Mitten ins Gesicht von Zehnder: Dieser hohe Stock von EVZ-Eder wird nachträglich bestraft(01:11)

Nach der zweiten Pleite der Serie knallts
In Zug wackeln wegen Schiri-Frust die Wände

Ein Spielunterbruch in der 50. Minute des zweiten Halbfinal-Duells zwischen Zug und Zürich erhitzt auch nach dem Match noch die EVZ-Gemüter. Zurecht, denn die Regeln wurden von den Refs nicht eingehalten.
Publiziert: 04.04.2024 um 11:15 Uhr
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Aktualisiert: 04.04.2024 um 16:10 Uhr
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Der deutsche EVZ-Stürmer Andreas Eder kassierte vier Strafminuten für einen hohen Stock. Der Spielunterbruch deswegen sorgte für Diskussionen.

Als der letzte EVZ-Spieler nach der bitteren 0:1-Niederlage in der Garderobe verschwindet, knallt er die Tür dermassen zu, dass die Wände wackeln. Der Ärger muss offensichtlich raus. Als Trainer Dan Tangnes eine Viertelstunde später vor eben diese Tür tritt, bemerkt man sofort: Im sonst so besonnenen Norweger brodelt es.

Tangnes versucht, die Fassung zu bewahren, das Spiel nüchtern Revue passieren zu lassen. Doch irgendwann bricht es aus ihm heraus. Dass er lieber über etwas anderes reden würde, aber es nicht dürfe. Und nicht wolle. Er fährt weiter mit seiner Analyse, verabschiedet sich – und die Garderoben-Tür wird zum zweiten Mal in die Angeln geschmettert an diesem Abend. Was den 45-Jährigen dermassen wütend macht? Ein Spielunterbruch in der 50. Minute.

Das ist passiert: Zugs Andreas Eder will Ex-EVZ-Stürmer Yannick Zehnder checken. Er verfehlt ihn, und in diesem Schwung trifft Eder seinen Gegner mit dem Stock im Gesicht. Head-Schiedsrichter Michael Tscherrig steht nur wenige Meter dahinter, zeigt aber wie sein Kollege Marc Wiegand keine Strafe an.

Das Spiel läuft weiter – für 38 Sekunden. Dann plötzlich der Pfiff, just als die Zuger in der Vorwärtsbewegung sind. Ref Tscherrig fährt zur Spielerbank und begutachtet Zehnders Gesicht. Dieser sagt nach dem Sieg: «Ich sehe, dass ich an die Scheibe komme und er zum Check ansetzt. Ich wollte aussenrum vorbei. Und dann ist, wahrscheinlich unglücklich, sein Stock in meinem Gesicht gelandet.» Die Schiris schauen sich die Wiederholung der Aktion auf dem Video an, und schicken Eder für vier Minuten (hoher Stock) auf die Strafbank.

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Der EVZ übersteht diese Unterzahl zwar unbeschadet, kassiert 17 Sekunden danach aber den spielentscheidenden Gegentreffer. EVZ-Sportchef Reto Kläy ist nach der zweiten Niederlage im Halbfinal zwar gefasst, «wir haben das Spiel nicht wegen dieser Strafe verloren, sondern hätten besser spielen können». Doch das dringendere Gesprächsthema ist dieser Spielunterbruch.

38 Sekunden sind nicht «sofort»

Denn: Er passierte nicht regelkonform. Der Head-Schiedsrichter müsste die Strafe für einen hohen Stock anzeigen, um sich die Wiederholung anschauen zu können. Verpassen sie die Strafe, steht im Regelwerk, dass «die Linienrichter das Spiel sofort unterbrechen und sie darauf hinweisen müssen, wenn ein Spieler offensichtlich verletzt ist». 38 Sekunden ist weit entfernt von «sofort», Zehnder hat ein blaues Auge davongetragen. Kläy sagt dazu: «Fehler passieren, manches ist Interpretationssache, dafür habe ich ein gewisses Verständnis. Aber man darf verlangen, dass Prozesse korrekt ablaufen und Regeln eingehalten werden.»

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Mit dem Restausschluss von Niklas Hansson in Spiel eins für seinen Treffer in Andrighettos Weichteile sowie Eders Vergehen haben Zug zwei grosse Strafen aus der Bahn geworfen. Das hinterlasse zwar einen bitteren Nachgeschmack. Doch das Wort Karma fällt im Kabinengang öfter.

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