grundsätzlich sind Emotionen ja eine gute Sache.
Lammikko: Du bist ja schon etwas älter als ich. Ich brauche die Emotionen, ich lade mich auf vor dem Spiel. Aber ja, manchmal ist es schon hart, ruhig zu bleiben.
Lehtonen: Diese Coolness ist der mentale Teil des Spiels. Für diesen Final sind wir auf alles vorbereitet.

Wer hat mehr Rituale?
Lehtonen:
Ich habe keine. Mental ist das besser, wenn man nicht von Ritualen oder Ticks abhängig ist.
Lammikko: Ich brauche einfach viel Kaffee.

Wer will in der Freizeit mehr Zeit mit dem anderen verbringen?
Lehtonen:
Dafür verabreden sich jeweils unsere Freundinnen für uns.
Lammikko: Aber wir verbringen viel Zeit zusammen, wir fahren auch gemeinsam ins Training, weil wir am gleichen Ort wohnen. Da ist auch immer unser Goalie Hrubec dabei, mit ihm und seiner Familie haben wir es auch lustig.

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Wer kennt mehr Wörter auf Mundart oder Deutsch?
Lammikko:
Wir haben beide eine App auf dem Handy, um Deutsch zu lernen. Aber wir nutzen sie zu wenig.
Lehtonen: Ich finde «geil» ein super Wort, das kann man offenbar für so vieles brauchen.
Lammikko: Für mich tönt «fahre, fahre» immer so lustig.

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